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Star Trek - Die Götter der Macht
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 13.08.2010, Serie: Belletristik, Autor(en): David Mack, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 419, Erschienen: 2010, Preis: 12,80 Euro


Der Verlag Cross Cult hat sich neben den Comics mittlerweile auch einen Namen mit seinen Romanen gemacht, vor allem aus dem Star Trek-Genre. Nach Übersetzungen der hervorragenden Vanguard-Reihe und der Serie um Rikers Schiff Titan wagt sich der Verlag nun an einen Epos, der alles in den Schatten stellen soll. Die verlagseigene Kreatur Hellboy würde wohl sagen: "Große Worte für einen Kerl ohne Hosen." Dem gehen wir auf dem Grund.

Als erstes fällt dem Leser ein Name auf – David Mack. Der Autor steht für Qualität und vor allem auch für das Beschreiten unbekannter und ungewohnter Wege. Was er hier in die Hand nimmt, sind die Borg. Schon wieder die Borg? Fällt denen denn nichts Neues ein? Korrekt, schon wieder die Borg, aber von Grund auf anders. Rein in die Geschichte.

Der Roman dreht sich im Wesentlichen um vier Föderationsschiffe in zwei verschiedenen Zeitsträngen. Dazu zählen natürlich die Enterprise unter Picard, die Titan unter Riker, die Aventine unter Dax und die Columbia unter Hernandez. Letztere gilt im 24. Jahrhundert als verschollen, doch die Aventine findet ihr Wrack weit entfernt von dem Punkt, an dem sie sich eigentlich befinden sollte. Eine solch weite Strecke mit seinerzeitiger, "primitiver" Technik zurückzulegen, ist nicht vorzustellen. Also machen sich die Wissenschaftler unter Ezri Dax daran, dem Schiff und seiner Geschichte auf den Grund zu gehen.
Währenddessen hat die Föderation anderswo ernstere Probleme. Die Borg sind wieder da und diesmal wird’s persönlich. Denn anders als bisher wird nicht mehr assimiliert, sondern gnadenlos abgeschlachtet. Die Föderation ist im Krieg mit einem Gegner, gegen den sie nicht gewinnen kann. Wenn Völker sterben, bricht eine Zeit für Helden an - aber auch für Vollidioten.

Im 22. Jahrhundert trifft die Columbia arg mitgenommen auf einen Planeten, der so gar nichts von sich Preis geben möchte. Doch schnell wird deutlich, dass diese Verschwiegenheit nicht von ungefähr kommt. Dem Außenteam eröffnet sich eine Welt voller Wunder, deren Ende bereits vorbestimmt ist.

David Mack hat nichts verlernt – er bewies früher schon immer ein Händchen für außergewöhnliche Situationen. Ihm gelang es Star Trek in all dem öden Alltagssumpf wieder spannend zu machen und Neues zu schaffen, wo doch eigentlich schon alles erzählt schien. Es schaffte es mit Vanguard und es gelingt ihm auch mit Destiny.
Der Roman hält von Anfang bis zum Ende die Spannung hoch. Der Sprung zwischen den Schiffen und vor allem zwischen den Zeitschienen sorgt für Kurzweiligkeit. Besonders die Tatsache, dass der Anfang des Buches sofort verrät, wie die Geschichte ausgeht, schürt das Verlangen des Lesers, die Umstände zu erfahren. Und er soll nicht enttäuscht werden. Je näher das Ende kommt, desto mehr wünscht man sich, es möge nie aufhören.

Fazit: Götter der Macht stellt einen gelungenen Auftakt der neuen Serie dar. Das Who ist Who des Genres gibt sich ein Stelldichein und tritt seiner ultimativen Vernichtung gegenüber. Welche Reihe kann schon von sich sagen von einem Bild inspiriert worden zu sein und wo bitte kann man sich bei dem Maler bedanken? Wer Star Trek neu erleben will, wer die ausgetretenen Pfade satt hat, sollte beherzt zugreifen – Kaufbefehl!




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