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Aliens Nekopolis
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 02.11.2010, Serie: Comics, Autor(en): John Arcudi, Zach Howard, Mark Irwin, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 104, Erschienen: 2010, Preis: 14,80 Eur


Ridley Scott hat 1979, als er den ersten Film der Alien-Reihe drehte, wohl kaum damit gerechnet, dass das unappetitliche Wesen auch nach mehr als dreißig Jahren noch immer so präsent sein würde.
Neben sechs Filmen (wenn man die beiden Aliens vs. Predator dazu rechnet) und einer ganzen Reihe von Romanen und Computerspielen gehören auch Comics schon seit Längerem dazu. Das neuste Exemplar trägt den Titel Aliens - Nekropolis.

Nach einem auf der Erde spielenden Prolog (in dem von einem Angriff der Aliens auf unseren Planeten die Rede ist, von dem ich persönlich noch nie gehört habe, der also vermutlich in einem der früheren Comics oder Romane passiert) verlagert sich die Handlung auf den gerade erst entdeckten Planeten Chione, auf dem eine Gruppe von Glücksrittern angeblich Spuren einer außerirdischen Zivilisation gefunden hat.
Das Forschungschiff "Vidar C-24" begibt sich daraufhin nach Chione, um den Planeten zu untersuchen. Doch was die Wissenschaftler dort entdecken, ist etwas ganz anderes, als sie erwartet haben. Und so mancher Mensch wird diese Entdeckung mit dem Leben bezahlen.

Aliens - Nekropolis ist ein wilder Parforceritt durch verschiedene Genres und begnügt sich nicht einfach damit, die altbekannten Alienklischees aufzuwärmen. Dazu gehört beispielsweise eine geheimnisvolle außerirdische Stadt, die in ihrer Darstellung an klassische Werke von H.P. Lovecraft erinnert, oder ein Android, der Gefühle und Träume entwickelt.
Die Handlung verläuft dabei nicht geradlinig, sondern wechselt öfter die Perspektive. Auch die Zeitebenen ändern sich, so dass man nicht immer sicher sein kann, ob das, was man bereits gelesen hat, auf der nächsten Seite nicht doch erst passieren wird.
Die Geschichte wird gewürzt mit viel Blut, zerfetzten Leibern und platzenden Aliens in dynamischen Zeichnungen. Alles in allem sicher keine Graphic Novel, die ich einem Jugendlichen in die Finger geben würde. Das auf dem Backcover angegebene "empfohlene Lesealter" von 16+ kann ich daher nur unterschreiben.
Die Farbpalette ist generell eher düster gehalten, entwickelt sich aber auch zu satten Farben, wenn es nötig ist.

Fazit:
Aliens - Nekropolis bietet eine mitreißende Geschichte in dynamischen Bildern, die sogar einen Abschluss findet... irgendwie. Denn leider dürften beim Leser nach dem Ende des Bandes noch viele Fragen offen bleiben. Diese betreffen unter anderem die Natur der geheimnisvollen Stadt auf Chione und ihre Verbindung zu den Aliens, aber auch viele andere Aspekte der Handlung. Der vorliegende Band macht den Eindruck eines ersten Teils, und ich kann nur hoffen, dass ein zweiter Teil irgendwann die hier aufgebauten Geheimnisse klärt.




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