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Abseits der Wege - Kapitel 6 - Erloschen
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 25.05.2010, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: , Erschienen: 2010, Preis: 8,95 €


Abseits der Wege, eine der wenigen Fantasy-Hörspiel-Reihen in Deutschland, geht in die lang erwartete sechste Runde. Und in dieser scheint sich die Handlung endlich wieder ein wenig zuzuspitzen, nachdem Folge 5 vor Atmosphäre sanft zu entschlummern drohte.

Gaston Glück, der Sohn eines der sagenumwobenen Nebelchronisten, Prinzessin Myrell und der verräterische Dieb Ruttger sind immer noch auf dem Weg nach Norgonth, dem Ort, an dem die Nebelchroniken neu geschaffen werden sollen. Doch die Stadt ist unter einer frostigen Decke verborgen, und nur das sagenumwobene Feuer von Norgonth könnte das Eis tauen.
Gleichzeitig begibt sich auch Tebald Glück, Gastons Vater, zusammen mit Halmir und Dungring nach Norden, um Norgonth zu erreichen. Als einer der Chronisten will er das schwarze Buch neu erschaffen, das einzige Mittel, das der Welt von Abseits der Wege wieder zu einem normalen Dasein verhelfen kann, jenseits des ewigen Herbstes, der die Welt gefangen hält.

Die Serie Abseits der Wege baut auch in diesem sechsten Teil konsequent an ihrer eigenen Mythologie weiter, leider teilweise immer noch, ohne sie zu erklären oder zu beschreiben. Der Hörer ist größtenteils auf seine Phantasie angewiesen, wenn er aus den beschriebenen Fragmenten ableiten will, wie die Wesen dieser Welt aussehen. Stellt Autor und Produzent Volker Sassenberg sich die Faiyen wirklich als albinoide Mischung aus Geistern und Elfen vor, wie sie in meinem Kopf aussehen?
Ich weiß es nicht. Ich denke aber, dass es Teil der besonderen Atmosphäre der Serie ist, dass jeder sich einen Maeleon oder einen Knorpelgnom anders ausmalt. Die Namen im Einklang mit den Geräuschen und Stimmen erwecken Bilder im Kopf, doch niemand könnte diese Bilder wohl wirklich aufmalen. Auch die stimmungsvollen Cover der CDs sind nicht hilfreich, sparen sie doch die Kreaturen dieser Welt völlig aus.
Auch Erklärungen für manche Begriffe sucht man hier wohl vergeblich. Was ist das Welkenwerk wirklich? Was sind die Unlichen? Immer wieder werden solche Punkte angerissen, doch nie wirklich umfassend erläutert.
Von daher bleibt dem Hörer nur, sich von der besonderen Atmosphäre der Hörspiele einfangen zu lassen. Die Geräusche einer fremden Welt, vor allem aber die hervorragende Musik nehmen den Hörer auf eine seltsame Reise in ein träumerisch-seltsames Land.
Nervig sind diesmal lediglich einige Passagen, die von flüsternden Stimmen vorgetragen werden und die man nur versteht, wenn sie nicht gerade von Geräuschen überdröhnt oder wenn sie von anderen Charakteren wiederholt werden.

Ein Neueinsteiger sollte in jedem Fall einen weiten Bogen um diese Folge machen, denn Abseits der Wege baut seine Geschichte immer weiter aus, ohne Rücksicht auf jemanden zu nehmen, der die ersten Teile nicht kennt.
Leider bringt uns diese Problematik zu einem anderen erwähnenswerten Punkt, denn Folgenreich hat angekündigt, dass sie nach dem sechsten Teil keine weiteren Folgen der Serie mehr veröffentlichen werden. Es stünde dem Produzenten allerdings frei, diese anderswo herauszubringen.
Der Hörer steht somit nach sechs Folgen vor den Scherben einer nicht beendeten Geschichte.
Ob man vor diesem Hintergrund einem Neuling dazu raten kann, sich mit dieser Hörspiel-Serie zu befassen, ist trotz aller Qualitäten fraglich.
Dem interessierten Neuling wie dem alteingessenen Fan bleibt wohl nur die Hoffnung, dass Volker Sassenberg eine neue Heimat für seine Vorstellung einer Fantasy-Welt findet.




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