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Unheimlich #3 - Lovecraftian Horror, Die Toten
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 28.05.2010, Serie: Comics, Autor(en): Silva, Fechner, Verlag: Keine Angabe, Seiten: 40, Erschienen: 2009, Preis: 4,- €


Die Unheimlich Serie des kleinen, deutschen Verlags Edition 52 hat uns ja schon durch die schlimmsten emotionalen Ausbrüche geführt. In letzter Zeit geht die Genusskurve allerdings steil nach unten. Jetzt geht es nach einer Reihe von Sonderausgaben endlich wieder mit der ursprünglichen Serie weiter.

Schon im Vorwort wird der Leser auf die Serie eingeschworen. Es geht wieder vorwärts, ja eine Schwarzwald Serie sei sogar geplant und diese Ausgabe ist blutig und das Ende, hört hört, "diesmal wirklich sehr lovecraftisch".

Der Anfang der Geschichte, die sich diesmal ausnahmsweise einmal über das gesamte Heft erstreckt, lässt dies jedoch so gar nicht vermuten. In Köln wird eine Sonderkommission gebildet, die sich mit einer Reihe von Selbstmorden auseinandersetzen soll. Die Truppe weiß vor allem dadurch zu überzeugen, dass ihre Mitglieder hemmungslos überzeichnet sind, sowohl was ihren Charakter, als auch ihre Darstellung betrifft. Der Chef ist der fette Kerl mit Krawatte, die männlichen Ermittler tragen vornehmlich kantige Züge und rauchen, die Frau hat mehr Oberweite, als ihr Rückgrat aushält.
Nach einem recht mysteriösen Einstieg geht die Geschichte recht geradlinig weiter. Es wird in der Tat blutig und mit dem nächsten Tatort auch richtig mysteriös, bis ein Geistesblitz den ganzen Spuk mehr oder wenig auflöst. Dabei geht der ein oder andere rote Faden leider verloren. Das Ende erinnert in der Tat ein wenig an Lovecraft, oder sagen wir an die kläglichen Versuche seine Werke im Videoverleih unterzubringen. Eine Schwalbe macht einfach noch keinen Sommer.

Zeichnerische ist das Heft recht dunkel und in Sepiatönen gehalten, nur wenn das Blut spritzt wird es knallig. Diese Technik setzt prinzipiell ganz nette Akzente, kennt man aber bereits aus anderen Publikationen. Die Charaktere sind äußerst kantig gezeichnet, ab und an gehen die Proportionen ein wenig verloren. Die Hintergründe sind eben dies, ohne große Detailverliebtheit.

Fazit: Mir persönlich fällt es leider immer schwerer, wohlklingende Worte für diese Serie zu finden, die ja wirklich auf hohem Niveau begann, welches den Namen Lovecrafts durchaus verdiente. Aber als Fans des Altmeisters, ist man es ja mittlerweile gewohnt, dass hinter dem Konterfei des Neuengländers nur Pappmaschee befindet.
Die Geschichte ist sicherlich nicht schlecht, die Ideen sind ja durchaus gut, aber die Umsetzung vor allem in Verbindung zu Lovecraft, ist leider äußerst dürftig.




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