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New York - Im Schatten der Wolkenkratzer
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 12.01.2011, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Heiko Gill u.a., Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 224, Erschienen: 2010, Preis: 34,95 EUR


New York, The Big Apple, und seine Wolkenkratzer, die breiten Straßen, die Börse, die Geschäfte und die Parks locken jährlich eine Anzahl von Touristen und Besuchern an, die die Einwohnerzahl der meisten Städte der Welt übertrifft. Der Grundstein dafür wurde im ausgehenden 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert gelegt und New Yorks Aufstieg als eine der wichtigsten Finanzmetropolen der Welt nahm damals seinen Lauf.

Es ist also kein Wunder, dass diese Stadt auch für H.P.Lovecraft’s Cthulhu wichtig genug ist, um ein eigenes Buch zu bekommen. Nach Arkham und Innsmouth, beides Schöpfungen Lovecrafts, ist dies das erste Buch, das eine reale amerikanische Stadt behandelt und den Mythos in die Schatten der Wolkenkratzer verpflanzt. Pegasus, die New York – Im Schatten der Wolkenkratzer, für den deutschen Rollenspielsektor übersetzt haben, haben das englische Original aber deutlich erweitert und Materialien aus anderen Quellenbüchern und Abenteuern ergänzt.

Herausgekommen ist ein fast 230 Seiten dickes Hardcoverbuch mit einem, von Pegasus gewohnten, Lesebändchen. Der Inhalt ist nicht weniger imposant. Beim Durchblättern fallen einem sofort die Bilder aus den 20er und 30er Jahren ins Auge, die den Flair New Yorks zum Vorschein bringen und zum Leben erwecken.
Doch nun zum eigentlichen Inhalt, genau damit startet das Buch und verspricht zehn interessante Kapitel. In der Einleitung, die auch eine Karte Neu Englands enthält, nennt Heiko Gill, der Redakteur des Buches, auch die Ergänzungen, die das Buch im Vergleich zur amerikanischen Ausgabe enthält.
Das erste Kapitel widmet sich der Geschichte New Yorks und bietet einen allgemeinen Überblick über die Stadt. Die soziale Ordnung, die politische Lage, Fortbewegungsmittel und das Leben in der Millionenstadt werden beschrieben.
Die Unterwelt, mit ihren Mobs und Gangs verschiedener ethnischer Gruppen, bilden das zweite Kapitel. Dabei werden nicht nur die Betätigungsfelder und die Entwicklung zwischen 1900 bis nach 1934 aufgezeigt, die Spieler bekommen auch einen Einblick, welche Möglichkeiten die Unterwelt ihnen bietet. Am Ende des Kapitels werden der Mythos und die Unterwelt New Yorks mit ein paar einfachen Gedankenansätzen verbunden.
Ein echtes Verbrechen, das schon so genug cthulhoides beinhaltet, wird im Folgekapitel nicht nur beschrieben, sondern sogar als Schablone für ein amerikanisches Gerichtsverfahren verwendet.
Die nächsten sieben Kapitel sind schließlich vollkommen dem New York, wie es in den 20er und 30ern existierte und wie es mit cthuloiden Anteilen hätte sein können, wie in einem Reiseführer beschrieben. Dabei werden die Stadtteile jeweils als eigenes Kapitel behandelt und Manhattan sogar in drei einzelne unterteilt. Egal ob Manhattan, The Bronx, Queens, Brookly oder Staten Island, es gibt überall interessante Orte und jene, in denen der Mythos sich festgebissen hat. Anzumerken ist hier, dass Orte, die in anderen Publikationen verwendet wurden, hier besonders hervorgehoben werden und wichtige Personen nicht nur vorgestellt sondern auch mit Werten zur Verfügung gestellt werden.

Im Anschluss an das Material zu New York ist das Buch aber noch nicht zu Ende. Es folgen drei Abenteuer, in denen die Charaktere das Grauen in New York finden müssen, um Schlimmeres zu verhindern. Das erste Abenteuer führt sie dabei in die farbenfrohe Welt der New Yorker Künstler.
Die U-Bahn ist ein Schauplatz im zweiten Abenteuer, bei dem die Charaktere der Polizei unter die Arme greifen müssen, um eine Verschwörung mit weltumspannendem Ausgang aufzudecken.
Das letzte Abenteuer verbindet eine Katastrophe der Vergangenheit mit Ritualen im Herzen New Yorks, bei der Recherche im Vordergrund steht. Alle Abenteuer sind wirklich gut geschrieben und mit sehr vielen Materialien ausgestattet. Die Testspielberichte sind auf jeden Fall lesenswert und helfen dem Spielleiter bei einigen Problemen.
Den Abschluss bildet eine Karte Manhattans, die in ein spezielles Fach im hinteren Einband bereit liegt, und das Durchstreifen des Stadtteils um einiges erleichtert.

Lesenswert, unterhaltsam und qualitativ hochwertig, man muss kaum mehr zu diesem Buch sagen. Es wurde an alles gedacht, wichtige Informationen aus anderen Büchern eingearbeitet und das amerikanische Original damit ergänzt. Drei neue Abenteuer, die von den Spielern alles abverlangen und eine Stadtbeschreibung, die so detailliert vermutlich nicht einmal in modernen Reiseführern zu finden ist. Dazu kommt ein großes Kapitel über die Unterwelt und seine Bosse und Bösewichte und eine Beispielgerichtsverhandlung, die mal wieder zeigt, wie nah Mythos und Realität doch beieinander liegen.

Fazit: New York – Im Schatten der Wolkenkratzer ist mehr als nur die Übersetzung des amerikanischen Originals. Es wurde mit wichtigen Informationen aus anderen Quellenbüchern und Abenteuern erweitert und mit drei neuen Abenteuern ausgestattet. Dieses Buch hat keinen Makel und nach Arkham und Innsmouth wird endlich eine reale amerikanische Großstadt Schauplatz des Mythos. Ein Kauf, um den kein Cthulhu-Fan herumkommt.




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