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X-Bugs
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 04.06.2002, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Marco Maggi und Francesco Nepitelli, Verlag: Fantasy Productions GmbH, Seiten: , Erschienen: 2002, Preis: 11 Eur


Wat is en Dampfmaschin? Da stelle mir uns mal janz dumm... . Ein außerirdisches Raumschiff stürzt brennend über dem U.S. Luftwaffenstützpunkt Roswell ab. Die Besatzung kommt ums Leben. Ihre Überreste und die Wrackteile werden in den berühmten Komplex "Area 51" verbracht und dort erfolglos untersucht. Doch die eigentliche Gefahr bleibt verborgen. Winzige außerirdische Insektoide haben das Inferno überlebt und sofort damit begonnen, ihren Krieg um die Weltherrschaft zu entfesseln. Und die Zeit läuft ab. Der Krieg droht zu eskalieren.
Diese Geschichte befindet sich auf allen Packungen von X-Bugs. Naja, sage ich da. Da wollte wohl jemand krampfhaft eine Hintergrundgeschichte entwerfen, hat sich aus der Kiste mit den markigen Worten eine Hand voll gegriffen und sie mit einer Prise 0815-Stoff verquirrlt. Wozu das alles? Die Antwort liegt auf der Hand: Wer würde heute noch als Phantastik- oder Tabletop-Interessierter ein Kinderspiel namens Flohhüpfen kaufen und dann noch für rund 28 Plastikscheiben und -plättchen sowie drei Würfel elf samt zwölf Seiten A6-Regelheftchen elf Euro bezahlen? Das heißt, eigentlich reicht das noch nicht, denn man braucht zum Spiel zwei Armeen - zahlt also lockere 22 Euro. Würfel und Plastikteilchen muss man übrigens noch selbst mit beigelegten Aufklebern spielfertig machen.
Lässt man den Preis und die unsägliche Rahmenstory einfach außer acht, bleibt ein anspruchsloses, kurzweiliges Spiel übrig. Die Chips können durch Herunterdrücken am Rand mit einem weiteren Chip zum Springen gebracht werden (Schnippen) - eben Flohhüpfen-Konzept. Die Steuerung ist je nach verwendeter Unterlage mehr oder weniger schwierig. Auf harten Flächen schießen die Chips flach weg, während sie mit zunehmender Polsterung immer mörserähnlicher fliegen. Weichere Unterlagen machen auch das benötigte Terrain kleiner. Das muss man sich nämlich selbst suchen. Ein Spielbrett liegt nicht bei.
Drei Sorten Chips gibt es: Bugs, Basen und Vorräte. Einige Bugs haben dabei Spezialfähigkeiten, die das Spiel etwas variantenreicher machen. Das Ziel ist einfach: Vernichte den Gegner, sprich zerstöre alle gegnerischen Heimatbasen oder vernichte bis auf zwei alle gegnerischen Bugs. Zerstören kann man, indem man seine Bugs auf gegnerische Chips schnippt. Basen werden so geschwächt oder angeschlagene eliminiert, Bugs erledigt. Man kann auch auf Vorratschips schnippen, die dann zum Ausbau der Heimatbasen verwendet werden können.
Wer alerdings einmal versucht hat seine Bugs zielgerichtet zu schnippen, wird schnell feststellen, wie schwer das ist. Ich bin mit auch nicht sicher, ob man das Zielen durch Übung wirklich wesentlich erfolgreicher machen kann. Die Tabletopzüge von X-Bugs werden hier durch einen massiven Glücksfaktor stark relativiert. Wie man das wertet, ist eher Geschmacksfrage.

Fazit: X-Bugs ist für sich ein nettes, kurzweiliges Spiel, das Tabletopfreunde mit motorischem Feingefühl gut bedient. Aber, es ist viel zu teuer, weshalb ich es mir sicher nicht kaufen würde. Die Kartonverpackung wäre zudem eher ein Fall für die Rubrik Mogelpackung der Stiftung Warentest. Die halbe Größe hätte noch reichlich Platz für alle Einzelteile geboten. Außerdem erfährt der potentielle Käufer auf der Verpackung zwar, was er generell im Inneren finden soll, aber nicht, wieviele Teile insgesamt.




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