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Frag - Gold Edition
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 27.03.2010, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Steve Jackson, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 39,95 €


In einer Welt, in der Brettspiele mehr und mehr den Weg auf den Computer finden und Computerspiele dafür ins Kino kommen, wagt Pegasus Spiele (in Übersetzung von Peter Jackson Games) mit Frag-Gold Edition den umgekehrten Weg. Ein Egoshooter wird auf dem Brett umgesetzt – quick and dirty und natürlich herrlich unrealistisch.

Wenn man die recht schwere, goldgelbe Box öffnet, springt dem Zocker erst einmal das üppige Spielbrett entgegen, das auf Vorder- und Rückseite die Arenen abbildet. Die eine ist sehr verwinkelt, die andere fast schon mordlüstern offen gestaltet. Zudem gibt es sechs Plastikfiguren, satte 18 Sechsseiter, reichlich Pöppel für eliminierte Mitspieler, Waffen und Munition, sechs Charakterblätter und zwei abwaschbare Filzstifte sowie reichlich Karten. Ein vierseitiges Regelheft darf natürlich auch nicht fehlen.

Das Spielsystem ist schnell erklärt. Jeder Spieler baut sich mit sieben Punkten, die er auf die Eigenschaften "Leben", "Geschwindigkeit" und "Zielsicherheit" verteilt, seinen Charakter. Dann werden die Startpunkte auf dem Brett ausgewürfelt, ein paar Handkarten verteilt und schon gibt’s aufs Maul.
Um den schnellen Spielspaß nicht zu trüben, sind die Regeln simpel gehalten. "Geschwindigkeit" zeigt die Würfel an, die die Bewegungspunkte festlegen. Mit "Leben" wird verteidigt und mit "Zielsicherheit" geschossen. Die Grundwaffe ist eine Pistole, die nie leer wird und zwei Würfel Schaden macht. Um zu treffen, muss man die Distanz zum Gegner in Sichtweite überwürfeln, dann wird der Schaden der Waffe ausgeteilt. Die Summe wird durch die Summe des Verteidigungswurfes dividiert und gerundet. Das Ergebnis ist der Schaden. Wer draufgeht, respawnt, wie es sich für einen Egeoshooter gehört. Hat man seine drei Abschüsse, hier "Frags", erreicht, ist das Spiel gewonnen.
So richtig Leben bekommt das Spiel erst durch die zahlreichen Karten (Waffen, Gadgets, Spezialkarten), die man über Symbole auf dem Brett (Powerups) einsacken kann. Mit diesen Gimmicks kann man seinen Charakter aufmotzen (Knarren und Rüstung), besondere Bewegungen ausführen (springen, durch Wände gehen etc.) oder das Spiel lahmlegen. Besonders Letzteres erinnert stark an ein Computergame (Lag, Spiel gehackt, eingefroren usw.). Ebenso kann man die Gegenstände eines "gefragten" Spieler einsacken (abgeworfenen Waffen sind immer voll) und sich durch die Gegend teleportieren.

Die Gold-Edition zeichnet sich durch Plastikfiguren, die einlaminierten Charakterbögen, die mit einem abwaschbaren Filzer beschrieben werden können, sowie reichlich Würfel aus. Leider liegen nur die Basisregeln bei, die Fragen offen lassen (was bedeuten die unterschiedlichen Farben der Türen?). Online kann man sich aber auf der englischen und deutschen Seite kostenlos zusätzliche Szenarien und vor allem die Kombiregeln für Frag und Zombies!!! herunterladen. Dabei ist die Capture the Flag-Version für einen Egoshooter eigentlich ein Muss.

Fazit: Frag hält, was es verspricht. Es ist ein schnelles, witziges Spiel für zwischendurch, das richtig schön fetzt und sich deswegen nicht besonders ernst nimmt. Ich hoffe, dass Erweiterungen nicht lange auf sich warten lassen. Den Warnhinweis der Schachtel ("Enthält sinnlose Gewalt und kann zu verstärkter Lärmentwicklung und unkontrollierter Blasenentleerung führen.") würde ich durch "manisches Herumhüpfen" und "wilde Beschuldigungen" ergänzen. Wer auf quick and dirty steht, sollte hier ungehemmt zugreifen.




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