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Artefakt #25
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 11.07.2010, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Joachim A. Hagen, Verlag: Förderkreis innovatives Spiel e.V., Seiten: 55, Erschienen: 2010, Preis: 4,00 €


Nach dem doch etwas gewöhnungsbedürftigen Titelbild der letzten Ausgabe macht die genre-mäßig nicht ganz einzuordnende Leder-Lady auf dem Artefakt #25 deutlich mehr Appetit… auf das Heft, meine ich natürlich. Auf jeden Fall kann die vorliegende Ausgabe damit gleich mal punkten.
Dem Vorwort zufolge macht das Fanzine gerade eine interne Umgestaltung durch, denn der langjährige Chef-Redakteur Christopher Schubert hat sein Amt an Joachim A. Hagen übergeben. Da dieser jedoch bereits seit mehreren Ausgaben zumindest als Mitarbeiter dabei war, kann man wohl hoffen, dass sich nicht allzu viel ändert.
Nach den üblichen Rezensionen (diesmal mehrere Rollenspiel-Produkte und die Graphic Novel Watchmen) folgt eine Vorstellung der gerade frisch erschienenen deutschen Neuauflage der Rollenspielbücher um den Einsamen Wolf, gefolgt von einem Interview mit Joe Dever, dem Schöpfer der Reihe. Nostalgie im neuen Gewand, schön, sicher nicht nur für einen alten Rollenspiel-Dinosaurier wie mich.
Das folgende Szenario Die Ehre ist mit den Toten hat mir nur wenig gegeben, da ich das zugrunde liegende Regelwerk Legend of the five rings und dessen Hintergrund nicht kenne. Davon abgesehen fand ich das Abenteuer nicht immer schlüssig (da soll eine von sechs Brücken gerettet werden, damit Verstärkungstruppen sie benutzen können, doch die Brücken liegen in ganz verschiedenen Richtungen; von wo kommen denn überhaupt diese Truppen?).
Das folgende Fantasy-Szenario Der König im Berge bietet einige interessante Ansätze, hätte aber durchaus noch ein paar Seiten mehr vertragen.
Die Fortsetzung des Artikels Abenteuer interessant gestalten aus der letzten Ausgabe ist dann wieder gelungen, wenn ich auch wiederum nicht allen Ausführungen zustimmen kann. Aber das ist sicherlich Geschmackssache, und außerdem sind Meinungsunterschiede ja auch Teil der Spannung.
Die nun folgende Systemvorstellung von The Everlasting zeigt das Faible der Artefakt-Macher für ungewöhnliche Rollenspiele, denn das Spiel um übernatürliche Kreaturen aller Art dürfte wohl den Wenigsten bekannt sein, zu Unrecht, wie ich finde. Wenn es das Ziel des Autors war, den Leser auf den Geschmack zu bringen, so ist ihm das zumindest bei mir voll und ganz gelungen, denn ich bin danach sofort in den Keller verschwunden und habe die beiden Regelbände zu diesem Spiel, die ich vor Jahren gekauft habe, hervor gekramt. Außerdem überlege ich seitdem, ob ich mir nicht noch die restlichen Bände kaufen sollte (oder eher, wie ich sie an meiner Frau vorbei schmuggeln kann).
Damn Easy Roleplaying System oder DERPS ist dann ein hochinteressanter Artikel über die Entwicklung eines eigenen Rollenspiels; für jeden, der selbst schon einmal mit einem solchen Vorhaben schwanger gegangen ist, sicherlich eine lohnende Lektüre.
Der abschließende Artikel über einen geheimnisvollen Tempel sprach mich dann leider gar nicht an, denn die mathematischen Rätsel, die als Grundlage dieses Abenteuers benutzt werden, sind einfach nicht mein Fall. Rollenspiel ist für mich Interaktion, Stimmung, Action, aber nicht das Erkennen mathematischer Zusammenhänge. Jemand, der bei Computerspielen auf Rätseleien steht, mag das vielleicht anders sehen, aber ich habe mich schon beim Lesen eher gelangweilt.

Fazit:
Auch wenn ich einzelne Artikel negativ bewerten musste, ist das Artefakt wie immer sein Geld wert.
Mit einer Bandbreite an Themen, die ich mir von manch anderen (gedruckten oder elektronischen) Magazinen wünschen würde, und einem inzwischen über jeden Zweifel erhabenen optischen Erscheinungsbild wird hier jeder Rollenspieler, der nicht sklavisch an seinem einen System festhält, genug Anregungen und Ideen für das eigene Spiel finden.
Und mal ehrlich, was will man von einem Magazin mehr?




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