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Talisman - Die magische Suche
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 23.05.2010, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Robert Harris, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 39,95


Es gibt Spiele, von denen viel mehr Leute schon gehört haben als sie tatsächlich gespielt haben. Spiele wie Robo Rally, Junta und eben Talisman sind legendär. Vor allem letztere beiden waren über Jahre nicht erhältlich und so konnte sich ihr Ruf steigern. Ob Talisman - Die magische Suche diesem Ruf auch gerecht wird, soll in dieser Rezension besprochen werden. Das Spiel ist in seiner vierten Edition beim Heidelberger Spieleverlag erschienen.

Talisman ist ein Spiel für zwei bis sechs Spieler, in dem jeder Spieler eine Figur steuert und mit den anderen darum konkurriert, die Herrschaft über die Welt Talisman zu erringen. Welche Zielgruppe das Spiel anspricht, wird einem schon klar, sobald man die Schachtel des Spiels öffnet. Die Jungs der Big Bang Theory spielen es nicht umsonst so begeistert. Nicht nur die Thematik des Spiels, sondern auch alle Grafiken und Spielmaterialien sind klar an klassische Fantasyrollenspiele angelehnt.
Das gilt auch für die Dramtis Personae. Als Figuren stehen zur Auswahl: Ein Assassine, ein Barde, ein Dieb, ein Druide, ein Elf, ein Ghul, ein Krieger, ein Magier, ein Mönch, ein Priester, ein Troll, eine Wahrsagerin, eine Zauberin und ein Zwerg. Mit anderen Worten: Zu allen typischen Fantasyklassen gibt es eine eigene Figur und ein Charakterblatt mit spezifischen Werten und besonderen Fähigkeiten. Dazu kommen noch jeweils vier Figuren und Charakterblätter für Kröten, in die eine Figur zwischenzeitig verwandelt werden kann. Dann kann der Spieler ein paar Runden lang eine Kröte bewegen, nicht dass man als Kröte viel ausrichten könnte...

Das eigentliche Spiel ist recht simpel: Man muss durch drei Regionen des Spielbretts ziehen, um die Mitte zu erreichen und die Krone zu erringen. Dabei kann ein Spieler seine Figur in seinem jeweiligen Spielbrettbereich frei bewegen und Monster und Mitspieler zu bekämpfen, um Erfahrung zu sammeln und Gegenstände und Zauber (dargestellt durch Karten) zu erringen. Ist der Charakter dann weit genug aufgestiegen, kann er sich der Herausfoderung stellen, den nächsten Bereich zu betreten. Geradezu Old School-Rollenspiel, nur dass der kooperative Aspekt wegfällt.
Generell hat man das Gefühl, dass die Paläontologen gehabt haben müssen, als sie Australopithecus afarensis entdeckten: Das ist der Missing Link. Anders als bei Lucy liegt man damit falsch, denn Talisman ist erstmals 1983 erschienen - also neun Jahre nach D&D. Dennoch steht das Brettspiel so gut zwischen klassischen Brettspielen und klassichen Rollenspielen, dass es für Einsteiger möglicherweise als Einstiegsdroge gut geeignet ist. Bei einem Hobby mit Nachwuchsproblem eine gute Nachricht.

Das Spielmaterial ist sehr hochwertig verarbeitet und recht ansehnlich. Die Anleitung ist zwar leicht verständlich geschrieben, teilweise sind die Abschnitte jedoch in einer etwas unübersichtlichen Reihenfolge.

Fazit: Talisman - Die magische Suche hat seinen guten Ruf durchaus verdient. Es ist ein einfaches, aber sehr kurzweiliges Spiel, dass auf halben Weg zwischen Rollenspiel und Brettspiel steht. Wenn die Spielrunde das nächste Mal auszufallen droht, weil einer der Spieler keine Zeit hat, dann könnte man leicht ein, zwei Runden Talisman einbauen. Somit eine klare Kaufempfehlung.




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