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Star Trek - Deep Space Nine: Der Abgrund
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 30.12.2010, Serie: Belletristik, Autor(en): Jeffrey Lang, David Weddle, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 279, Erschienen: 2010, Preis: 12,80 €


Die Fortsetzung der erfolgreichen Serie Star Trek - Deep Space Nine in Buchform, wird momentan nach und nach ins Deutsche übersetzt. Mit Der Abgrund liegt nun der dritte Teil dieser Reihe vor.

Die Ausgangssitutation schließt direkt an das Ende des zweiten Buches an: Jake Sisko sucht weiterhin nach seinem Vater, Kira ist weiterhin eine Ausgestoßene vom bayoranischen Glauben und Deep Space Nine bleibt vorerst schwer beschädigt.
Auf die Handlung, die sich daran anschließt, soll hier nicht zu genau eingegangen werden, um potentiellen Lesern nicht den Spaß zu verderben. Nur so viel: Julian Bashir will eigentlich einen (mehr oder minder freiwilligen) Urlaub erleben, als ihn Sektion 31 anheuert, einen genetisch aufgewerteten Mann aufzuhalten, der den Alphaquadranten in einen Krieg stürzen und anschließend erobern will.

In gewisser Weise wird das Buch damit den Ansprüchen gerecht, die Gene Roddenberry bereits an die Originalserie Raumschiff Enterprise stellte: Die Zukunftsvision der Science-Fiction zu nutzen, um Probleme und Entwicklungen der Gegenwart zu durchdenken. Angesichts der ersten Gentherapien an Neugeborenen, die bereits 1990 durchgeführt wurden, ist es vermutlich höchste Zeit, dass sich das Star Trek-Universum mit diesem Thema befasst.
Ob die Autorin diesem Anspruch auch gerecht wird, den sie sich eindeutig gesetzt zu haben scheint, ist eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist. Sie scheint es vermeiden zu wollen, eine klare Position zu beziehen, weshalb sie viele verschiedene Sichtweise vorführt, ohne jedoch klare Argumente zu nennen. Einerseits wäre es ein zu klarer Bruch mit der etablierten Position der Sternenflotte, die genetische Aufwertung positiv zu sehen, andererseits kann sie aber auch keine brauchbaren Gegenargumente finden. Der Diskurs ist begrüßenswert, die Umsetzung hinkt jedoch manchmal etwas.
(Um diesen Diskurs fortzuführen, findet sich auch ein interessantes Nachwort zu der Thematik am Ende des Buches.)

Die Geschichte selbst ist spannend geschrieben und erlaubt viele Einblicke in Charaktere, die den Lesern nicht aus der Fernsehserie bekannt sind. Der Schreibstil ist flüssig, wenn auch manchmal etwas kitschig.

Fazit:
Ein guter Roman, der sich für den Star Trek-Fan zur Unterhaltung klar anbietet. Ob er jedoch seinen ethischen Ansprüchen gerecht wird, darüber darf gestritten werden.




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