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Star Trek - Mehr als die Summe
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 04.04.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Christopher L. Bennett, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 329, Erschienen: 2010, Preis: 12,80 Eur


In der Next-Generation-Reihe von Cross Cult, erfuhr der Leser bisher in vier Bänden vor allem eines: Borg sind keine schwedischen Beistelltische und vor allem wesentlich gefährlicher als Retortenmöbel. Sie sind wieder da, aggressiver, größer, gefährlicher, und die Föderation muss sich immer neue Tricks einfallen lassen, um die Space-Zombies in ihren Quadranten zurück zu treiben. Dabei muss man sich allerdings ernsthaft fragen, ob es dem Autor gelingt, eine altbekannte und viel beschriebene Bedrohung so zu gestalten, dass sie nicht zu einer drögen Endlosschleife wird. Wir werden sehen.

Die "Rhea" ist auf einer Forschungsmission, wie sie öder kaum sein könnte. Es gilt graphitreiche Kohlenstoffplaneten zu untersuchen. Das bietet für die junge Vulkanierin T’Ryssa reichlich Möglichkeiten ihren Zynismus auszuleben. Moment, Vulkanier und Zynismus? Korrekt, denn diese Version wuchs bei ihrer menschlichen Mutter auf und will von ihrem emotionslosen Erbe eigentlich recht wenig wissen.
Als die Mannschaft aber auf einem der Planeten Wesen entdeckt, die wie Engel aus Knetmasse aussehen und kurz danach auch noch einem Borg-Angriff zum Opfer fallen, geraten die Dinge außer Kontrolle. Und wenn irgendwo Borg auftauchen, ist Chefinquisitor Picard natürlich auch nicht fern. Die Situation wird umso interessanter, als die verloren geglaubte "Einstein" wieder auftaucht und prompt "Frankenstein" getauft wird, da sie, sagen wir, leicht modifiziert daher kommt. "Zombifiziert" wäre aber auch eine passende Beschreibung.

Die Next Generation-Romanreihe ist ein Hoch und Tief. An dieser Stelle darf jedoch gesagt werden, dass Mehr als die Summe zu den besseren Vertretern der Serie gehört. Dafür sorgt vor allem eine dritte Partei, die in den Borg-Konflikt eingreift, ohne wirklich zu verstehen, was sie da eigentlich tut.
Außerdem stößt oben erwähnte Vulkanierin zur "Enterprise"-Crew und bringt ein wenig Schwung in den Kahn, der sich ab und an mal wieder in die eigenen, privaten Gefühlsquerelen verstrickt. Dies ist typisch für die Reihe, kommt aber meist zum unglücklichsten Zeitpunkt. So fragt man sich als Leser an der ein oder anderen Stelle, warum hierdurch die Geschichte entschleunigt wird. Doch als im letzten Drittel der Wagen einmal richtig rollt, ist er nicht mehr zu stoppen und Star Trek kann seine Stärken voll zur Geltung kommen lassen.

Bei der Verarbeitung kann man wie immer nicht meckern. Zwar bietet der Roman keine grafischen Spielereien, wie etwa der erst Band der Vanguard-Reihe, dafür überzeugt er durch ein ordentliches Lektorat, saubere Erzählweise, kleine Hintergrund-Extras im Anschluss und durch eines der schönsten Cover der Serie. Das Buch ist zwar Teil eines größeren Metaplots, kann dennoch ohne Vorwissen gelesen werden, da relevante Geschehnisse im Text nochmals aufgearbeitet werden.

Fazit: Next Generation ist Next Generation ist Next Generation – will heißen: Der Roman bietet gutes Altbewährtes bringt aber auch den bekannten Klecks Space Opera mit sich, den man eben mag oder nicht. Dennoch liefert der Roman genug Neues, um nicht zum drögen Selbstläufer zu werden. Für Fans gebe ich hier eine klare Kaufempfehlung.




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