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Anathema: Kreaturen
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 23.08.2010, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Ross Watson, Matt Bradbury, Michael Römer, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 164, Erschienen: 2010, Preis: 34,95 €


Während sich in der Alten Welt von Warhammer Fantasy langsam aber sicher die symbolträchtigen Würfel durchsetzen, läuft Schattenjäger weiterhin auf dem gut etablierten Prozentsystem. Der Erfolg gibt ihnen anscheinend Recht. Während D&D 4 in Deutschland gescheitert ist, weil es den Deutschen wohl zu kampflastig und zu tabletopartig war, setzt sich das kampflastige Rollenspiel zum Warhammer 40.000-Tabletop in unserem Lande erfolgreich durch. Irgendetwas macht Fantasy Flight Games offenbar richtig.

Die fleißig übersetzende Truppe von Feder und Schwert hat nun mit Anathema: Kreaturen das Quellenbuch zu den Kreaturen und sonstigen Gefahren des Calixis-Sektors veröffentlicht. Auf 164 glänzenden Seiten Vollfarbe, die wie immer bei Schattenjäger jedoch größtenteils auf schwarz hinauslaufen, wird alles beschrieben, das man untersuchen, von dem man fliehen oder das man beschießen kann.

Für gewöhnlich rezensiert man ein Buch, indem man den Inhalt von Vorne nach Hinten durchgeht. Meistens haben sich die Autoren des Werkes bei der Reihenfolge der Abschnitte etwas gedacht.
Der wirkliche Schlüssel zu Anathema: Kreaturen findet sich aus unklaren Gründen jedoch im letzten Kapitel: Kapitel VII - Widersacher.
Während die Einleitung des Quellenbands nur eine Seite lang ist und vor allem eine kurze Beschreibung des Inhalts der folgenden Kapitel liefert, enthält das Kapitel VII - Widersacher all das, was man für gewöhnlich im ersten Kapitel eines Kreaturenbandes anfindet. Wer ordnet die Kapitel in einem Quellenbuch so an, dass dasjenige, was man auf jeden Fall komplett lesen sollte, zum Schluss kommt und diejenigen, die man ruhig auch erstmal nur überfliegen kann, auf Seite 5 beginnen?
In dem Kapitel wird nämlich beschrieben, wie man als Spielleiter die Gefahren und Monster, die im Buch aufgeführt sind, effektvoll einsetzt. Darin finden sich beispielsweise hilfreiche Anregungen dazu, wie man langsam Spannung aufbaut oder wie man Xenorassen als besondere Wesen ausbaut. Es liefert auch Regeln und Tabellen dazu, wie man die generischen Gegner aus dem Quellenband einzigartig machen kann.
Das Kapitel empfiehlt sich auf jeden Fall zuerst zu lesen, bevor man sich mit den Aufzählungen in den anderen Abschnitten widmet.

In den davor stehenden Kapiteln I bis VI werden alle Gefahren für die Akolyten und das Imperium der Menschheit aufgelistet, die soweit bekannt sind und im Namen des Gott-Imperators aufgehalten werden müssen. Das beginnt mit Mutationen, geht weiter über Todeswelten und Raubtiere und Ungeziefer und schließt mit den Xenos und den Mächten des Chaos ab. Alle Details dieser Kapitel zu beschreiben, würde den Rahmen bei weitem sprengen, was vermutlich schon einiges über die Vielfalt der gelieferten Herausforderungen aussagt.
Diese heroische Menge wird in spannenden und anschaulichen Texten beschrieben, die dadurch zusätzlich an Stimmung gewinnen, dass sie in Seitenkästen aus der propagandistischen Sicht der Inquisition erläutert werden.
Zusätzlich finden sich in weiteren Seitenkästen Abenteuervorschläge zu den geschilderten Gefahren. Diese versprechen zwar durchaus gute Abenteuer, sind jedoch meistens sehr offensichtlich, so dass man auch ganz gut ohne Hinweis darauf gekommen wäre.

Trotz der relativ wenigen Seiten, ist das Buch fest in harten Karton gebunden. Die Illustrationen sind wirklich hochwertig und, passend zu der Spielwelt, häufig auch wirklich abstoßend. Der Text liest sich spannend und ist gut übersetzt worden.

Fazit:
Trotz der wirklich seltsamen Reihenfolge der Kapitel, lohnt sich Anathema: Kreaturen auf jeden Fall für jede Schattenjäger-Runde als Anschaffung. Als Quelle guter Anregungen zu gefährlichen Spielwelten ist das Werk ebenfalls empfehlenswert, der recht stattliche Preis jedoch kann Einen hier vielleicht abschrecken.




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