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Tabletop Insider #03 Mai/Juni 2010
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 10.07.2010, Serie: Zeitschriften, Autor(en): Martin Ellermeier, Verlag: Verlag Martin Ellermeier, Seiten: 84, Erschienen: 2010, Preis: 4,95 €


Der Tabletop Insider ist eine Auskopplung des Mephisto, die sich so langsam daran macht, sich im deutschen Zeitschriftenwust zu etablieren. Dazu braucht es Konstanz und eine eigene Note. Gelingt dies auch diesmal? Zumindest liefert das Heft satte 16 Seiten mehr und ein paar Gussrahmen für Elfen und Zombies (welch eine Kombination).

Nach dem üblichen Vorwort geht es gleich rein in die Neuheiten. Immerhin bis zur Seite 40 (!) zieht sich die Rubrik "Aktuell", die zwar wie immer sachkundig Tabletops, Bücher, Figuren, Brett- und Computerspiele vorstellt, dabei aber tendenziell eher einen Schwerpunkt auf Fantasy-Systeme legt.
Es folgen vier Seiten Veranstaltungen, darunter auch ein kleiner Ausblick auf die RPG 2010. Mit den Systemvorstellungen wird es dann endlich konkreter. Wir blicken auf das schrecklich-schöne Malifax und seiner Mischung aus Western, Steam und blanker Horror sowie auf Uncharted Seas, das munter auf der Piratenwelle schwimmt.
Der Schatten der Drachen ist eine sechsseitige Minikampagne für Warmachine und Hordes. Dabei gilt es erst einen Außenposten zu stürmen, danach ein paar Brutkammern zu knacken, um sich endlich durch einen Pass zu kämpfen, der den Weg zum Reich Cygnar öffnet. Dieser Artikel ist erfrischend geschrieben sowie mit Karten und gut in Szene gesetzten Schlachtenfotos versehen. Mehr davon!
Danach folgen vier Seiten Interview mit Thomas Kunert. Es immer wieder interessant zu lesen, wie Leute zum Spiel und zu ihren Armeen gekommen sind. Nachfolgend eines der Highlights der Ausgabe: Auf zehn Seiten wird ein äußerst detaillierter Warhammer 40k-Bericht zu einer Kampagne um Arcanus Prime geliefert. Der Artikel ist richtig gut aufgebaut. Viel Flufftext setzt die Spielzüge erzählerisch um, daneben finden sich Kästen mit den konkreten Vorkommnissen. Dazwischen bilden wunderschöne Fotos der Armeen auf dem Brett sowie gut gestaltete Karten den Rahmen. Genau diese Artikel sind es, die ein solches Magazin braucht, um sich von der Masse abzusetzen. Hier kann der Leser Stärken und Schwächen gewisser Taktiken, aber auch der eingesetzten Modelle nachvollziehen – top!
Leider unterläuft dem Heft gleich danach ein echter Patzer. Auf zwei Seiten wird unter dem Mantel eines Bemalartikels mächtig Werbung für Armypainter gemacht. Den Inhalt der beiden Seiten liegt dem Autor dieser Zeilen in abgespeckter Form als Werbeflyer vor – sogar das Layout wurde übernommen. Ein echter Tiefschlag. Die folgenden zwei Seiten zeigen, wie es besser geht. Es wird erläutert, wie man Pigmente bei der Gestaltung seiner Modelle einsetzt. Hier werden auch unterschiedliche Hersteller behandelt und deren Vor- und Nachteile abgeglichen.
Es folgt ein weiteres Interview mit dem Künstler "Jarhead" mit reichlichen Bildern seiner obskur-schönen Einzelmodelle auf sechs Seiten, nebst Anleitung, wie er einen Oger gestaltet. Zwei Seiten mit Händleradressen bilden den Abschluss.

Fazit: Das Heft legt letztlich einen deutlichen Schwerpunkt auf Fantasy-Systeme, vor allem sind Warhammer, Hordes und Warmachine vertreten. Dabei sind mir deutlich zu viele Neuankündigungen enthalten und zu wenige Hintergrundberichte. Mit ein wenig mehr Ausgewogenheit der behandelten Themen, aber auch der Systeme, würde mir das Heft deutlich mehr Spaß machen. Aber man entwickelt sich ja noch. Somit hoffen wir auf Besserung und sind gespannt, was da noch folgen wird.




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