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Cthuloide Welten 19
Von André Wiesler

Rezension erschienen: 17.01.2011, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Frank Heller u.a., Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 132, Erschienen: 2010, Preis: 9,95 EUR


Kaum eine Rollenspielzeitschrift hat zu Recht soviel Lob und Bewunderung erhalten, wie die Cthuloiden Welten und sich damit zugleich die Latte so hoch gelegt. Es sei vorweg verraten: Auch die 19. Ausgabe des Magazins unter der Chefredaktion von Frank Heller kann den selbst gesetzten Maßstäben genügen.

Gleich drei Abenteuer warten auf den Leser. Das Abenteuer "Morgengrauen" nennt sich sehr passend ein "Kammerspiel", werden die Charaktere sich doch im Wesentlichen während des ganzen Abenteuers im gleichen Gebäude aufhalten. Diese Idee sorgt für ein sehr gelungenes Gefühl der Beklemmung, allerdings hätte dem Abenteuer eine etwas stärkere Strukturierung bei der Informationsvermittlung gut getan. In der vorliegenden Form wird der Spielleiter das Abenteuer fast auswendig lernen oder sich Notizen machen müssen, um im richtigen Moment die benötigten Informationen zur Hand zu haben.

Das zweite Abenteuer mit dem Titel "Der tiefe Fall des Dr. Erben" begeistert durch die originelle Grundidee, die einmal mehr erfolgreich mit dem "Horror within" spielt, und weiß diese sehr gelungen und spielfreundlich umzusetzen.

Im dritten Abenteuer schließlich geht es für die Charaktere in ein Dungeon in der Wüste Marokkos, aber hier warten keine Goldschätze auf sie, die es zu plündern gilt. Das Abenteuer ist recht gradlinig und wird so investigative Spieler möglicherweise unterfordern, aber dafür ist es auch auf einen kurzen Spielabend angelegt und kann mit dem Quellenbuch "Secrets of Marocco" verbunden werden.

Die Hintergrundartikel dieser Ausgabe decken ein breites Spektrum ab. Einer befasst sich beispielsweise mit der mysteriösen Explosion in Tunguska, und bietet verschiedene Erklärungsansätze dafür, darunter einen mit Mythoshintergrund. Der Artikel ist wegen der zahlreichen Fakten ein wenig trocken geraten, bietet aber viele Ansätze für Spielleiter, das Ereignis in eigenen Abenteuern (nicht nur für Cthulhu) zu nutzen.

Auch der bekannte "Geisterjäger" Harry Price, eine schillernde Gestalt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wird vorgestellt. Der Artikel zeigt auf unterhaltsame Weise, welche Blüten die "Parapsychologie" getrieben hat. Er wird abgerundet von interessanten Abenteuerideen.

Fast schon literaturwissenschaftlich und damit vermutlich nur für einen kleinen Teil der Spieler interessant, geht es in einem Artikel über einen Zeitgenossen und Bekannten Lovecrafts weiter. August Derleth hat den Mythos, wie er im Spiel genutzt wird, mit seinen schriftstellerischen Werken sicher entscheidend mitgeprägt, aber vermutlich wäre dem auch mit einem deutlich kürzeren Artikel Genüge zu tun gewesen.

Ein sehr umfangreiches Interview mit den Autoren der Kampagne "Berge des Wahnsinns" hingegen bietet dem interessierten Spieler einen tiefen Einblick in die Arbeitsweisen bei einer Rollenspielpublikation solchen Ausmaßes. Es sei allerdings vor zahlreichen Spoilern gewarnt, die vor allem jene hart treffen werden, die den Inhalt der gleichnamigen Geschichte oder der alten Kampagne noch nicht kennen und unvoreingenommen als Spieler an die Neuauflage herangehen wollen.

Fazit: Auch die 19. Ausgabe der Cthuloiden Welten kann im Schnitt überzeugen. Zahlreiche Perlen wiegen die weniger gelungenen Artikel locker auf. Spielleiter werden aus dieser Ausgabe wohl mehr Nutzen ziehen als Spieler. Die Handouts sind in gewohnt hoher Qualität gehalten und darum wie immer lobend zu erwähnen.




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