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Heroes of the Megaverse
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 08.01.2011, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Kevin Siembieda, Verlag: Palladium Books Inc., Seiten: 112, Erschienen: 2010, Preis: 16,95$


Superman, Spiderman, Herkules und Wonder Woman sind Helden, Superhelden sogar, und sie vollbringen täglich Taten, um ihren Status nicht zu verlieren. Aber vergessen wir darüber hinaus nicht die wahren Helden des Alltags? Die Helden, die nur für uns Helden sind, die aber sonst keiner kennt und die auch keine engen Strumpfhosen und Masken tragen?

Palladium Books benötigte auch Helden, als eine Krise 2006 den Rollenspielverlag an den Rand des Ruins brachte. Mehr als 2000 Helden, so bezeichnet sie der Verlag, haben mit ihrer Unterstützung, sei es eine Spende oder einfach nur als helfende Hand, den Verlag gerettet. Palladium Books suchte lange nach einer Möglichkeit allen dafür zu danken und entschied sich schließlich dafür ein Buch zu veröffentlichen, das alle Helden würdigt.

Kevin Siembieda hat mit Heroes of the Megaverse, das man für alle Rollenspiele und Settings von Palladium Books als Zusatzbuch beziehungsweise Crossoverbuch verwenden kann, ein neues Superheldenrollenspiel geschaffen. Die Regeln, die für dieses Zusatzbuch gelten, sind dieselben, die auch für alle anderen Systeme von Palladium genutzt werden.

Rein optisch enthält der Band wie jedes andere Buch von Palladium viel Text und krude Bilder, mittlerweile ein Markenzeichen, aber diesmal nur wenige Tabellen.
Das Buch beginnt mit einer Danksagung an die mehr als 2000 Fans, die den Verlag am Leben gehalten haben. Es folgt das Inhaltsverzeichnis und Verzeichnisse zum schnellen Finden von Begriffen und Superheldenfähigkeiten. Letztere Auflistung ist äußerst nützlich, da es mehr als 100 Fähigkeiten gibt.

Kommen wir zum rollenspielerischen Inhalt des Buches. Darin geht es um das "Buch der Helden", ein legendäres Buch, das bitter benötigt wird. Schließlich bedroht ein Krieg zwischen rivalisierenden Höllendimensionen die Existenz dreier Galaxien und vieler bewohnter Planeten. Dem "Buch der Helden" werden viele Kräfte nachgesagt. Die wichtigsten sind wohl, dass es die Macht hat jedes Lebewesen zu einem Superhelden zu machen und dass man über 2000 Helden aus dem Buch beschwören kann, die bei dessen Schulung helfen. Es ist klar, dass viele Mächte dieses Buch gerne besitzen oder zumindest vernichten möchten.
Im ersten Kapitel werden nicht nur das Buch und dessen Kräfte beschrieben, sondern auch wie man es verwenden kann. Wie üblich bei Palladium Books, werden Geschichte und Regeln vermischt und der Übergang zur Erschaffung eines Superhelden ist dementsprechend auch mehr eine Kombination aus beidem. Das Buch ist der Auslöser. Jeder Leser, der sich als Held qualifiziert, findet in dem Buch, das für jeden anders aussieht, aber meistens ein Comicheft ist, die Geschichte eines der 2000 Helden des Megaversums, wird durch diese inspiriert und selbst zum Helden. Es ist dabei egal, ob es neue oder bestehende Charaktere sind, die das Buch lesen. Die Macht des Buches wirkt auf alle und überträgt eine besondere heldenhafte Symbolik, etwas für das der Held steht, auf diesen. Egal ob es Tapferkeit, Rache, Beschützer, Gnade oder Hoffnung ist: Der Held erhält durch diese neue Hingabe Kräfte, zwischen zwei und vier, aber auch eine Schwäche. Sowohl Kräfte als auch Schwächen sind dabei etwas Typisches für Superhelden. Von Flug über Magie bis Verwandlung gibt es mehr als 100 Kräfte und bei den Schwächen sind unter anderem Glücksspiel, das andere Geschlecht natürlich auch Kryptonit vorhanden. Beides kann per Zufall erwürfelt oder einfach ausgewählt werden. Die Schwächen werden auf einer halben Seite abgehandelt, die Superkräfte auf den nächsten 40, die sind für Helden ja auch viel wichtiger.

Nach den Superkräften werden neun der bekanntesten Superhelden des Megaversums vorgestellt: Interessante und lustige Hintergrundgeschichten von Superhelden, die auf einer realen Figur, einem der 2000 Helden, basieren. Vorgestellt werden zum Beispiel ein untoter Saxophonspieler, ein barbarischer Kämpfer und eine Ghulkönigin. Bevor alle 2000 Helden namentlich aufgelistet werden, gibt es noch eine Warnung. Es wird regeltechnisch erläutert was passiert, wenn das "Buch der Helden" jemals in die Hände eines Lords der Hölle fallen würde. Nur soviel dazu: Es sollte besser nicht passieren.

Zu diesem Buch muss man eigentlich nicht viel sagen. Es ist handwerklich gut, auch wenn die Bilder wie immer gewöhnungsbedürftig sind, und Superheldenrollenspiele kann es eigentlich nie genug geben, ganz abgesehen davon, dass das Rifts-Universum durchaus den einen oder anderen Helden brauchen kann. Sagen muss man aber etwas zum Grund für das Erscheinen dieses Buches. Als Dank für die Fans werden diese in einem Buch nicht nur erwähnt, sondern sind sogar die Hauptakteure. Einen schönern Dank gibt es sicher nicht und bei mehr als 2000 Fans, die hinter einem stehen, darf man ab jetzt wieder regelmäßig Neues aus dem Hause Palladium Books erwarten.

Fazit: Heroes of the Megaverse ist ein Beispiel dafür, dass tausend Worte manchmal doch mehr Wert sind als ein Bild. Das Zusatzbuch für alle Palladium-Produkte beschreibt nicht nur ein legendäres Buch, das Superhelden in einer gefährlichen Welt zum Leben erweckt, es ist gleichzeitig ein Dank an all die Fans, die neuen Helden der Autoren und Mitarbeiter des Rollenspielverlages, die ein Fortbestehen überhaupt möglich gemacht haben. Handwerklich gut und vor allen Dingen menschlich, mehr muss man zu diesem Buch nicht sagen.




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