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B.U.A.P. 1: Hohle Erde
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 05.09.2010, Serie: Comics, Autor(en): Mike Mignola, John Arcudi, Christopher Golden, Ryan Sook, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 136, Erschienen: 2005, Preis: 18,- €


"Na toll, jetzt spricht der Homunkulus auch noch mit deutschem Akzent!"

Als Hellboy nach Sieger Wurm die Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen (kurz B.U.A.P.) verlassen hat, hinterließ er ein Loch. Liz Sherman zog sich in ein Kloster zurück, Roger muss mit der Tatsache fertig werden, dass ihn die Behörde hochjagen wollte und Abe, ja, Abe vermisst einfach einen guten Freund.
Dieses emotionale Loch kann sicherlich kein Charakter füllen, die Manpower hingegen soll ein Deutscher aufwerten – Johann Kraus. Der ist ein Medium, das bei einem Unfall zwischen den Welten gefangen wurde, nun nur in Form von Ektoplasma existiert und somit auf einen speziellen Anzug angewiesen ist. Im Gegensatz zu seinem Äquivalent in Golden Army kommt er wesentlich sympathischer daher, sieht dafür aber um so ulkiger aus.
Er hat jedoch kaum Zeit sich an seinen neuen Arbeitsplatz zu gewöhnen, denn ein metaphysisches Unglück erschüttert das Kloster, in dem Liz Sherman weilt. Dabei wird ihre Seele gefangen, um ihre flammende Energie zu katalysieren. Das neue Einsatzteam der B.U.A.P. hat seinen ersten Auftrag, und der führt unter die Erde.

Nach der Hauptgeschichte, die gut die Hälfte des schwarz-weißen Hardcoverbandes ausmacht, wird das Buch durch Teaser und Kurgeschichten unterschiedlicher Zeichner ergänzt. Den Anfang machen drei Seiten im Querformat zur "Entstehung" von Johann Kraus.
Es folgt mit Der Killer in meinem Kopf ein weiteres Highlight mit dem Auftritt des 30er-Jahre-Helden "Lobster Johnson", der sich in pulpiger Tradition einem Fall annimmt, der den mysteriösen Tod einiger Wissenschaftler betrifft – kurz und knackig, feinster Pulp, mehr davon!
Abe Sapiens versus Wissenschaft greift die Leere in den verbliebenen Mitgliedern der B.U.A.P. erneut auf und verbindet Abes Schicksal mit dem von Roger. Beide wurden von der B.U.A.P. als Experimentierobjekte betrachtet, bis sie von Hellboy bzw. Abe gerettet wurden. Die Story verdeutlicht die Kluft, die sich zwischen der Behörde und ihrem Außenteam mittlerweile gebildet hat.
Den Abschluss des Bandes bildet Die Trommeln der Toten. Abe Sapiens bekommt seine erste eigene Geschichte und muss mysteriöse Umstände auf See untersuchen. Auf einer Transatlantik-Seeroute werden Matrosen immer wieder besessen und stürzen sich dann ins Meer, wo sie von Haien gefressen werden. Die Story ist relativ geradlinig und gut durchdacht, einzig die Zeichnungen sind doch arg gewöhnungsbedürftig, wenn man Mignolas Stil gewohnt ist.

Grafisch räumt Mignola der B.U.A.P. wesentlich mehr Freiraum ein, als es bei den Hellboy-Bänden der Fall ist. Der überwiegende Teil der Geschichten wurden von anderen Zeichnern gestaltet. Wo dieser Unterscheid bei der ersten Geschichte kaum auffällt, wird er bei der letzten mehr als deutlich. Ob man dies mag oder nicht, muss man für sich selbst entscheiden.
Die handwerkliche Ausarbeitung ist, wie man es vom Verlag gewohnt ist, wie immer einwandfrei – saubere Bindung, astreiner Druck, feines Hardcover – liest man gerne, hält man gerne in der Hand und sieht auch gut im Schrank aus.

Fazit: Hohle Erde ist der erst Band einer neuen Serie um die B.U.A.P., die ohne Hellboy auskommen muss. Dies räumt den Nebencharakteren mehr Freiraum ein, was das Flair ungemein erhöht. Leider fehlen die bissigen Kommentare Hellboys doch sehr, auch wenn Abe sich Mühe gibt. Ich finde den Auftakt durchaus gelungen, auch wenn mir der Zeichner der letzten Geschichte überhaupt nicht behagt. Aber alleine Johann Kraus ist schon ein Griff zum ersten Band wert. Wir sind gespannt, wie es weiter geht.




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