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Gabriel Burns 34 - Ich weiss, was Angst ist
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 14.07.2010, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 9,95 €


Nach mehreren Folgen mit mehr oder weniger eigenständigen Geschichten kehrt die Serie Gabriel Burns mit Ich weiss, was Angst ist zu ihrer eigentlichen Handlung und Mythologie zurück. Die kanadischen Ermittler um den mysteriösen Bakerman begeben sich diesmal auf die Suche nach einem der verbliebenen fahlen Orte, deren Fall das Ende der Menschheit bedeuten würde.

In der letzten Folge Schmerz, einem Crossover mit der Folge 25 der Serie Point Whitmark, konnte die Gruppe die "Fiebrigen Tränen" an sich bringen, zwei Bernsteine, in deren Mitte tödliche Viren aus der Urzeit eingeschlossen waren.
Der immer skrupelloser agierende Bakerman will mit diesen Objekten die Kreaturen an einem fahlen Ort vollständig vernichten. Dieser Ort soll sich in einem alten Tempel irgendwo im indischen Dschungel befinden. Ohne die besonderen Fähigkeiten eines Steven Burns muss er sich auf die Talente anderer verlassen, zum Beispiel die bizarren Kräfte seines auf drastische Weise veränderten Gefolgsmanns Schmidt, der plötzlich von Visionen gequält wird.
Doch auch Steven Burns mischt sich wieder in die Handlung ein. Auf der Flucht vor den Grauen Engeln wendet er sich an die Tochter eines lokalen Archäologen, der Bakerman begleitet, und benutzt sie als Anker in der Wirklichkeit. Seine Ziele werden dabei immer unklarer, ebenso wie sein Verhältnis zu Bakerman. Haben sie noch die gleichen Absichten und sind sich nur uneins in der Wahl der Mittel, oder geht es ihnen un ganz andere Dinge?

Wenn dies alles etwas schwammig klingt, so liegt dies nicht zuletzt daran, dass die Handlung mit einem klassischen Cliffhanger endet. Sie bewegt sich auf dem Weg dahin irgendwo zwischen Indiana Jones und H.P.Lovecraft, mit klassischen Motiven des Abenteuerfilms und immer wieder eingestreuten düsteren Szenen, die dem Zuhörer einen Schauer über den Rücken jagen. Und definitiv ist diese Folge für jeden unverständlich, der sich im Universum von Gabriel Burns nicht auskennt.
Trotzdem kann man den Autoren bis dato nur bescheinigen, dass sie die Reise zu einem fahlen Ort in Indien gut geschildert haben, ebenso wie das ganze Hörspiel wieder mal hervorragend produziert und ausgezeichnet besetzt ist.
Leider erscheint die nächste Folge erst mit einem Abstand von drei Monaten. Mir sei daher an dieser Stelle die Frage gestattet, warum die Reihe Jack Slaughter aus dem gleichen "Stall" mit ihren unabhängig voneinander hörbaren Abenteuern immer in Doppelfolgen erscheint, während man den Hörer hier auf das Ende einer Doppelfolge so lange warten lässt.

Doch noch eine andere Anmerkung sei gestattet: Mit dem Fall von Vancouver hatte die Serie vor einigen Folgen einen echten Knaller zu bieten, eine Ohrfeige für all die, die Gabriel Burns als lahm und behäbig abgeschrieben hatten. Einige gelungene, jedoch von der eigentlichen Handlung mehr oder weniger abgekoppelte Folgen später trottet die Auflösung aller Geheimnisse wieder unendlich langsam vor sich hin.
Ich habe kürzlich in einer anderen Rezension über Hörspiel-Serien geschrieben, die ihren Fokus verloren haben. Es schleicht sich immer wieder das Gefühl ein, dass Gabriel Burns zu diesen Serien gehört. Trotz aller Qualitäten der einzelnen Folgen scheint die Serie als Ganzes sich immer wieder hinzuziehen. Statt Dinge aufzulösen, werden immer neue Rätsel aufgebaut. Einzelnen Highlights stehen immer wieder Füllfolgen gegenüber, denen man eigentlich nichts Neues entnehmen kann. Und dann kommen die immer gleichen Fragen auf: wo sind die treibenden Elemente, wo die überraschenden Wendungen?
Ganz ehrlich, ich möchte die Serie gut finden, denn das Potenzial für wahre Größe ist unbestreitbar vorhanden, aber ich denke einfach, dafür muss bisweilen einfach mehr passieren.




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