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Sin City 5: Familienbande
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 04.12.2009, Serie: Comics, Autor(en): Frank Miller, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 128, Erschienen: 2006, Preis: 14,80 €


Mit 128 Seiten ist Familienbande der dünnste aber auch der günstigste Band der Crime-Serie um die verruchte Stadt Basin City, die alle nur Sin City nennen. Band fünf greift die Geschehnisse von Band drei (Das große Sterben) wieder auf und sollte somit auch nicht zum Einstieg in die Erfolgreihe Frank Millers verwendet werden.

Dwight schuldet den Mädels aus der Altstadt noch einen Gefallen und der Zeitpunkt seiner Einlösung ist gekommen. Er macht sich daran die Umstände eines Todes zu klären. Eine Prostituierte wurde erschossen. Der Angriff galt jedoch einem korrupten Stadtrat. War das Mädchen also nur ein Kollateralschaden? Selbige Bezeichnung darf man wohl auch für jene verwenden, die Dwight und seine stumme Begleiterin in den Schatten auf ihrer Suche nach der Wahrheit zurücklassen. Denn neben dem gut gekleideten Kerl mit einem Faible für alte Automobile wurde der Band auch Miho, der asiatischen Killerin, gewidmet. Sie hält sich stets im Hintergrund, wie man sie kennt und schätzt, nur um dann und wann hervorzutreten und binnen Sekunden Körper in Scheiben zu verwandeln – ohne, dass es irgendjemand mitbekommt, meist nicht mal ihre Opfer.

Auch der fünfte Band steht fest in der Tradition Frank Millers. Es fließt verdammt viel Blut und Schritt für Schritt kommt das tödliche Duo zusammen mit dem Leser der Wahrheit um den Tod der Prostituierten näher. Obwohl Miller wie immer die geschätzten Kniffe in seine Geschichte einbaut und stets nur Bruchteile der Wahrheit enthüllt, bleibt der große Knall am Ende aus. So unterhält das Buch wie immer hervorragend, schlägt aber letztlich nicht vollends durch, wie man es von den vorherigen Nummern gewohnt ist.

Auch was die Zeichnungen anbelangt, fällt Band fünf ein wenig zurück. Die klaren schwarz-weißen Panels sind hier weniger zu finden. Irgendwie wirken die Zeichnungen verspielter und detailreicher. Dies passt aber wiederum zur Rolle Mihos, die elegant ihre Bahnen im Todestanz zieht, mit ihrer Beute spielt und erst dann zuschlägt, wenn sie selbst keine Lust mehr hat oder Dwight sie zur Eile ermahnt. Dezente Farbkleckser gibt es diesmal keine, so recht würden sie auch nicht zur Thematik passen.

Fazit: Familienbande ist ein gelungenes Zwischenspiel, das alte, lose Fäden aufgreift und zu einem Abschluss bringt. Dabei ist der Band mehr ein köstlicher Appetithappen, denn das große Fünfgangmenü - unter diesem Gesichtspunkt aber äußerst lecker und bekömmlich. Na dann, bon appétit!




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