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Hellboy 10 - Die Wilde Jagd
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 05.08.2010, Serie: Comics, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 210, Erschienen: 2010, Preis: 22,00 Euro


Wenn alter Adel zur Jagd bläst, darf man nicht fern bleiben – schon gar nicht, wenn es gegen Riesen geht und erst recht nicht, wenn Hellboys Vater selbst einmal Gast jener obskuren Gesellschaft war, deren Jagdvorsteher eine Hirschmaske trägt.
Doch was im Lodenmantel beginnt, wird schnell zu einer bitteren Erkenntnis – Hellboy hat sich nicht mehr im Griff. Und damit meinen wir an dieser Stelle nicht das "ich vermöble den Hexer, weil ich sein Gesabbel nicht mehr hören kann", sondern die selbsterhaltende Kontrolle, die letztendlich zum Untergang der Menschheit führen wird.
Denn eben jene ist Hellboys Schicksal. Jeder Widersacher trichtert es ihm immer wieder ein: Du wirst die Menschheit vernichten, den Thron Deines Vaters erben, seine Krone tragen. Doch es gibt noch eine andere Wahrheit, denn wo ein Vater ist, ist auch eine Mutter, und auch sie trug eine Krone…

Der zehnte Band ist ein Vorbote für große Dinge, die sich anbahnen, zerstörerische Dinge, apokalyptische Dinge. Mal wieder wird unser roter Held in Versuchung gebracht, doch schnell wird klar, dass er keine Wahl hat. Denn egal, wie er sich entscheidet, die Verdammnis wird kommen. Dabei hält sich Mignola nicht mehr mit Kurzgeschichten auf, auch wenn er hier mal wieder eine ganz knappe Erzählung aus einem vorhergehenden Band als Zünglein an der Wage nimmt, welches das Schicksal der Welt bedeutet. Diese Kunst, Geschichten zu etwas Größerem zu verweben, kennzeichnet die Klasse dieser Serie.

Grafisch wird Hellboy ein zweites Mal von Duncan Fegredo gezeichnet, dessen Formen zwar ein wenig weicher sind, aber dennoch sehr nah an Mignolas holzschnittartigem Design liegen. Der Klecks Farbe, den die Serie vor kurzem bekommen hat, tut dem Comic gut und führt zu wundervollen, wenn auch harten Schnitten zwischen dunkler Unterwelt und saftig grünen Irlandwiesen.

Fazit: Hellboy ist auf dem Weg in die Schlacht zu ziehen und diese wird bitter. Auf dem Weg dorthin ringt er mit sich selbst, wo er doch eigentlich keine Wahl hat. Er wird eine Krone tragen, komme es wie es wolle. Dem Leser wird schnell klar, dass er Teil etwas Großem, ja sogar etwas Großartigem ist. Lasst die Schlacht kommen, wir stehen bereit.




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