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Star Trek: Einzelschicksale
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 20.05.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Keith A. DeCandido, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 450, Erschienen: 2010, Preis: 12,80 EUR


Der verheerende Genozid, den die Borg der Förderation aufbürdeten, hinterlässt einen Scherbenhaufen. Die Völker und Rassen haben alle Hände voll zu tun, die Flüchtlinge aus dem Quadranten einzusammeln und dann auf die sowieso schon übervollen Planeten zu verteilen. Es herrscht ein Dauerausnahmezustand, den es so noch nie zuvor in der Geschichte von Star Trek gegeben hat.

Nun sind Leute gefragt, die das Heft in die Hand nehmen. Einer von ihnen ist Sonek Pran, ehemaliger Mitarbeiter des Präsidentenstabs und nun Professor. Er soll zwischen den beiden romulanischen Staaten vermitteln, so dass diese miteinander kooperieren und die Föderation dadurch entlasten.
Doch was nach einer zugegebenermaßen kniffligen, aber in diesem Genre fast schon alltäglichen Mission klingt, entpuppt sich als der Türöffner einer viel größeren Geschichte, die sich dem Leser erst nach und nach erschließt.

Pran, der mit Genen der Vulkanier, Menschen und Bajoraner gesegnet ist, zudem Banjo spielt und guten Scotch zu schätzen weiß, ist eine weitere dieser unantastbaren Star Trek Figuren und steht Präsidenten Nan Bacco in nichts nahe. Der Mann kann einfach alles, aber auch das ist der treue Leser längst gewohnt. Pran wird der Aventine zugeteilt und kommt Stück für Stück einer Verschwörung auf die Schliche, die enorme Wellen werfen wird.

Somit kann man den Roman nicht als bloßen Spin-Off der hervorragenden Destiny Serie betrachten. Er ist eine würdige Fortsetzung, da auch hier der konsequente, neue Kurs, den das Genre mit der Trilogie eingeschlagen hat, fortgesetzt wird. Das heißt konkret: Star Trek entwickelt sich weiter, wie es dies seit dem Dominion-Krieg nicht mehr getan hat.

Dabei ist der Titel des Buches eigentlich falsch gewählt, denn der Roman behandelt mitnichten Einzelschicksale, auch wenn es am Anfang so scheinen mag. Denn die eigentliche Verknüpfung der Vorkommnisse, bringt erst den Aha-Effekt, welcher in einer Pointe ganz am Ende des Buches gipfelt, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten wird.

Das Buch selbst ist durchgehen spannend geschrieben. Die einzelnen mal kurzen, mal längeren Kapitel werden stets durch "Zwischenmeldungen" unterbrochen. Diese sind beispielsweise Nachrichtenmeldungen, Verhöre oder Pressekonferenzen, welche die Geschichte auflockern und den Fokus des Lesers ein wenig zu wandeln vermögen.
Durch den Einbezug der Aventine, erfährt man mehr über Ezri Dax’ Schiff, das keinen eigenen Spin-Off bekommen hat, während sich die Geschichten der Titan und der Enterprise in ihren eigenen Serien weiterentwickeln.

Leider muss aber auch in diesem Roman ein völlig nutzloser Schicksalsschlag eines der Hauptcharaktere die Story durchbrechen, wo sie eigentlich richtig spannend wird. Wo solche Elemente in der Destiny oder der Vanguard Reihe wesentliche Elemente der Geschichte sind und den Plot tragen, so sind sie anderswo einfach nur überflüssig.

Fazit: Einzelschicksale geht den konsequenten Schritt weiter, den Destiny eingeläutet hat und setzt dem Ganzen noch die Krone auf – im positivsten Sinne. Auch wenn der Hauptcharakter Sonek Pran in seiner Perfektion einer Nan Bacco gleicht, macht diesen Makel die Geschichte mehr als wett. Der Roman ist ein 1A Space-Krimi und bringt das Genre inhaltlich, aber auch atmosphärisch um einiges weiter. Wer Destiny mochte, kommt um Einzelschicksale nicht herum, denn am Ende des Tunnels kommt ein Licht. Findet selbst heraus, ob es ein Zug ist.




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