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Almanach der sechsten Welt
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 12.01.2011, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Tobias Hamelmann u.a., Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 219, Erschienen: 2010, Preis: 34,95 EUR


1989 entwickelten Robert N. Charrette, Paul Hume und Tom Dowd die erste Edition des Rollenspiels Shadowrun. Ausgehend von den Entwicklungen, den Zuständen und der utopischen und dystopischen Romane der 80er Jahren entwickelten sie ihre Vision der Zukunft und setzten das Jahr 2050 als Jahr ein, in dem die Shadowrunner ihre Aufträge erfüllen und gegen beziehungsweise für die alles beherrschenden Konzerne in einer magischen Welt vorgehen.

Mit den Jahren kamen Abenteuer auf den Markt, die nicht nur Geschehnisse beschrieben sondern auch die Zeitlinie fortführten, und mit neuen Editionen wurde diese Zeitlinie dann immer wieder aktualisiert und mit wieder neuen Geschehnissen erweitert. Mit der vierten Edition war bereits das Jahr 2070 erreicht und als Pegasus die deutsche Übersetzung in Angriff nahm, wurde das Jahr 2072 als Spieljahr ausgewählt.

In 22 Jahren kann vieles passieren und nicht alles passt in ein Grundregelwerk und Spieler und Spielleiter können schon gar nicht alle Abenteuer und Hintergrundbücher lesen, um sich selbst auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. Mit dem Almanach der sechsten Welt, der in der deutschen, erweiterten Übersetzung vorliegt, wurde dieses Problem beseitigt und die Geschichte der Welt, in der Shadowrun spielt, komplett gedruckt und damit erstmals gebündelt zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den historischen Fakten, ist das Buch aber auch ein Atlas. Pegasus, die sich ja öfter etwas einfallen lassen, hat ihrer Übersetzung noch eine große, doppelseitige Posterkarte der Welt hinzugefügt.

Das Buch ist, wie es für Shadowrun-Publikationen aus dem Hause Pegasus üblich ist, nicht nur ein stabiles Hardcoverbuch und mit einem Lesebändchen ausgestattet, die Seiten sind auch in Farbe bedruckt und mit sehr schönen Bildern versehen, was dazu führt, dass das reine Durchblättern schon Spaß macht. Über das gesamte Buch verteilt finden sich außerdem zehn Kurzgeschichten, die entweder auf das jeweils vorangegangene Jahr oder Land eingehen, und vertiefend auf die Ereignisse oder Gegebenheiten eingehen. Sie sind dabei auch noch sehr unterhaltsam.
Die erste Hälfte des Buches ist der Geschichte gewidmet. 1999 macht den Anfang mit dem Beginn der Unabhängigkeit der Konzerne. Der letzte Eintrag im Jahr 2072 richtet seinen Blick dann aber bereits wieder auf die Zukunft, denn der eilen die Runner immer entgegen. Jede Jahreszahl ist dabei gleich aufgebaut. Neben einem Kasten, der die wichtigsten Ereignisse in Kurzform wiedergibt, nehmen Zeitungsartikel oder auch mal eine Forschungsbericht ein Ereignis näher in Augenschein. Den Abschluss machen immer die Kommentare anderer Nutzer dieses Buches, meistens Runner, aber auch andere Personen, die bewerten, kritisieren und provozieren.
Die zweite Hälfte des Buches ist ein Atlas. In diesem finden sich die wichtigsten Länder der sechsten Welt in alphabetischer Reihenfolge. Asamando, der afrikanische Ghulstaat und auch die Allianz Deutscher Länder werden dort vorgestellt und beschrieben. Die Grundinformationen zu Einwohnerzahl, Hauptstadt, Sprache und Regierungsform werden in einem kleinen Kasten zu Beginn des Eintrags vorgestellt. Im Anschluss folgen ein geopolitischer Überblick und große Städte und besondere Orte werden beschrieben. Irgendwo dazwischen finden sich eine Karte des Landes und ein Bild der Flagge. Den Abschluss machen, wie im Geschichtsteil, die Runner mit ihren Kommentaren zum Land und nützlichen Hinweisen zum Leben und Überleben oder einfachen Touristentipps.

Pegasus Qualität konnte man bisher nie bemängeln und auf dem ersten Blick ist das auch hier der Fall. Ein stabil gebundenes Buch, jede Seite farbig, ein lohnenswerter Inhalt, der endlich die gesamte Geschichte der sechsten Welt gebündelt wiedergibt und ein Atlas, der die wichtigsten Länder ausreichend beschreibt. Beim genaueren Lesen fallen aber viele Fehler auf. Es gibt einige Rechtschreibfehler und ein Kasten mit historischen Daten endet einfach mitten im Satz. Das ist aber der einzige negative Kritikpunkt und er wird durch die vielen positiven Punkte ausgeglichen. Allein die Karte in DinA1 wiegt diese kleinen Fehler ohne Probleme auf und wird sicher bald in vielen Spielerwohnungen in einem Rahmen an der Wand hängen.

Fazit: Der Almanach der sechsten Welt, das Geschichtsbuch und der Atlas für Shadowrun, ist trotz einiger Rechtschreibfehler ein Qualitätsprodukt. Alle historischen Daten und die wichtigsten Daten der Länder auf einem Blick, das gab es bisher noch nicht und genau das hat vielen Spielern und Spielleitern immer gefehlt. Die Produktion in Farbe und die guten Kurzgeschichten runden das Ganze ab. Ein Buch, dessen Anschaffung für Runner Pflicht ist.




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