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Revolution!
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 05.02.2011, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Philip Dubarry, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 25,95 €


Wer Spaß daran hat, einmal den Berlusconi zu machen, alle Liebhaber von Bananenrepubliken und natürlich Fans des miesen Charakters kommen bei Revolution! auf ihre Kosten. Ein von Unruhen und Intrigen gezeichnetes Land ist der Spielort, an dem die Spieler ihr eigenes Süppchen im Hintergrund kochen. Ziel ist es, verdeckt Einfluss zu sammeln, um nach der Revolution an der Spitze des neuen Staatsgebildes zu stehen. Das Ganze sollte nicht zu ernst genommen werden, wie auch die gelungene kunterbunte Spielgestaltung mit ihren zahlreichen Mafiosi-Karikaturen sofort klar macht.

Das Spiel selbst ist von zwei Mechanismen geprägt: dem verdeckten Bieten und dem Sammeln von Mehrheiten. Für Letzteres gibt es auf dem geräumigen Spielbrett sieben Orte innerhalb einer Stadt, die jeweils das Aufstellen von vier bis acht Gefolgsleuten (Holzspielfiguren) erlauben. Wer sich den Einfluss über eine Örtlichkeit sichern will, muss nur die Mehrheit an Feldern mit seinen Gefolgsleuten besetzt halten.

Schrittmacher und Schaltzentrale des Spiels ist aber der Bietmechanismus. Zu Beginn des Spiels hat jeder Spieler fünf Bietmarken (1x Zwang, 1x Erpressung und 3x Gold). In jeder Spielrunde setzen die Spieler verdeckt auf einer Biettafel ihre Marken ein, um Einfluss auf die dort abgebildeten zwölf Personen zu bekommen. In der Auswertung gewinnt aber nur der Spieler bei einer Person Einfluss, der die gewichtigsten "Argumente" hatte. Dabei gilt: Zwang ist stärker als alles andere. Danach folgt die Erpressung und am Ende der Skala liegt das Gold. Jede erfolgreiche Einflussnahme wird mit Gegenleistungen belohnt, wie z.B. Unterstützungspunkten, neuen Bietmarken aus den drei Bereichen, der Möglichkeit, Gefolgsleute einzusetzen oder Sonderaktionen (Tausch von Gefolgsleuten zwischen zwei Orten oder Ersetzen von fremden Gefolgsleuten durch eigene).

Es kommt also darauf an, den Gegner richtig einzuschätzen und gut zu bluffen. Damit man dafür nähere Anhaltspunkte hat, gibt es noch zwei kleinere Stolpersteine. In der Stadt wimmelt es von Spionen, die die Mittel der Spieler kennen. Deshalb muss jeder Spieler vor dem verdeckten Bieten seine Ressourcen (die fünf Bietmarken) offen zeigen. Außerdem kann man keine Bietmarken horten. Alle kommen nach einer Runde in die Ablage. Wer nun mit den durch erfolgreiche Einflussnahme neu erworbenen Bietmarken nicht mehr auf fünf Marken insgesamt kommt, bekommt die Differenz in Gold (Spenden). Damit sind ab der zweiten Spielrunde die Mittel deutlich unterschiedlich, die jeder Spieler einbringen kann.

Indikator für das eigene Fortkommen im Spiel ist die Punktleiste, die sich um die Stadt auf dem Spielbrett schlängelt. Jeder Spieler setzt dort seinen Unterstützungszähler um die Zahl der neu erworbenen Unterstützungspunkte nach vorne. Wenn alle Orte in der Stadt komplett mit Gefolgsleuten besetzt sind, findet die Schlusswertung statt. Für nicht mehr eingesetzte Bietmarken bekommt man dann Unterstützungspunkte sowie für die Mehrheit an Gefolgsleuten an einem Ort. Wer am Ende vorne liegt, wird neuer Chef im Land (bis zur nächsten Revolte).

Fazit: Revolution! ist ein optischer Leckerbissen, wertig gefertigt und bietet mit seinem einfachen Spielmechanismus schnell Spaß für alle, die gerne quirlige Spiele mögen. Taktikfreunde kommen nur bedingt auf ihre Kosten. Glück und Zufall spielen besonders bei vier Spielern dazu einfach eine zu große Rolle.




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