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StarTrek - The next Generation - Widerstand
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 10.06.2010, Serie: Belletristik, Autor(en): J.M. Dillard, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 277, Erschienen: 2010, Preis: 12,80 €


Widerstand ist der zweite Roman der Next Generation unter der Flagge Cross Cults. Der Verlag hat mit Vanguard bewiesen, dass er in der Star-Trek-Liga ganz oben mitspielen kann. Aber gelingt dies auch eine Generation später?

Die Enterprise ist tot, es lebe die Enterprise – ein neues Schiff, eine neue Crew, mehr oder weniger. Data weg, Riker weg, Troi weg, was bleibt denn da noch? Nun ja, ein erster Offizier Namens Worf, der den Posten gar nicht will, Crusher als Bordärztin, die zusammen mit dem Captain den romantischen Part ausmacht, La Forge im Maschinenraum natürlich und neu im Team Nave als Steuerfrau und T’Lana als Councelor.
Letztere hat es richtig schwer, sich in das bestehende Gefüge hineinzufinden, denn eine Vulkanierin als Psychologin abzustellen, hat etwas sehr Gewagtes an sich. Und so bildet dieser neue Charakter auf dem Schiff gleichzeitig reichlich Stoff, um den sich die Geschichte drehen kann.
Vordergründig geht es aber natürlich um weitaus wichtigere Sachen. Denn als Borg im Exil vernimmt Picard Stimmen. Schnell wird ihm klar, dass die Borg wieder da sind und etwas Großes planen. So groß, dass es ein neues Wolf 359 bedeuten kann…

Widerstand greift einen allseits beliebten Erzfeind der Menschheit auf, die Borg, und bedient sich bei Bewährtem. Und das nicht nur, was die kleinen, gefährlichen Cyborg-Zombies anbelangt, nein auch Picard ist mal wieder hemmungslos unloyal, weiß wie immer alles besser und hat am Ende auch noch Recht. Wer hätte daran gezweifelt?
Leider dreht sich mehr als die Hälfte des Romans um das neue Besatzungsmitglied T`Lana und deren Konflikte mit der Crew, was allzu oft ein wenig zäh wirkt. Wir alle wissen, wie zickig Vulkanier sind, psychologische Ränkespiele mit ihnen gab es wahrlich genug im Star-Trek-Universum.
Aber auch die Romantik darf nicht zu kurz kommen – Beverly liebt Picard, Nave liebt Lio, die Wege trennen sich und natürlich weiß man schon vorher, wie das ganze enden wird. Schließlich stirbt die Sicherheit doch immer am schnellsten.
Erst als Worf die Führung der Enterprise übernimmt, weil der Captain mal wieder auf eigene Faust alles richten muss, gewinnt der Roman an Fahrt. Klingonen sind einfach so herrlich konsequent - auch wenn man dem guten Kerl nach 200 Seiten Vorlauf gerne mal mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen hätte, nur um ihn anzuschnauzen, er solle sich trotz persönlichem Verlust nicht wie ein Mädchen aufführen.
Das Ende kommt nur allzu schnell und ist leider auch allzu vorhersehbar. Irgendwie wäre da doch mehr drin gewesen.

Handwerklich kann man dem Verlag wie immer nichts vorwerfen – bis auf diverse Dialoge zwischen Picard und Crusher, die sich als Liebespaar doch duzen sollten, ist die Übersetzung sauber. Die Verarbeitung ist klasse, das Buch liegt gut in der Hand und schaut auch noch super aus.

Fazit: Ich glaube, dass mich die Vanguard-Reihe zu einem sehr kritischen Leser in Bezug auf Star Trek gemacht hat. Demnach kann mich der Roman nicht so wirklich überzeugen, das hat man einfach alles irgendwo schon mal gehört. Wer aber auf Zwischenmenschliches steht und ein Herz für die Borg hat (man möge mir diesen Wortwitz verzeihen), der darf auch hier gerne zugreifen.




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