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Star Trek - Vanguard 04: Offene Geheimnisse
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 16.12.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Dayton Ward, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 443, Erschienen: 2009, Preis: 12,80 €


Nachdem die Föderation im ersten Band der Serie mit einer alten Macht, den Sheddai, in Kontakt gerieten, die sie im zweiten Band zu verstehen versuchten und von der sie im dritten erfuhren, zu was sie fähig ist, folgt nun im vierten Band der Saga das Begreifen.

Aber fangen wir von vorne an. Etwas Schreckliches ist am Ende von Band drei geschehen, das noch im vierten nachhallt: Ein ganzes System ist durch die Macht der Sheddai ausgelöscht worden. Und so langsam fängt die Föderation an zu begreifen, mit was sie es da zu tun hat. Diese äonenalte Kultur hat nicht nur Artefakte hinterlassen, soviel war bisher schon klar. Sie hat auch nicht nur medizinische Wunder vollbracht. Auch das wusste der Leser bisher. Nein, sie war auch in Besitz von Massenvernichtungswaffen. Und "Massen" bezieht sich nicht nur auf Lebensformen, sondern auf Planeten. Für Commodore Diego Reyes ist klar, dass die Föderation es hier mit etwas zu tun hat, dass nicht nur eine Stufe zu hoch für sie ist. Eine ganze Treppe liegt zwischen dem, was die Menschheit bisher weiß und was die Sheddai einst konnten und wohl auch noch immer können.
Aber auch die Klingonen, so beschränkt sie auch sein mögen, haben mittlerweile Wind davon bekommen und wollen natürlich nur eines: Waffen! So entbrennt ein Kampf um das uralte Wissen, in dem sich die Fronten der Konkurrenten bis zu dem Vorabend eines Krieges verhärten,
Reyes kann dies alles egal sein, denn er wurde seines Postens enthoben und wartet auf seinen Prozess. Aber dies ist nur ein Handlungsstrang von Offene Geheimnisse. Denn der Band trägt diesen Namen nicht zu Recht, denn die offenen Handlungsstränge werden entwirrt und zusammengefügt, nur um sich letztendlich wieder zu verwirren. Neben Reyes ist da T’Prynn, seine ehemals rechte Hand des Geheimdienstes, die mit ihrem Seelenpein fertig werden muss, bevor es sie endgültig in die Knie zwingt. Da ist Xiong, der im Dienste der Wissenschaft zum Schlüsselcharakter dieses Bandes wird, und da sind natürlich die Klingonen, denen große Teile des Buches gewidmet werden. Ganz nebenbei, fast schon schleichend, wird ein neuer Kommandant von Vanguard eingeführt: Admiral Nogura. Schleichend deswegen, weil man ihn trotz den großen Sympathien, die der Leser zu Reyes aufgebaut hat, eigentlich nicht wirklich hassen kann. Der Mann hat Humor, Führungsqualitäten und Klasse. Was will man eigentlich mehr und wo war er bitte bisher?

Anfang wirkt das Buch ein wenig charakterlos. Der Leser fühlt sich zwischen den Stühlen, es wird irgendwie nichts Neues begonnen, nur Altes vertieft. Aber nach und nach rutscht man wieder rein in die vertraute Welt, identifiziert sich mit den bekannten Charakteren und genießt die Atmosphäre. Und je näher man dem Ende kommt, desto brisanter werden die Geschehnisse. Und soviel darf gesagt werden: Die Serie hat bereits mehrmals unter Beweis gestellt, dass große Namen kein Grund sind, sie nicht auszulöschen. Auch diesmal! Und gerade das ist es, was sie von den üblichen Star Trek Romanen unterscheidet. Hier sterben eben nicht nur die Red Shirts. Hier gehen ganze Crews unter, ja ganze Generationen und Zivilisationen. Puff, einfach weg, wie das Leben eben selbst – ohne letzte Heldenpose oder bedeutungsschwangeren Satz. Einfach Klasse und vor allem glaubwürdig.

Fazit: Ich musste persönlich erst wieder etwas mit der Serie warm werden, was wohl auch daran liegt, dass ich auf den vierten Band am längsten warten musste. Hat man sich aber wieder rein gelesen, verzaubert die Vanguard-Saga wie eh und je und bietet wieder neue Facetten, die man bisher noch nicht kannte. Nur um dann wieder mit einem Cliffhanger der Extraklasse aufzuwarten, der die Sehnsucht nach der Fortsetzung umso unerträglicher macht.




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