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Junx - Die Schatten Dresdens
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 29.09.2010, Serie: Belletristik, Autor(en): Riswann Hassen, Verlag: Books on Demand, Seiten: 312, Erschienen: 2010, Preis: 19,95 €


Das Rollenspiel Shadowrun wird mittlerweile in der vierten Edition von Pegasus produziert und die Übersetzungen der Romane und die Romane deutscher Autoren wieder bei Heyne veröffentlicht. Umso überraschter war ich, als ich Werbung für einen neuen Shadowrun-Roman auf einer sozialen Netzwerkseite gesehen habe, die nicht von Heyne kam. Der Autor selbst, Riswan Hassen, hatte diese Werbung geschaltet und schnell war eine Ausgabe organisiert.

Der Autor ist ist gebürtiger Dresdener und schon versteht man auch, wieso sein Erstlingswerk in eben jener Stadt spielt. Junx – Die Schatten Dresdens heißt das gute Stück und entführt den Leser in das Dresden des Jahres 2063.
Dieser Shadowrun-Roman ist nicht von Heyne produziert worden und nur über Books on Demand aus Norderstedt und natürlich dem Autoren selbst zu bekommen. Dementsprechend ist er natürlich auch optisch anders aufgemacht, als man es von Shadowrun-Romanen sonst kennt; kein Bild auf dem Cover, nur der Titel mit Untertitel.
Die Klebebindung ist stabil und auseinander fallen wird das gute Stück so schnell nicht. Auch im Buch, erinnert storytechnisch alles an einen Shadowrun-Roman. Es gibt ein Inhaltsverzeichnis, jedes Kapitel hat eine eigene Überschrift, die man immer neben der Seitenzahl in der unteren Ecke der Seiten findet. Soviel Mühe macht sich wohl nur ein unabhängiger Autor. Am Ende des Buches gibt es ein ausführliches Glossar, das Lesern hilft, die von Shadowrun so gar keine Ahnung haben, denn es wird wirklich vieles in einfachen Worten erklärt.

Kommen wir zum Inhalt. Der Protagonist des Buches ist der ausgebrannte Magier Junx. Junx war bis vor zwei Jahren ein Angestellter von Proteus und lebte ein relativ sicheres und behütetes Leben als Sicherheits- und Verhörmagier. Nach einem Einbruch in die Forschungsanlage, in der Junx, damals natürlich noch nicht mit diesem Straßennamen, als Sicherheitsmann arbeitete, verliert er nicht nur seinen Job sondern auch seine Magiefähigkeit. Mittels einer Droge kann er zwar auf der einen Seite problemlos zaubern, auf der anderen Seite braucht er die Droge aber auch, um überhaupt klarzukommen.
Nach der Vorgeschichte erleben wir Junx ersten Arbeitstag in den Schatten. Der letzte Schuss liegt zwar noch nicht lange zurück, aber der Entzug meldet sich und so freut sich Junx über einen einfachen Auftrag und damit verbunden leicht verdientes Geld. Junx und sein Team, ein zwergischer Rigger, ein Adept und ein Streetsam, erledigen den ersten Auftrag weniger elegant, ziehen aber im Anschluss mehrere Aufträge desselben Schmidts in den Dresdener Schatten an Land und werden dabei immer besser. Natürlich bleibt es nicht dabei, auf gute folgen immer schlechte Tage. Außerdem holt auch die Vergangenheit Junx bald ein, denn nicht nur Proteus hat noch eine Rechnung mit ihm offen, von der Junx nichts weiß, auch seine sadistische Ader wurde lange nicht gestillt.

Die Story um einen ausgebrannten Magier ist interessant und irgendwie leidet man mit dem armen Junx mit, bis er ausflippt und sein wahres Wesen offenbart. Die Droge, die ihm seine Magie zurückbringt ist etwas zu weit hergeholt, aber in der Shadowrun-Welt nicht unmöglich. Am meisten überzeugt mich aber die Beschreibung der Dresdener Schatten. Hier erkennt man viel Liebe zum Detail, eine Begabung fürs Beschreiben und viel Wissen über die Stadt.
Die Protagonisten und die Antagonisten sind dabei ebenso gelungen. Alle machen eine Entwicklung durch und nicht nur gibt es den einen oder anderen Gag, sondern auch wirklich überraschende Wendungen, die das Buch bis zum letzten Buchstaben lesenswert machen. Einen Haken gibt es aber dennoch. Die erste Auflage ist noch voller Fehler - Kommafehler, Rechtschreibfehler und auch Grammatikfehler sind recht leicht zu finden. Ein Lektorat ist teuer, das ist klar, aber ein oder zwei Freunde zum Korrekturlesen hätten sich vorher sicher finden lassen und dadurch wäre sicher auch der eine oder andere Fehler gefunden worden. Es ist aber nun einmal ein Erstlingswerk und noch dazu ein Print-on-demand-Buch, da kann und sollte man über solche Fehler hinwegsehen.

Fazit:
Junx – Die Schatten Dresdens ist ein guter Shadowrun-Roman. Als Erstlingswerk überzeugt das Buch vor allem mit den unterschiedlichen Anta- und Protagonisten, den Wendungen und den gelungenen Beschreibungen der Dresdener Schatten. Spannung bleibt bis zum Ende und auch die Fehler, die so ein Buch ohne Lektorat mit sich bringen, sind nicht so schlimm, als dass man dieses Buch nicht trotzdem empfehlen kann.




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