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Hellboy 6: Sieger Wurm
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 04.01.2010, Serie: Comics, Autor(en): Mike Mignola, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 153, Erschienen: 2006, Preis: 19,80 €


Nach einer Reihe von Bänden, die hauptsächlich Kurzgeschichten enthielten, kommt mit Sieger Wurm endlich wieder eine vollwertige Geschichte, die das gesamte Buch ausfüllt. Wie immer überschlagen sich die Superlative, soviel darf an dieser Stelle schon einmal verraten werden.

Der Leser wird erneut in das Ende des Zweiten Weltkrieges katapultiert. Den Nazis ist es also tatsächlich gelungen, ihre Raketentechnik soweit zu entwickeln, dass Raumfahrt möglich wäre. Schwer zu glauben, dass es dabei nur um "weltliche" Wissenschaft geht. Der treue Leser weiß ja bereits, was sich da im All so zusammenbraut.
Mehr als 60 Jahre später befindet sich ein Objekt aus dem All auf dem Weg zur Erde und sein Ziel ist schnell ausgemacht – die Burg in Österreich, in der die Alliierten eigentlich das Raumfahrtprojekt von Hitlers Schergen sabotierten. Logisch, dass Hellboy sich der Sache annimmt. Denn wenn er eins nicht ausstehen kann, dann sind das Nazis – insbesondere okkulte Nazis und noch mehr okkulte Nazis out of Space!
Was sich enorm trashig anhört, ist es mitnichten. Mignola greift eigentlich längst abgeschlossene Geschichten wieder auf und schreibt ein ganz neues Kapitel. Und das mit viel Feingefühl für okkulten Horror. Dabei dürfen natürlich die alten Bekannten aus den ersten beiden Bänden nicht fehlen. Fans dürfen sich auf den Auftritt Lobster Johnsons freuen, der ungemein zum Flair beiträgt.

Sieger Wurm hat alles, was ein guter Comic braucht. Er hat Spannung, gut inszenierten Horror und konsequente Linientreue in der Welt des roten Antihelden. Natürlich dürfen Hellboys kernige Sprüche nicht fehlen, wenn er austeilt und einsteckt. Aber auch er muss erkennen, dass sich seit dem letzten Band etwas geändert hat. Dieses Gefühl verstärkt sich jetzt, was letztendlich zu einem Bruch mit der B.U.A.P. führt.

Graphisch werden Mignola-Fans wie immer nicht enttäuscht. Die holzschnittartige Zeichenkunst hat längst Kultstatus erreicht – oft kopiert, doch nie erreicht. Band sechs ist im Übrigen der letzte, der vollständig in schwarz-weiß erscheint.
Ein Vorwort von keinem Geringeren als Guillermo del Toro sowie die üblichen Skizzen runden den Band ab. Ein kleines Zuckerl ist die Hellboy-Timeline, die alle wichtigen Ereignisse "Reds" linear auflisten.

In Sachen Ausfertigung lässt Cross Cult wie immer keine Wünsche offen. Das Buch ist jeden Cent wert, das Hardcover von höchster Qualität. Das sind Comics zum liebhaben – die gibt man nicht mehr aus der Hand.

Fazit: Sieger Wurm gilt als einer der besten Bände der Serie. Mir gefällt besonders, dass Hellboy wieder zu seinen Ursprüngen zurückkehrt. Ein ganzer Band, eine ganze Geschichte, gut durchdacht und meisterlich umgesetzt – ein MUSS für jeden Fan!




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