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Cthuloide Welten Nr. 2
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 04.06.2002, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Frank Heller (Hrsg.), Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 96, Erschienen: 2002, Preis: 5 Eur


Es gibt in der Rollenspielszene immer wieder ein Auf- und Ab der Rollenspielsysteme. Mal ist das in, mal dies, mal jenes. Eines ist aber augenfällig: Horror- und 1880-ausgerichtete Settings wurden wie Science Fiction schon immer der Fantasy nachgeordnet. Bis vor einigen Jahren musste man schon lange suchen, um mal in dem einen oder anderen Heft auf passende Artikel zu stoßen. Seit Mephisto (Horror - alle Systeme) war die Lage schon besser. Jetzt gibt es seit Ende 2001 eine viel spezialisiertere Version für Cthulhu-Anhänger - die Cthuloide Welten. Mittlerweile liegt sie in der zweiten Ausgabe vor, war aber schon mit der ersten Nummer ein echter Hingucker. Das Layout der 100 Seiten mit Hochglanzvierfarbcover ist hervorragend und genau auf Cthulhu abgestimmt, so dass man sich gleich heimisch fühlt.
Innen ist breitere Vielfalt angesagt, als man zunächst vermutet. Langfristig soll Cthulhu wohl auch in andere Settings vordringen, z.B. ins Mittelalter. Ich greife nur ein paar Artikel heraus: Da wäre zum Beispiel Stonehenge von Jan Christoph Steines. Der neunseitige Basisartikel hätte in großen Teilen auch in Geo oder National Geographics seinen Platz finden können. Unterhaltend, informativ gemacht stellt er erst auf den letzten drei Seiten den konkreten Zusammenhang zu Cthulhu her, dann aber sehr ergiebig. Stonehenge bleibt aber damit nicht totes Kapital, sondern wird sofort im Anschluss mit dem stimmungsvollen vierseitigen Szenario "Der Erbe" bedient. Idealer kann ein Schauplatz nicht beschrieben werden.
Oder wie wäre es mit dem 16-seitigen Artikel Heidelberg - Die Stadt am Neckar? Deutsche Cthulhuspieler kämpfen ja immer mal wieder mit der schlechten offiziellen Quellenlage, wenn es um das Spiel in Deutschland geht. Cthuloide Welten bietet da mit der Serie Cthulhu-Regionalia Abhilfe. Für die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wird die Stadt auf Basis einer authentischen Quelle wirklich gezielt für das Spiel und recht detailliert (sogar der örtliche Akzent) beschrieben. Karten- und Bildmaterial machen das Heidelberg der 20er Jahre noch anschaulicher. Die hinzugefügten ausgewählten örtlichen Sagen und Erzählungen bieten zudem noch handfeste Anregungen für das Spiel. So oder so ist der Artikel für jeden Spielleiter ein Volltreffer.
Wer den Wilden Westen mag, wird in Für ein paar Investigatoren mehr... fündig. Regelergänzungen zu Cthulhu Wild West findet man da und als Sahnehäubchen auch hier ein kurzes Szenario. Besonders erwähnenswert wäre noch, dass Cthuloide Welten oft nicht mit dem Heft endet. Der Westernteil beispielsweise bietet auch noch weiterführende Internetadressen an oder informiert über Artverwandtes.
Sicher, es gibt auch ein paar Schattenseiten. Ich bin kein großer Freund von Mehrteilern in Heften, die nur zweimal pro Jahr erscheinen. Aber das wird in dem Pegasus Spiele-Magazin kein echtes Problem. Zu groß ist die Artikelvielfalt und zu klein die Anzahl der Fortsetzungsartikel. Etwas schmunzeln musste ich allerdings schon beim mittlerweile zweiteiligen Artikel Katzulhu. Wie macht man aus einer Katze einen Investigator? Bei der ersten Ausgabe von Cthuloide Welten hatte ich noch an einen Ulkartikel gedacht, aber mit dem zweiten Teil jetzt scheint es doch ernst gemeint zu sein. Tut mir leid, aber Katzen haben für mich absolut nichts Dunkles, Bedrohliches oder sonst wie für Cthulhu geeignete Attribute. Aber das ist schließlich Geschmackssache.
Unter dem Strich bleibt eine preislich angemessene, sehr gut gestaltete, vielfältige Zeitschrift für Cthulhu-Fans übrig, die ich nur empfehlen kann.




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