Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Belletristik » Science Fiction » Beutewelt 2 - Aufstand in der Ferne

Beutewelt 2 - Aufstand in der Ferne
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 10.01.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Alexander Merow, Verlag: Engelsdorfer Verlag, Seiten: 250, Erschienen: 2010, Preis: 12,90


Utopische und dystopische Romane haben immer für Aufsehen gesorgt, wenn sie von einer breiten Öffentlichkeit oder zumindest von berühmten Kritikern besprochen wurden. Alexander Merows Beutewelt hat diesen Sprung bisher noch nicht geschafft, was vermutlich daran liegt, dass der Autor nach wie vor recht unbekannt ist.

Der Autor und der Engelsdorfer Verlag haben dennoch jetzt den zweiten Band veröffentlicht. "Aufstand in der Ferne" lautet der Titel und ist um einiges leichter zu merken als die Identifikationsnummer, die den Hauptteil des Titels des ersten Bandes ausgemacht hat.

Der Titel Aufstand in der Ferne ist dabei für alle, die bereits den ersten Band gelesen haben, ein deutlicher Hinweis auf den Inhalt des Buches. Gegen Ende des ersten Bandes hatte sich Japan unter dem Präsidenten Matsumoto aus der Weltregierung zurückgezogen und sich für unabhängig erklärt. Frank Kohlhaas, der Protagonist des ersten Bandes, und Alfred Bäumer, ebenfalls bekannt aus dem ersten Band, sind immer noch in Litauen und trainieren für ihren eigenen Befreiungskampf im Dorf des Anführers des Widerstandes, Thorsten Wilden. Dort erleben sie, mit welchen Mitteln die Weltregierung die Medien nutzt, um den friedlichen Austritt Japans als kriegerische Handlung darzustellen. Verleumdungen und fingierte Angriffe sind aber erst der Anfang. Alle Zeichen deuten auf einen baldigen Angriff der Weltregierung auf Japan hin. Wilden sieht die Unabhängigkeit Japans als Signal für einen weltweiten Aufstand und als Zeichen der Hoffnung in einer Zeit, in der die Weltregierung Milliarden Menschen als Sklaven hält und weitere finstere Pläne langsam ans Licht kommen. Frank und Alfred, die die Pressemeldungen interessiert verfolgen, treffen schließlich die Entscheidung. Mit einigen anderen Rebellen aus dem Dorf fliegen sie nach Japan, um als Freiwillige für die Unabhängigkeit Japans zu kämpfen. Wenige Tage nach ihrer Ankunft beginnt der Krieg und schon nach wenigen Wochen befindet sich Japan in einer ausweglosen Lage, in der es, wie schon zu früheren Zeiten, auf Soldaten angewiesen ist, die sich ohne zu zögern opfern, um den Sieg zu erreichen. Natürlich melden sich Frank und Alfred freiwillig für ein solches Kommando und der Erfolg oder Misserfolg entscheidet schließlich den Aufstand in der Ferne.

Bereits den ersten Band lobte ich als äußerst dystopisch und ich kann das beim zweiten Band nur wiederholen, auch wenn diesmal andere Dinge im Vordergrund stehen. Merow verbindet geschickt aktuelle Ereignisse mit seiner 20 Jahre entfernten Welt und macht deutlich, welche Macht die Medien tatsächlich haben. Nichts, was man nicht sowieso jetzt schon täglich bemerkt, aber dieses Buch soll einem ja auch die Augen öffnen. Neben der dystopischen Welt, die unter der Knute der Weltregierung leiden muss, widmet sich Merow aber insbesondere der japanischen Kultur, die er gut recherchiert wiedergibt und in einer futuristischen Welt auferstehen lässt. Besonders hervorheben sind aber seine Kampfbeschreibungen. Davon gab es im ersten Band wenige, aber im Vergleich zu den wirklich tollen Beschreibungen im vorliegenden Band sind die Beschreibungen dort plump. Merow weiß wirklich, wie man nicht nur Spannung sondern tatsächlich Kopfkino erzeugt, so bildlich sind seine Kampfszenen geschrieben. Die Charakterentwicklung ist diesmal auch besser als im ersten Band. Die Protagonisten handeln, wie man handeln würde, wenn man bestimmte Dinge erlebt hätte. Merow hat wirklich dazugelernt.

Fazit: Alexander Merows zweiter Band der Beutewelt-Reihe Aufstand in der Ferne ist die gelungene Fortsetzung des ersten Bandes und entführt die Leser in eine neue Kultur, die ihre Freiheit um jeden Preis erhalten will. Eine dystopische Welt, in der diesmal der Kampf und die Propaganda an erster Stelle stehen, die aber nichts vom Glanz des ersten Buches verloren hat. Merow hat sich verbessert, Fehler aus dem ersten Band nicht wiederholt und überzeugende bildhafte Beschreibungen verwendet, die den Begriff Kopfkino verdienen.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.