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Mystery Rummy - Fall 2: Edgar Allan Poe - Doppelmord in der Rue Morgue
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 11.01.2011, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 7,98 EUR


Die Serie Mystery Rummy mischt zwei bekannte Elemente zu einem neuen Kartenspiel. Neben dem Basisspielmechanismus, der dem bekannten Rommé entnommen ist, wird immer ein bekannter Kriminalfall als Hintergrund hinzugenommen. Während sich der Fall eins mit Jack the Ripper befasste, widmet sich der zweite Fall Edgar Allan Poes Klassiker Doppelmord in der Rue Morgue. Damit einher geht auch die Umkehr der Ermittlungsarbeit, die die Spieler beim Spielen leisten. Ging es beim Ripper noch um die Ermittlung des Täters, ist dieser den Spielern (Detektiven) beim Doppelmord in der Rue Morgue schon bekannt. Es gilt lediglich, seine Schuld zu beweisen und ihn wenn möglich auch zu fangen.

Wer Poes Kriminalnovelle nicht kennt, der bekommt in der Spielanleitung eine kurze Einweisung in die Geschehnisse. Edgar Allan Poe schuf mit dem exzentrischen Auguste Dupin den ersten Seriendetektiv der Literatur und ließ ihn drei Fälle lösen. Der bekannteste ist der vorliegende. Dupins Arbeitsweise gleicht der des späteren Sherlock Holmes. Er arbeitet mit messerscharfer Logik. So gelingt es ihm, nur über das Studium von Zeitungsberichten, die Morde in der Rue Morgue aufzuklären (ein Orang-Utan war der Täter.)

Die Motive der 66 Karten des Spiels entstammen dieser Geschichte. Sie zeigen z.B. die beiden Opfer, Madame und Mademoiselle L’Espanaye oder aber auch Adolphe Le Bon, den die Polizei als mutmaßlichen Täter zwischenzeitlich verhaftet, weil sie ihre Ratlosigkeit verdecken will. Neben Übersichtskarten für jeden Spieler mit den wichtigsten Spielabläufen und dem Orang-Utan gibt es zwei verschiedene Sorten Karten: Hinweise, die wie beim Rommé üblich nach Farben gesammelt und als sogenannte Meldung (mindestens drei Karten) abgelegt werden können. An bereits ausliegende Meldungen kann man passende Hinweise zusätzlich anlegen und auch dafür Punkte bekommen. Die zweite Kartensorte sind die Ereigniskarten, von denen jeder Spieler eine pro Runde ausspielen kann. Sie ermöglichen Sonderaktionen, wie z.B. Kartenstapel zu durchsuchen oder Extrakarten zu ziehen, oder geben einfach nur höhere Punktesummen.
Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler abhängig von der Gesamtspieleranzahl zwischen acht und zehn Karten, die er einsehen kann. Der Rest der Karten wird verdeckt neben die Orang-Utan-Karte gelegt und stellt die Fallakte dar. Die oberste Karte dieses Stapel wird aufgedeckt und bildet den Ablagestapel, der Rue Morgue genannt wird. Die Spielziele sind das Fangen des Orang-Utans und natürlich, möglichst viele Punkte zu sammeln. Jeder Spieler hat, wenn er an der Reihe ist, drei Handlungen. Er muss eine Karte aus der Fallakte oder der Rue Morgue ziehen. Er kann Ereignisse, Meldungen oder einzelne Hinweise, die zu ausliegenden Meldungen passen, ausspielen (vor sich offen auslegen). Und er muss eine Karte in die Rue Morgue legen.
Gelingt es nun einem Spieler, vor dem Ende der Fallakte seine letzte Handkarte in der Rue Morgue abzulegen, hat er den Orang Utan gefangen. Während des Spiels sammeln sich durch verschiedene Mechanismen Karten unter der Orang-Utan-Karte an. Diese darf der erfolgreiche Detektiv durchsuchen. Alle Karte, die er noch zu seinen Gunsten auslegen könnte, darf er behalten und als zusätzliche Punkte für sich werten. Sollte erst während der zweiten Fallakte (Karten werden neu gemischt und ausgelegt), ein Spieler seine Karten komplett loswerden, ist der Orang-Utan entkommen. Es folgt bei beiden Varianten noch die normale Wertung.
Dazu zählen alle eigenen ausliegenden Karten gemäß ihres aufgedruckten Punktewertes. Hat man sich ergänzende Meldungen (die Karten zeigen dies an) ausgelegt, gibt es zusätzlich für jede Kombination zehn Punkte. Am Ende werden von der Punktesumme noch alle Werte der Karten abgezogen, die die Spieler noch auf der Hand haben. Es gewinnt der Spieler oder das Team (beim Spiel mit vier Spielern), das zuerst 100 oder mehr Punkte gesammelt hat. Daneben gibt es für fortgeschrittene Spieler noch Sonderregeln.

Die Spielanleitung glänzt durch eine stimmungsvolle Einführung in den Fall, hilfreiche und gut verständliche Beispiele und am Ende sogar mit taktischen Tipps. Am Design und der Wertigkeit der robusten Karten und der Spielbox gibt es ebenfalls nichts auszusetzen.

Fazit: Insgesamt ist die Mystery Rummy-Reihe mit jedem Fall ein Empfehlung wert. Sie ist stimmungsvoll designed, schnell und einfach im Spiel und macht bereits mit zwei Spielern richtig Spaß. Durch die taktischen Elemente ergeben sich zudem immer wieder neue Spielsituationen, was den Wiederspielwert enorm erhöht. Literaturfreunde können sich zudem über die Zitate aus Poes Krimi auf den Karten freuen.




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