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Thalassa
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 09.04.2011, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Carsten Wille und Christoph Tinius, Verlag: Verlag für F&SF Spiele, Seiten: 204, Erschienen: 2010, Preis: 29,95 EUR


Schon seit Jahren der Geschichte Midgards, der ältesten deutschen Rollenspiels, gab es einen Ort, die immer wieder ins Gespräch kam und Rätsel aufgab. Die Rede ist von Thalassa und ihrem legendären und geheimnisvollen Bettlerkönig. Um diese Wissenslücke zu schließen, steht dem Midgardmeister nun das Quellenbuch Thalassa und der Bettlerkönig zur Verfügung, das nicht nur das Geheimnis des Bettlerkönigs genau erklärt, sondern auch die Stadt selbst und ihre Geschichte abhandelt.

Das Quellenbuch beginnt zunächst mit einer allgemeinen Beschreibung der Halbinsel Nyktoros sowie der Geschichte Thalassas von seiner Gründung über die Ära des Imperiums der Seemeister bis zu Untergang der alten Stadt und der Entstehung des heutigen Thalassas, jener Ruinenstadt unter dem mächtigen und mysteriösen Bettlerkönig, die allerlei Volk anzieht, das aus den verschiedensten Gründe dem Reste Midgards kurzfristig oder dauerhaft den Rücken kehren möchte. Ein geradezu absurdes Stadtgefüge entsteht, das das Quellenbuch glaubhaft mit Leben zu füllen vermag.

Im zweiten Kapitel wird das Leben in der Stadt im Allgemeinen geschildert; welche Sitten, Sprachen und Machtblöcke sich dort vorfinden. Außerdem werden der Mendarch, der Bettlerkönig, sein Einfluss auf Thalassa und ganz Midgard und seine Regierungsform beschrieben.
In den anschließenden vier Kapiteln werden die vier Stadtteile Ziegenviertel, Schiffersruh, Rabennest und Knochenhügel detailliert ausgearbeitet. Genaue Schilderungen von Orten und Personen bieten jede Menge Ansätze für Abenteuer oder verleihen der Stadt auch einfach nur einen glaubwürdigen Anstrich.
Das letzte Kapitel widmet sich dem fahrenden Volk, das in Form verschiedener Stämme Thalassa immer wieder besucht. Wie mit diesem umgegangen werden sollte und wem man hier begegnen könnte, darauf geht das Buch ebenfalls ein.
Zum Schluss kommen ausführliche Anhänge, die nicht nur die wichtigsten Persönlichkeiten der Ruinenstadt mit Wort und Werten beschreibt, sondern auch ein Bestiarium heimischer Kreaturen liefert.

Die Aufmachung des Buchs ist vollständig in Graustufen gehalten. Die Zeichnungen sind hochwertig, wenn auch selten. Einige aufgezeigte Gebäudepläne sind dagegen leider eher trocken und zeigen eine klare Begeisterung der Erbauer für rechte Winkel und komplett gleichmäßige Strukturen. Dafür findet sich hinten im Buch eine schöne Farbkarte der Nyktoros-Halbinsel. Die Texte sind interessant und qualitativ einwandfrei geschrieben und machen Freude am Lesen.

Fazit:
Ein wirklich lohnenswertes Buch, das sich nicht nur für Midgard-Spieler und –Spielleiter eignet, sondern auch anderen Fantasyspielern gute Anregungen dazu liefern kann, wie eine Verbrecherstadt funktionieren könnte.




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