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Arkham Horror: Innsmouth Horror Erweiterung
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 15.09.2010, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 39,95 €


Innsmouth, eine Stadt wie ein Gemälde, ruhige Wasser, Sonnenschein, freundliche Leute auf den sauberen, auslandenden Straßenzügen … ja, das alles ist Innsmouth nicht. Willkommen beim Abschaum des cthuloiden Universums, willkommen bei den Fischwesen, willkommen in Innsmouth.

Die dritte große Bretterweiterung des Erfolgsbrettspiels Arkham Horror wartet mit einem Klassiker des Lovecraft-County auf und Fans werden erleichtert aufatmen - es wurde ja auch langsam mal Zeit, dass die fiktive Stadt Neuenglands ihrem Umsetzung findet. Dabei darf vorneweg gesagt werden: Innsmouth bringt nur wenige neue Mechanismen, aber richtig viel Flair.

Erst einmal die wichtigen Eckdaten: Ein neues Brett, 13 neue Orte, 16 neue Ermittler, acht neue Große Alte, zwei neue Vorboten, 32 neue Monster und reichlich Marker und Karten – die Erweiterung bringt mächtig Material an den Spieltisch und das hat es in sich. Auf die neuen Götter und Ermittler soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden, das würde den Platz sprengen. Man sollte aber kurz erwähnen, dass die die Charaktere eine wirkliche Bereicherung sind und die Großen Alten noch tödlicher. Die Bekanntesten unter ihnen sollten wohl Nyogtha und Chaugnar Faugn sein. Jeder der Götter bringt neue Effekte wie Karten oder Ausgeburten mit sich, die das Spiel ungemein bereichern, wenn auch sehr rasant Richtung Wahnsinn treiben.

Die Ortschaften auf dem Brett weisen einige Besonderheiten auf. Zum einen wird das Wasserelement eingeführt, d.h. einige Orte wie das Teufelsriff oder das verfluchte Y’ha-nthlei können nur per Boot erreicht werden. Wird man in Innsmouth verhaftet, kommt man in das dortige Gefängnis und nicht nach Arkham. Dies führt dazu, dass man nicht automatisch in der nächsten Runde frei kommt, sondern dass man ausbrechen muss. Charaktere in der Knochensägergasse können bei diesem Coup unterstützen.
Des Weiteren wird im Küstenstädtchen der Ausnahmezustand ausgerufen, wenn die Verderbenleiste des Großen Alten zur Hälfte gefüllt ist. Beendet man nun seine Bewegung in Innsmouth, muss man meistens eine Schleichenprobe mit dem Ortsmodifikator durchführen oder man kommt in den Knast. Na dann mal schönen Ausbruch.
Aber was wäre dieser beschauliche Luftkurort denn ohne Tiefe Wesen? Ein Teil des Bretts wird durch eine neue Leiste eingenommen. Auf dieser kann man auf der einen Seite sechs Fischmarker, auf der anderen sechs Hinweismarker platzieren. Ist die Fischleiste voll, erheben sich die Tiefen Wesen und mit ihnen der Große Alte. Durch sechs Hinweismarker wird wiederum eine FBI Razzia ausgelöst, die Fischleiste geleert und der Spaß geht von neuem los. Um dies zu tun muss man in Innsmouth in den unterschiedlichen Stadtvierteln Hinweismarker ausgeben. Die Fischleiste füllt sich unter anderem dadurch, dass sich Monster in die bereits bekannten Mahlstrom Felder bewegen.

Apropos Monster, natürlich darf es auch an ihnen nicht mangeln und wie es sich für die Stadt gehört wird es fischig. Tiefe Wesen oder deren Hybriden geben sich die Klinke in die Flosse. Eine neue Bewegungsart über Wasser sorgt für weitere freche Angriffe von der See. Dies kann auch in Arkham selbst passieren, denn die "Unerforschte Insel" und der "Binnenhafen" sind jetzt Wasserfelder.

Als Letztes sollen noch zwei optionale Varianten erwähnt werden. Vater Dagon und Mutter Hydra ermöglichen eine weitere Vorbotenvariante, welche bereits vor einer Weile eingeführt wurde.
Wesentlich stilvoller sind jedoch die eigenen Agendas, welche für alle bisher erschienenen Charaktere beiliegen. Somit muss jeder Spieler versuchen ein bestimmtes Ziel zu erreichen, was einen positiven Effekt für ihn oder die Gruppe auslöst. Natürlich kann dies auch in die Hose gehen.

Grafisch und handwerklich spielt das Spiel wie immer ganz vorne mit. Alles ist hervorragend verarbeitet und optisch eine Augenweide.

Fazit: Für mich persönlich geht mit dieser Erweiterung ein Wunsch in Erfüllung. Kaum eine Stadt verkörpert die Verfallenheit lovecraft’schem Horror besser als Innsmouth. Dabei gelingt der Einstieg äußerst schnell, da sich die Neuerungen in Grenzen halten. Dafür überzeugt die Erweiterung mit purem Flair. Für Fans ein echter Pflichtkauf!




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