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Asterix & Obelix feiern Geburtstag - Das goldene Buch
Von André Wiesler

Rezension erschienen: 01.08.2010, Serie: Comics, Autor(en): Goscinny, Uderzo, Verlag: Egmont Ehapa Verlag GmbH, Seiten: 56, Erschienen: 2010, Preis: 10,- €


Asterix und Obelix feiern mit Band 34 ihren fünfzigsten Geburtstag und auch dieser Band wird vermutlich von den beiden Lagern, in die sich die Fans der Gallier teilen, unterschiedlich aufgenommen werden. Die einen lieben das wehrhafte Dorf und seine Einwohner noch immer heiß und innig, die anderen, zu denen ich mich seit diesem Band nun auch zählen muss, vermissen die geniale Hand des Autors Goscinny zu sehr, um noch immer uneingeschränkt begeistert zu sein.

Während der Zeichner Uderzo nach dem Tod seines Kollegen im Jahr 1977 mit Band 25: "Der große Graben" noch sehr nah am Ton und dem komischen Stil der ersten Bände blieb und damit das Erbe würdig weiterführte, entfernte er sich seitdem zunehmend. Die Qualität der Bände sank – zumindest aus Sich der Fans der alten Linie – zunehmend.
Mit Band 34 hat diese Entwicklung ein unrühmliches Ende genommen, woran auch gegenteilige Beteuerungen von Goscinnys Tochter im Vorwort nichts ändern können.

Was beinhaltet der Band aber nun eigentlich? Es ist im Wesentlichen ein Sammelsurium alberner Ideen rund um den Geburtstag der Serie im Episodenstil. Anfangs wird das Dorf gezeigt, wie es wäre, wenn die Figuren tatsächlich um fünfzig Jahre gealtert wären. Schon hier fällt der fatale Bruch mit der Erzählebene auf, wenn Obelix in verschiedene Kleidungsstile späterer Jahrhunderte gesteckt und sogar als Graffitisprayer präsentiert wird. Was früher geschickte Anspielungen auf moderne Ereignisse und lustige Anachronismen waren, wird hier zur plumpen Verlagerung.

Es folgt ein Reiseführer mit Unmengen Text, diverse "asterixtisierte" Kunstwerke (die Mona Lisa mit dem Gesicht einer Dorfbewohnerin, Obelix im goldenen Schnitt), Szenen vom Dreh eines Kinofilmes, in dem die Gallier als Schauspieler mitspielen, zahlreiche Seiten mit einem weder lustigen noch inspirierten Rückblick auf alte Abenteuer in Form eines Museums und auch Uderzo selber hat sich mannigfaltig in Szene gesetzt.

Fazit: Unterm Strich hat der Band leider viel schmerzhaften Holzhammer und wenig feinen Humor zu bieten und wirkt wie ein unausgegorenes Sammelsurium an Ideen, mit denen noch ein bisschen Geld aus der Marke gepresst werden soll. Darum ist er nicht einmal für Fans zu empfehlen – vermutlich sogar gerade für die nicht.




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