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Abenteuer Spielbuch: Uldart 3 - Perdórs Untergang
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 17.04.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Markus Heitz, Sonja Rüther, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 272, Erschienen: 2010, Preis: 8,95 EUR


Das alte Genre des Spielbuchs scheint derzeit mit Hilfe des Fantasy-Erfolgsautors Markus Heitz und seiner Co-Autorin Sonja Rüther eine Renaissance zu erleben. Schon mehrere Spielbücher vor dem Hintergrund von Heitz' Welt Ulldart sind erschienen und nun wird mit Perdórs Untergang einen neuen Titel aus dieser Reihe vorgelegt.
Wieder führt man einen Charakter, der durch drei Attributswerte, Lebenspunkte sowie seine gesammelte Ausrüstung definiert wird. In verschiedenen Spielsituationen, insbesondere in Kämpfen, gilt es, mit einem sechsseitigen Würfel auf diese Attribute zu würfeln, um in der Summe bestimmte Werte zu überschreiten. Mit Hilfe dieses einfachen Würfelsystems und vor allem kluger Entscheidungen ist man als Spieler zwischen den fast 500 durchnummerierten Abschnitten des Buchs unterwegs.
Die Geschichte schließt an den Vorgängerband an, kann aber auch vollständig für sich gespielt werden. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Agenten, der nach einer erfüllten Mission seine Familie wiederfinden will. Nachdem diverse typische Gefahren der Reise wie Wegelagerer und unfreundliche Bekanntschaften gemeistert sind, gilt es, die Geliebte aus den Klauen eines Nebenbuhlers zu befreien, die Reise ins sichere Heimatland zu organisieren und schließlich noch erfolgreich mit dem eigenen Auftraggeber zu verhandeln. Allerdings sieht man sich als Spieler auch vermeintlichen Verbündeten gegenüber, die plötzlich die Seiten wechseln, und es gilt außerdem noch, dem Gegner eine gefährliche Waffe zu entwinden.
Besonders gelungen ist der erste Teil der Handlung, die Reise. Hier wird tatsächlich die Stimmung eines kriegserschütterten Landes greifbar. Vor allem vermeiden die Autoren den Fehler vieler Spielbücher, bei denen eine einzelne, harmlos wirkende Entscheidung plötzlich zur "Alles oder nichts"-Frage wird. Durch aufmerksames Lesen und gutes Nachdenken lassen sich viele kritische Situationen ohne Kampf lösen.
Leider hält der Band diesen angenehmen Spielfluss nicht bis zum Ende durch. Nach der Ankunft in der Hafenstadt steigt das Tempo rapide an und wird so rasant, dass die einzelnen Handlungselemente kaum noch Zeit zur Entfaltung bekommen. Beispielsweise wird je nach gewähltem Weg nur recht schemenhaft klar, warum man sich plötzlich auf der Flucht vor einem Nebenbuhler befindet. Auch die plötzliche Kehrtwende des vermeintlichen Verbündeten und das seltsam nebensächliche Auftauchen enorm mächtiger Artefakte huschen am Spieler regelrecht vorbei. Eine Hochseefahrt und der Besuch im königlichen Palast werden ebenfalls noch schnell nachgeschoben. Hier wäre das Streichen einiger Handlungselemente oder das Verteilen auf zwei Spielbücher besser gewesen.
Grafisch lockern zahlreiche kleine Schwarzweiß-Zeichnungen von Gegenständen, auf die man stoßen kann, das Taschenbuch auf. Dazu kommen einige ganzseitige Illustrationen von Schlüsselszenen.

Fazit: Perdórs Untergang überzeugt dadurch, dass Nachdenken und kluge Planung erheblich zum erfolgreichen Abschluss des Abenteuers beitragen. Anders als in vielen anderen Spielbüchern wirken die Auswirkungen von Spieler-Entscheidungen selten undurchsichtig oder unvorhersehbar. Allerdings wäre in der zweiten Hälfte der Geschichte eine deutliche Entschleunigung angebracht gewesen.




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