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Star Trek Destiny 2 - Gewöhnliche Sterbliche
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 17.02.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): David Mack, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 320, Erschienen: 2010, Preis: 12,80 EUR


Große Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus. Das war so, als Cross Cult diese Serie ankündigte, das betrifft diesen zweiten Band, der auf das große Finale zuführt und das betrifft insbesondere die Geschichte, die sich erst auf die Schiffe Columbia (Hernandez), Enterprise (Picard), Titan (Riker) und Aventine (Dax) konzentrierte, nun aber Platz macht für das große Ganze – oder sagen wir ganz große Würfel. Auch im zweiten Band der Borg-Saga wird Geschichte geschrieben.

Der erste Band konnte in der Tat nur ein Appetizer sein: Die Enterprise kümmerte sich darum, den Föderationsraum Borg-frei und limonenfrisch zu halten, die Titan war wieder mal mehr mit sich selbst beschäftigt, während ein Oldtimer, die Columbia, die Geschichte in die Hand nahm und sich mit den ganz Großen des Universums, den Caeliar, einzulassen.
Diese stellen eine Art friedliebende Überalienrasse dar, die alles können, aber nichts wirklich machen. Trotzdem darf niemand zu ihnen hin; aber wenn man schon mal da ist, kommt man nicht mehr weg. Kurz und einfach: Sie sind der goldene Käfig. In diesem sitzt die Columbia und im Laufe der Zeit soll auch noch die Titan in ihre Fänge geraten.
Da sich aber in der Föderation sowieso kaum einer darum schert, was Riker so macht, versucht Föderationspräsidentin Bacco ("Gesetze der Föderation") in ihrer gewohnt abgeklärten Manier Klingonen, Romulaner, Remaner, Ferengi, Tholianer, Gorn und das restliche angrenzende Buffet um sich zu scharen und eine Allianz zu bilden, die der Übermacht der Borg etwas entgegensetzen kann.
Picard bildet derweil mit Dax eine Task Force, denn ein Tunnelknotenpunkt scheint ein Schlupfloch zu bergen, über das die Borg-Kuben ungehindert und vor allem in Windeseile in den Föderationsraum eindringen können. Geduld ist gefragt, denn es sind dutzende Passagen, die erkundet und gesichert werden wollen – immer im Unklaren darüber, was sich dahinter verbirgt.
Währenddessen entwickelt sich für den Leser eine zweite Zeitlinie um die Insassen der Columbia, die sich letztendlich auf ihren Captain Erika Hernandez konzentriert. Diese versucht sich in das Konstrukt der Caeliar einzufügen und darf Wunder und Grauen zugleich erleben - mehrere hundert Jahre lang.

Es braucht ein wenig, bis man sich in das Buch hineinfinded. Insbesondere die Tragödie, die sich um Troi und ihr Kind entwickelt, ist ganz große Space-Soap-Opera, ob man sie mag oder nicht. Überzeugen kann Präsidentin Bacco, die wie immer alles mit Genie meistert und den Leser das ein oder andere Mal zum Schmunzeln bringt. Da sich die Geschichte aber nicht auf sie konzentriert, sticht ihre Überzeichnung nicht so deutlich heraus.
Etwa ab der Hälfte des Buchs geht es dann rasant vorwärts, da sich die Ereignisse zügig entwickeln und der Leser so langsam eine Ahnung bekommt, welche Rolle die Caeliar im großen Ganzen spielen könnten – auch wenn man sich noch nicht so sicher sein kann, ob einem diese Rolle schmeckt.
Ohne zu viel zu verraten: Das Buch endet mit einem Paukenschlag, quasi einem Cliffhanger, der einen unbedingt gleich den nächsten Band verschlingen lassen möchte.

Fazit: Was David Mack anfasst, hat Qualität. Nicht nur, dass er alte Pantoffeln auszieht, er näht sie auch noch zu einem fetzigen Paar Stilettos um. Und ganz nebenbei entstehen auch noch frische Flipflops und ein paar Mokassins. Mit dieser Serie ist man für jeden Anlass gut angezogen und somit ist sie gerade für diejenigen eine besondere Empfehlung, die mit Star-Trek-Romanen bisher wenig anfangen konnten.




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