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Pony Express
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 08.08.2010, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): , Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 34,95 Eur


In Pony Express schlüpfen die Spieler in die Rolle der wilden Reiter des gleichnamigen legendären Postdienstes und galoppieren um die Wette von St. Joseph, Missouri, nach Sacramento in Kalifornien. Das Brettspiel kombiniert dabei Pokerelemente mit körperlicher Geschicklichkeit.

Um die 33 Felder als erster hinter sich zu bringen, muss mit fünf Pokerwürfeln geworfen werden. Das Ergebnis sieht der Spieler erst geheim ein und entscheidet dann, ob er es so lassen will oder er gegen Einsatz von Goldnuggets, von denen jeder Spieler zu Beginn drei besitzt, bis zu vier Würfel noch einmal würfeln möchte. In letzterem Fall müssen entweder die neu geworfenen Würfel oder wahlweise die restlichen offen gezeigt werden. Eine Tabelle zeigt, welche geworfene Kombination den Reiter wie viele Felder auf seinem Weg nach vorne bringt. Ein Pärchen ist z.B. nur ein Feld wert, während ein Full House vier und der Fünfling sogar sieben Felder bringt. Der Spieler hat zudem die Möglichkeit, seinen Wurf wahrheitsgemäß zu nennen oder zu bluffen. Seine Mitspieler können bei Zweifeln aber volle Würfeleinsicht verlangen. Wurde geblufft, können alle, die zu den Beschuldigern gehört haben, die Anzahl an Felder vorrücken, die die angesagte Kombination wert gewesen ist. Wurde aber die Wahrheit gesagt, kommen die Beschuldiger ins Gefängnis, was praktisch einer Runde aussetzen gleichkommt.
Das Pokerelement taucht in dem Spiel auch beim Auslosen des Startspielers auf und wenn drei Spieler auf einem Feld stehen. Alle drei würfeln dann gegeneinander. Der Siegerwurf bekommt jeweils zwei Nuggets von den anderen Kombattanten.
Körperliche Geschicklichkeit ist an zwei Stellen gefragt: Fast alle Wegfelder verlangen Aktionen. Zeltsymbole bedeuten beispielsweise einen Indianerüberfall. Dazu werden im Indianerdorf in der linken unteren Ecke des Spielfelds drei Indianerfiguren aufgestellt. Aus der diagonal gegenüber liegenden Ecke des Spielbretts wird dann mit einem Würfel nach ihnen gerollt. Für jeden getroffenen Indianer gibt es ein Nugget von der Bank. Für jeden, der noch steht, muss der Spieler seine Spielfigur ein Feld zurücksetzen.
Ähnlich werden Duelle zwischen zwei Ponyexpressreitern ausgetragen, die auf dem gleichen Feld stehen. Nur wird dann von links oben nach rechts unten und umgekehrt auf dem Spielbrett mit Würfeln "geschossen", zudem haben die Reiter jeweils maximal drei Versuche. Gibt es einen Verlierer, muss der die aufgerundete Hälfte seiner Goldnuggets an den Sieger abtreten.
Daneben gibt es noch weitere Feinheiten, die das Wettrennen der Reiter noch spannender machen. An Bahnhöfen kann man mit Zügen fahren, man kann Goldminen finden, muss in einen Saloon einkehren oder eine Ereigniskarte ziehen, die z.B. für Duelle Vorteile bringen. Ansonsten ist allen Aktionen gemein, dass sie entweder mit Nugget- oder mit Felderverlust oder -gewinn zu tun haben.
Sobald der erste Spieler Sakramento erreicht, setzt er pro Runde nur noch einen Schritt, von einer der abgebildeten Postkisten zur nächsten. Erreicht er die dritte Kiste, ist er Sieger. Sollte während des Kistenhoppings aber noch ein Spieler Sacramento erreichen, kommt es zum finalen Duell zwischen den beiden.
Die oft unerwarteten Wendungen im Spiel, die Duelle und die Möglichkeit zu bluffen machen Ponyexpress interessant und ein bisschen verrückt. Die Gestaltung des Spiels steht dem in nichts nach. Karikaturen beherrschen die Aufmachung der Box und finden sich im Stil des Spielbrettes ebenfalls wieder. Man sollte die Sache eben nicht so ernst nehmen.

Fazit: Ponyexpress ist ein gelungenes, stimmiges Brettspiel, das mit einigen ungewöhnlichen Verknüpfungen von bekannten Spielmechanismen aufwarten kann. Als Abwechslung zu anderen Spielen ist es deshalb gut geeignet und bietet dank seiner nie gleichen Lösungswege auch einen hohen Spielwert.




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