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Cthulhu für Einsteiger
Von André Wiesler

Rezension erschienen: 04.06.2002, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Sandy Petersen, Lynn Willsmit u.a., Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 33, Erschienen: 2002, Preis: 2,50 Eur


Pegasus geht auf die Jagd nach neuen Cthulhu-Spielern, und sie tun dies mit dem denkbar besten Rüstzeug: auf 32 DinA4 Seiten in schwarz/weiß fassen sie den Hintergrund und die Regeln des Rollenspiels zusammen und finden sogar noch Platz für ein gradliniges, aber ansprechendes Szenario. Ein Systemeinsteiger findet in diesem Heft also tatsächlich alles, was er braucht, um die ersten Schritte in Richtung Wahnsinn... Verzeihung, Cthulhu-Spiel zu tätigen. Auch für alte Cthulhu-Hasen könnte es als faltbares Nachschlagewerk interessant sein. Wo andere Systeme sich (inhaltlich und von den Seitenzahlen) dünne Einsteigerheftchen teuer bezahlen lassen, klotzt Pegasus statt zu kleckern. Das Heft gibt es kostenlos auf der Pegasus-Homepage zum Download oder es kann gegen einen Porto und Versandkostenanteil bestellt werden. Nach Aussagen des Verlages soll es aber auch in hohen Stückzahlen in den Rollenspielläden ausliegen und wird nicht zuletzt auch im August-Envoyer (08/02) komplett erscheinen.

Zum Inhalt im Einzelnen: Nach einer weniger gelungenen Einführungsrede auf dem Cover, in der ein Cthulhuspieler berichtet, was ihm an dem System gefällt (liest sich ein wenig wie "Meine letzten Sommerferien"), geht es gleich in die Vollen: Sehr kurz, aber eingängig wird das Prinzip des Rollenspiel erklärt. Es folgt ein Glossar der wichtigsten Spielbegriffe, die Charaktererschaffung in aller Kürze mit 13 breit gefächerten Berufen. Proben und Fertigkeiten schließen an. Der vergleichsweise immense Raum, der für Kämpfen, Feuerwaffen und Verletzungen "geopfert" wird, weist auf einen eher amerikanischen Spielstil hin, bei dem ja gerne mal zur Waffe gegriffen wird. Hier hätte man vielleicht etwas sparen können, aber ansonsten sind die Spielmechanismen vorbildlich klar und komprimiert wiedergegeben. Ich schätze, dass auch ein Rollenspielneuling sich danach zumindest ein Bild machen kann. Wie das bei einem Spiel mit dem Horrorhintergrund von Cthulhu aussieht, hängt wohl vor allem von den persönlichen Vorlieben des Lesers ab, das Heft indes hat sich nichts vorzuwerfen.
Auch der Wahnsinn wird natürlich (vergleichsweise) ausführlich behandelt. Einige Zaubersprüche, Monster und ein Charakterbogen runden das Ganze ab.

Das Abenteuer ist wie erwähnt eher gradlinig, enthält aber alles, was man an Cthulhu-Szenarios liebt: Detektivarbeit, Tagebuchauszüge, okkultistische Bücher, geheimnisvolle Morde, dunkle Keller und nicht zuletzt auch Monster. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber ich denke, es eignet sich hervorragend für eine Einsteigergruppe.

Alles in allem kann Cthulhu-Light, nicht nur weil es kostenlos ist, voll und ganz überzeugen. Ich schätze, dass es sich schlussendlich für Pegasus lohnen wird, dieses Heft konzipiert (oder eher: übersetzt) zu haben - wer es kennt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Investition in ein Grundregelwerk erwägen. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch andere Verlage darauf besinnen, dass es gerade wegen der schlechten Lage in der Szene gilt, neue Spieler und damit Käufer zu gewinnen.




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