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Im Wandel der Zeiten: Bronzezeit
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 28.01.2011, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Matt Leacock, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 20,00 €


Matt Leacock schlitterte 2009 mit Pandemie nur knapp an der Trophäe Spiel des Jahres vorbei, und die Szene war gespannt, ob er diesen Erfolg würde wiederholen können.
Und tatsächlich gelang es ihm 2010 erneut, auf die Nominierungsliste zu kommen, und zwar mit Im Wandel der Zeiten: Bronzezeit, wiederum aus dem Haue Pegasus Spiele.
Interessant ist dabei vor allem, dass dieses taktische Würfelspiel einen ganz anderen spielerischen Schwerpunkt hat als das komplexe und kooperative Pandemie.
Zunächst einmal fällt jedoch das hohe Gewicht der Packung aus, das sich vor allem daraus erklärt, dass hier nicht mit Pappe gearbeitet wird, sondern mit Holz: sieben große Würfel und vier dicke Holzplatten warten darauf, mit Regeln angesprochen zu werden.

Jeder Spieler erhält eine der Holzplatten, auf denen später gesammelte Waren markiert werden, die dazugehörigen Holzstifte und ein Blatt, das zugleich als Spielhilfe und als Ergebniszettel dient. Reihum wird nun gewürfelt und gewertet, anfangs mit drei Würfeln, die auf dem Spielblatt drei Städten entsprechen. Mögliche Ergebnisse eines Würfelwurfes sind Arbeiter oder Nahrung, die man in dieser Runde einsetzen kann, möglicherweise aber auch Waren oder Münzen. Jeder Spieler darf dreimal würfeln und dabei beliebige Würfel aussortieren und behalten oder auch wieder neu würfeln. Die einzige Ausnahme sind Totenköpfe, die man auf jeden Fall behalten muss.

Die einzelnen Würfelseiten haben verschiedene Wirkung:

  • Nahrung braucht man, um seine Städte zu ernähren. Gelingt dies nicht vollständig, muss man dafür Katastrophen-Kästchen ankreuzen, die am Ende einen Punktabzug bedeuten.

  • Mit Arbeitern kann man entweder neue Städte bauen (die dem jeweiligen Spieler mehr Würfel verschaffen) oder Monumente errichten (die am Ende Siegpunkte bringen).

  • Waren oder Münzen werden hingegen benutzt, um Errungenschaften zu kaufen, die zwar auch Siegpunkte einbringen, vor allem aber besondere Eigenschaften haben, die im Spiel helfen. Waren kann man dabei über mehrere Runden ansammeln, Münzen gehen am Ende einer Runde verloren.

  • Totenköpfe haben eine besondere Wirkung: so bekommt man zwar für jedes entsprechende Würfelergebnis zwei Waren, wird aber möglicherweise auch weitere Katastrophen hinnehmen müssen, wenn man mehr als einen Totenkopf würfelt.

Was der Spieler mit den erwürfelten Ergebnissen anstellt, bleibt ihm selbst überlassen. Die einzelnen Möglichkeiten sind gut ausgewogen und es gibt verschiedene Wege, um zum Sieg zu kommen. Baut der eine Spieler mehr Städte, um dadurch mehr Würfel zu bekommen, so setzt ein anderer Teilnehmer vielleicht auf viele Monumente, um zu gewinnen.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler fünf Errungenschaften gekauft hat oder wenn jedes zur Verfügung stehende Monument wenigstens einmal gebaut wurde. Danach kommt es zur Abschlusswertung und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Im Wandel der Zeiten: Bronzezeit ist ein rundum gelungenes Würfelspiel, das trotz der im ersten Moment nicht einfachen Regeln schnell erfasst werden kann. Dabei hilft neben der gut geschriebenen Regel auch das Spielblatt, das eine ausgezeichnete Hilfestellung zum Ablauf von Spiel und Wertung darstellt.
Trotz der Würfel als Grundlage der eigenen Handlungsmöglichkeiten ist Im Wandel der Zeiten: Bronzezeit kein Glücksspiel, sondern weist bemerkenswerte taktische Möglichkeiten auf. Durch einige geschickt eingebundene Mechanismen muss man außerdem auf die anderen Teilnehmer und ihre Aktionen achten und spielt nicht einfach sein eigenes Blatt durch, so dass es auch bis zu einem gewissen Grad Interaktion zwischen den Spielern gibt.

Fazit:
Ein weiterer Hit aus der Feder von Matt Leacock und aus dem Hause Pegasus Spiele, von meiner Seite aus eine absolute Kaufempfehlung.



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