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Kill Doktor Lucky
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 04.12.2009, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): James Ernest, Verlag: Truant Verlag, Seiten: -, Erschienen: 2002, Preis: 10,- €


Wer kennt sie nicht, die guten alten Krimispiele bei denen die Spieler gemeinsam oder jeder für sich den Mörder dingfest machen beziehungsweise überführen müssen? Der Spaß war also schon vorüber, eines oder mehrere Opfer sind tot oder das Juwel gestohlen. Kill Doktor Lucky vom Truant Verlag ist anders, hier geht es darum den Mord zu begehen ohne erwischt zu werden. Vielleicht wurde das Spiel gerade wegen des Prä-Krimi Status zum "Besten Abstraktem Brettspiel 1997" gewählt.
Dr. J. Robert Lucky ist unbeliebt, nein, er wird gehasst, von Allen und Jedem, und jetzt endlich hast du die Chance dich zu rächen. Eingeladen in seinem weitläufigen Landhaus mit typischen Räumen und vielen Fluchtmöglichkeiten stehst du in der dunklen Eingangshalle, der Strom ist soeben ausgefallen, und nun wartest du nur darauf dem Doktor zu begegnen und deine Rache zu vollziehen. Doch du bist nicht alleine und schon gar nicht alleine mit Motiv und Wille zum Mord. Halte dich ran, finde eine Waffe und töte Doktor Lucky, bevor es ein anderer tut und pass auf, dass dich keiner dabei erwischt.

Kill Doktor Lucky ist ein unscheinbares Spiel in einer schwarzen oder weißen Box, je nach Kaufwunsch, in DinA5 und einer Höhe von einem Zentimeter. Auch beim Auspacken findet sich recht wenig Inhalt: Zwei dicke Stapel Karten, aufgeteilt in vier Kartenarten, Bewegungs-, Fehlschlag-, Raum- und Waffenkarten, eine vierseitige Anleitung und vier einzelne Spielplankarten, die aneinander gelegt werden müssen, alles in schwarz und weiß gehalten.

Der Spielplan ist schnell ausgelegt, einen "Bauplan" gibt es auf der letzten Seite, und die Karten, beide dicken Stapel zusammen, gemischt. Sowohl auf der Packung als auch in der Anleitung steht ganz deutlich, dass man zum Spielen noch Spielsteine für die zwei bis acht Spieler und einen Masterstein für Doktor Lucky benötigt. Die finden sich in anderen Spielen ja zum Glück zur Genüge und das Spiel kann beginnen.

Zuerst wird Doktor Lucky, der Meisterstein, irgendwo im Haus durch Kartenziehen positioniert, dann erhalten alle Spieler sechs Karten und positionieren ihren Spielstein im Empfangsraum. Jetzt gibt es nur noch ein Ziel, stelle den Doktor alleine in einem Raum ohne Zeugen und Kill Doktor Lucky. Doch zuerst einmal muss man sich ausrüsten und zu Doktor Lucky kommen. Deshalb gibt es zwei Spielzüge. Bewegen und Herumstöbern, Herumstöbern ist einfach, wenn die Spielfigur sich in einem Raum befindet oder sich nur ein Feld bewegt hat, darf sie eine Karte aufnehmen. Will man sich weiter als einen Raum bewegen, spielt man Karten aus: Raumkarten, um direkt zum genannten Raum zu kommen, oder Bewegungskarten, um sich so viele Räume weiter zu bewegen, wie der Wert der Karte ist. Dieser ist zwischen eins und drei. Will man sich nicht bewegen, kann man Doktor Lucky mit diesen Karten auch auf sich zu bewegen. Gelangt man in einen Raum mit dem Doktor oder setzt man diesen zu sich in den Raum und ist kein anderer Spielstein im selben oder im angrenzenden Raum, kann der Mordversuch starten. Ohne Waffen hat man einen Angriffswert von eins, Waffen geben ihren Wert als Angriffswert, der je nach Raum auch noch mal erhöht werden kann. Sahne hat einfach einen höheren Wert im Wohnzimmer. Jeder Spieler darf dann mit Fehlschlagkarten versuchen den Mordanschlag zu vereiteln. Fehlschlagarten sind nach einem Einsatz für immer aus dem Spiel. Clever ist, wer die anderen zwingt ihre Fehlschlagkarten zu setzen, damit er später freie Bahn hat. Gelingt der Mordversuch, ist das Spiel zu Ende, scheitert der Versuch oder befand sich der Spieler am Ende seines Zuges nicht in einem Raum mit Doktor Lucky, bewegt sich nun der Doktor, und zwar in den Raum mit der nächst höheren Nummer. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe. Irgendwann ist Doktor Lucky schließlich tot, vermutlich, weil ein Spieler eine gute Waffe hat oder weil die anderen Spieler keine Fehlschlagkarten mehr haben, und das Spiel damit beendet.

Kill Doktor Lucky entpuppt sich beim Spielen als ein taktisches Glücksspiel, denn einerseits muss man seinen Spielstein oder Doktor Lucky geschickt bewegen und andererseits benötigt man im richtigen Moment auch die richtigen Karten. In einem Spiel zu zweit, ist Glück sogar noch bedeutender als in einem Spiel mit mehr Spielern. Im letzteren Fall sind deutlich mehr Karten im Spiel und somit sind auch statistisch gesehen einfach mehr Fehlschlagkarten auf den Händen der Spieler. Zusätzlich bleibt durch das Vereiteln von Mordanschlägen mehr Zeit zum Sammeln von Karten und beides zusammen führt zu einer Aufwertung des taktischen Spielanteils.
Doktor Lucky zu jagen und eine passende Waffe zu finden machen das Spiel aber spannend und man will eigentlich gar nicht mehr aufhören, weil man ja immer neue Karten und damit neue Möglichkeiten bekommt.

Fazit: Kill Doktor Lucky ist ein spannendes Spiel, das sowohl Taktik als auch Glück fordert. Die einfache Aufmachung verhindert zwar nicht den Spielspaß, sie könnte aber doch etwas farbenfroher sein. Dass Spielfiguren zusätzlich benötigt werden ist zwar im ersten Moment störend, aber meistens hat man ja irgendwelche Figuren aus anderen Spielen zur Verfügung. Abwechslung ist trotz der gleichen Raumaufteilung durch die Zufallsverteilung der Karten immer geboten und deshalb lohnt sich das Spiel auf jeden Fall für kurzweilige Stunden mit Freunden.




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