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Vinci
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 26.06.2010, Serie: Comics, Autor(en): Convard, Chaillet, Verlag: Egmont Ehapa Verlag GmbH, Seiten: 112, Erschienen: 2010, Preis: 29,95 €


Vinci ist ein Comic der Ehapa "All in one"- Reihe, das heißt: der Leser darf sich sicher sein, hier eine in sich abgeschlossene Geschichte zu finden. Und wie der Name schon sagt, dreht sich das Buch über das Multitalent der Renaissance schlechthin – Leonardo Da Vinci.

Im verschneiten Mailand wird eine Leiche gefunden. Das Opfer war ein angesehener Mann, doch was viel schlimmer ist: ihm fehlt das Gesicht. Die Haut wurde fein säuberlich von seinem Kopf getrennt, und ein Zeuge mag ein Monster aus dem Fluss gesehen haben, das sich dem Anwesen des Toten in der Nacht genähert hat. Vogt Vittore, der Polizeichef, nimmt sich selbst der Sache an und wendet sich an Da Vinci, da dieser als Multitalent mit einem breiten Wissensschatz gilt.
Doch während sie noch weiter rätseln, geschehen schnell weitere Morde mit gleichem Ergebnis. Stets fehlt das Gesicht und immer wird eine dunkle Gestalt gesehen, welche auf obskure Art und Weise vorzugehen scheint.

Parallel dazu taucht der Leser in das Privatleben Da Vincis ein und wird schnell von seinen Begabungen in Bann gezogen. Natürlich kommen auch seine Erfindungen nicht zu kurz. Des Weiteren lernen wir auch Personen seines näheren Umfelds kennen. So auch seinen Ziehsohn Salai, der ebenso begabt ist, seine Künste aber weniger ruhmvollen Taten widmet.

Die Geschichte selbst lebt von den äußerst mysteriösen Taten des "Monsters", welche in irgendeiner Verbindung zu Da Vinci stehen. Während man das Buch liest, glaubt man immer wieder eine Antwort gefunden zu haben, wird dann aber nur allzu oft widerlegt, nur um letztendlich wieder zu seinen Vermutungen zurück zu kommen.
Aber auch zeichnerisch kann das Buch auf ganzer Linie überzeugen. Mit vielen feinen Details werden die Vorzüge der Renaissance wiederbelebt. Große Panoramabilder der behandelten Städte Mailand, Venedig und Florenz lassen die Herzen höher schlagen. Auch am üppigen Interieur der italienischen Paläste wurde nicht gespart. Dabei bleiben die Zeichnungen stets realistisch, mit sehr weichen, anmutigen Zügen bei Personen.

Fazit: Vinci ist ein historischer Kriminalroman mit mysteriösen Zügen, dessen Geschichte äußerst stimmig ist. Nichts ist zu offensichtlich, um die Pointe nicht zu früh zu verraten. Einzig dem Ende hätte man eine volle Seite widmen können, dann hätte das Buch auch mit einem Knaller geendet. So tröpfelt es leise aus, was aber durchaus auch zur Geschichte passt. Fans dieser Zeit sollten beherzt zugreifen!




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