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Malavir - Der Verrat
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 08.01.2010, Serie: Belletristik, Autor(en): Christopher F. Rabe, Verlag: Faris Verlag, Seiten: 267, Erschienen: 2008, Preis: 13,90


Malavir - Der Verrat ist nicht nur der erste Band der Malavir-Trilogie sondern auch der Debütroman des 22-jährigen Christopher F. Rabe. Mit Malavir erfüllte sich der Hallenser Jurastudent im eigenen Verlag und im Eigenvertrieb einen großen Wunsch, nämlich seine Träume und Worte anderen näher zu bringen.

In Malavir – Der Verrat begleitet der Leser den jungen Prinzen Faris und seine große Liebe Sahra auf ihren Wegen durch eine fantastische Welt voller Freunden, Feinden und Wesenheiten verschiedenster Art.
Prinz Faris ist der kommende König Malavirs, eines edlen Reiches in einer Welt, die sich seit vielen Jahren in Frieden befindet. Zur Krönung soll er seine Verlobte und große Liebe Sahra ehelichen und damit das letzte nötige Ritual abschließen. Doch mit der Reise zu Sahra, zu der Faris allein aufbricht, beginnt für ihn eine Reise durch die Welt, denn nicht nur findet er das Dorf, in dem Sahra die letzten Monate lebte, verwüstet und voller Leichen vor, sondern entdeckt auch noch, gerade rechtzeitig, dass sein eigenes Königreich von fremden Mächten kontrolliert zu werden scheint. Er flieht daraufhin gen Norden, um beim Nachbarkönigreich Hilfe zu bekommen und deckt dort, mittlerweile mit seinem Freund, Karum, dem er das Leben rettete, und zwei weiteren Begleitern, eine Welt verändernde Verschwörung auf und die Flucht geht weiter. Nach einer langen Reise, auf der Faris vieles über sich, seine Familie und das Böse der Welt erfährt, kommt es zum Showdown in Malavir und Faris trifft auf den Verräter.
Sahra, der zweite Hauptcharakter des Romans, konnte dem Anschlag dank des Opfers ihres Großvaters und eines kleinen magischen Steines entkommen. Auch sie begibt sich nach der Flucht auf eine Reise und lernt, ebenso wie Faris, neue Freunde kennen und kann Verbündete finden. Auch der magische Stein wird im Lauf des Buches noch mehrfach in Erscheinung treten und seine Macht demonstrieren.
Während der Reise der beiden Hauptcharaktere erfährt der Leser viel über die Welt und die verschiedenen Gruppierungen und Lebewesen und kann der Geschichte bald gut folgen und alles nachvollziehen. Leider ist die Geschichte nicht unbedingt neu und auch die fantastischen Elemente der Welt werden dem einen oder anderen Leser sicher bekannt vorkommen. Dass bestimmte fremde Rassen, zwar als fremdartig beschrieben werden, aber nicht genau beschrieben wie fremdartig sie denn nun sind, ist aber sicherlich das größte Manko.

Soviel zur Geschichte, kommen wir nun zum Schreibstil und dem Lektorat, beides muss bemängelt werden. Viele Fehler wurden übersehen, aber dafür gibt es ja Haftungsausschlüsse, oder wie habe ich die Aussage zum Haftungsausschluss zu Fehlern zu verstehen? Anstelle dieser Aussage wäre ein etwas besserer Lektor sicher die bessere Lösung gewesen, denn die vorkommenden Fehler sind offensichtlich. Zum Glück gibt es davon nicht zu viele.
Während der Schreibstil bei Beschreibungen durchaus als gelungen angesehen werden kann, werden sich bei den Aussagen und Dialogen viele Leser kopfschüttelnd abwenden denn jedes Wort, jedes einzelne gesprochene Wort, wird folgendermaßen eingeleitet, Name: "…", im Dialog sieht das dann folgendermaßen aus: Name: "…", Name: "…" und so weiter. Besonders toll, wenn ein Name gerufen wird. Das sorgt zwar für viele Wörter und damit für ein längeres Buch, aber nicht für ein ungebrochenes Lesevergnügen. Ich habe auch ohne das Lesen der Namen völlig problemlos dem Gespräch folgen können und auch noch gewusst, wer nun was gesagt hat. Das muss, damit ein ungebrochenes Lesevergnügen aufkommt, im zweiten Band geändert werden.

Dass ich als Leser trotz der Dialoge wissen will wie es weitergeht und schon gespannt auf den zweiten Band warte, dafür sorgt die Mischung aus gelungenen Beschreibungen, einer schönen fantastischen Welt und Spannungsbögen. Gerade Letztere sind gelungen, Spannung steigt regelmäßig an und sinkt wieder, wenn ein Teilerfolg erreicht wurde, um dann sofort wieder anzusteigen, weil das nächste Hindernis oder das nächste Ereignis eintritt. Der Showdown am Ende ist ein gelungener Abschluss des Bandes und die vielen offenen Fragen verlangen einfach nach Antworten.

Fazit: Malavir – Der Verrat enthält eine spannende Geschichte über Liebe, Verrat und eine fantastische Welt. Gelungene Beschreibungen und Spannungsbögen machen die Rechtschreibfehler und die Art der Darstellung der Sprechbeiträge wieder wett. Dass es nicht wirklich neu ist, dafür sorgt ein Markt, der seit vielen Jahren bedient wird. Trotzdem sollte ein junger deutscher Autor, der alles in Eigenregie in die Wege leitet, durchaus unterstützt werden, deshalb meine Empfehlung: Kaufen.




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