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Hellboy 7: Seltsame Orte
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 21.03.2010, Serie: Comics, Autor(en): Mike Mignola, Andreas Mergenthaler, Hardy Hellstern, Gunther Nickel, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 160, Erschienen: 2006, Preis: 18,- €


"Komm mir nicht dumm, Lady. Ich hab mit Skeletten gezecht!"

Hellboy ist weiter auf der Suche, nachdem er die B.U.A.P. endgültig verlassen hat. Doch was er sucht, dass weiß er selbst nicht. So verschlägt es ihn in "Der dritte Wunsch" nach Afrika, was das genaue Gegenstück seiner bisherigen Heimat darstellt. Aber gerade dort sind die Mysterien, Dämonen, Naturgeister und Hexen allgegenwärtig. So gerät er an drei Meerjungfrauen, die im Dienst einer Hexe stehen, die wiederum im Körper eines gigantischen Fisches sitzt. Ihnen wird je ein Wunsch gewährt, wenn sie Hellboy stellen. Aber wie wir wissen, sollte man vorsichtig sein, was man sich wünscht.

Die zweite Geschichte, die gut die Hälfte des Buchs ausmacht, heißt "Die Insel". Sie bleibt wie schon die erste Geschichte, nah am Element Wasser. Hellboy zecht mit einer geselligen Runde im Wrack einer Galeone, nur um in das nächste Mysterium zu stolpern. Wer seine Bestimmung kennt, findet dies weit weniger seltsam, als es sich vielleicht zunächst anhören mag. Mit viel Geschick verbindet "Die Insel" Elemente der Erzählung "Die Boote der Glen Carric" von William Hop Hodgson, Mignolaesque Zeichenkunst sowie das Schicksal Hellboys zu einem äußerst stimmigen und gruseliger Konglomerat schauderhafter Ekstase. Dabei bleibt eines der großen Rätsel der Welt unseres roten Helden nicht mehr ungelöst: das Wesen und der Zweck der Ogdru Jahad.

Selbstverständlich darf das längst lieb gewonnene Desinteresse Hellboys an unverhohlenen Drohungen ihm weit überlegener Widersacher nicht fehlen. Red teilt aus, steckt ein und verbringt einen Großteil seines Daseins im freien Fall.
Doch dabei bleibt er nicht ohne Selbstreflexion. Hellboy ist in den letzten Bänden doch wesentlich nachdenklicher geworden. In den Kämpfen wirkt er zudem grimmiger. Sein Schicksal scheint arg an ihm zu nagen. Ist er nur Spielball höherer Mächte oder kann er das Unabwendbare doch noch abwenden – die endgültige Zerstörung der Welt und die Unterjochung der Menschheit durch seine eigene Hand?

Fazit: Hellboy ist mehr als eine wahllose Aneinanderreihung beliebiger Geschichten. Mignola versteht es immer wieder die Geschichte um den roten Teufel mit kurzen Intermezzos feinstzelebriertem Backenfutters aufzulockern, nur um dann wieder auf den Kern seines Daseins zurück zu gleiten. Hellboy entwickelt sich und bekommt dadurch eine Tiefe, die man Red anfangs gar nicht zugestehen möchte. Eine Flamme für den roten Teufel, die nie erloschen ist, wurde erneut entfacht. Mit jedem neuen Band steigt die Begeisterung ins Unermessliche - nicht zuletzt weil Cross Cult auf handwerklich, sprachlich und gestalterisch höchstem Niveau arbeitet. Mein höchstes Lob, meine Damen und Herren, und tiefste Verehrung für eine Serie, wie es sie im Diesseits nur einmal gibt.




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