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Unheimlich Asiatisch Lovecraftian Horror #2
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 18.12.2010, Serie: Comics, Autor(en): Fechner u.a., Verlag: Keine Angabe, Seiten: 40, Erschienen: 2010, Preis: 4,- €


Die "Unheimlich"-Serie des Edition 52-Verlags ist ein Wechselbad der Gefühle. Wo die ersten Bände astreinen Horror Lovecrafts liefern, geht dieser in letzter Zeit völlig verloren. Kann der zweite Sonderband endlich wieder Altbewährtes liefern oder müssen wir uns schlussendlich von der Serie verabschieden?

Optisch kann das Heft von außen mal wieder überzeugen - eine sehr düstere Gestaltung des Umschlags und des Innenteils des Covers lassen Gutes vermuten. Also gleich rein in die erste Geschichte "Der Tod kommt auf einem Fuß" von Till Felix.

Die Geschichte erzählt sehr geradlinig wie eine Schneckenplage monströse Ausmaße annimmt. Die knappe Bemessung von sechs Seiten gibt dann auch nicht mehr her, als ein mehr oder weniger amüsantes Ende. Die Zeichnungen erinnern an die Frühzeit der Comickultur, treffen den Manga-Stil aber recht gut.

"Insel der Heilung" von Wittek und Taucke ist das mäßige Highlight des Bandes. Ein in den Bergen Asiens gestrandeter Wanderer muss in einem Unterschlupf in grausames Ritual über sich ergehen lassen. Wo das Ende eher dürftig ist, sind die Zeichnungen an den alten chinesischen Pinselstil angelehnt und stilistisch einwandfrei. Auch hier kann sich auf sieben Seiten leider nur sehr mäßig ein Spannungsbogen aufbauen.

"Das Puzzle" von Mende und Fechner überzeugt leider auch nur durch die sehr manga-esken Illustrationen. Die Geschichte ist dermaßen deutlich von "Hellraiser" geklaut, dass man sich fast schon fremdschämen möchte. Lovecraft’sche Motive sind hier leider auch Fehlanzeige, daran ändert auch ein lieblos hingeworfenes Zitat des Altmeisters am Ende nichts.

"Oni" von Dietz und Mende bildet den pulpigen Abschluss des Heftchens. Die völlige Überzogenheit der Charaktere ist sicherlich gewollt, die Idee einer Dämonenjagd auch gar nicht mal verkehrt, aber auch hier zollt die geringe Seitenanzahl ihren Tribut. Das Ende kommt allzu schnell und fällt daher auch nur allzu einfach aus. Zu allem Überfluss ist auch noch eine Fortsetzung geplant, in einer Comic-Serie, in der es an Fortsetzungsversprechen nun wirklich nicht mangelt. Optisch passen die kantigen Grafiken jedoch ganz gut zum Pulpstil.

Was soll man dazu noch sagen? Die "Unheimlich"-Serie ist sicherlich eine nette Alternative für junge Leser, die keinen außerordentlichen Anspruch in Sachen Tiefe und Beständigkeit der Geschichten legen. Leider lassen die Hefte immer mehr erwarten, als sie letztendlich zu leisten bereit sind. Die Homage an das Manga-Genre mag hier und da gelingen, die an Lovecraft, und das muss man hier einfach immer wieder betonen, gelingt in keiner Weise und verkommt so zum vermutlichen Werbegag.

Fazit: Für mich hat die Serie ihren anfänglichen Reiz verloren. Auf den Altmeister wird man hier sicherlich noch weiter hoffen dürfen, auch wenn er niemals mehr kommt. Adieu "Unheimlich", das war’s für mich.




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