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Wings of War WWII Deluxe Set
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 24.11.2009, Serie: Tabletop, Autor(en): Andrea Angiolino, Pier Giorgio Paglia, Verlag: Mad Man's Magic, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 47,99 €


Nach dem großen Erfolg der Serie Wings of War des Ersten Weltkrieges starten Nexus und sein deutscher Vertreter Mad Man’s Magic nun auch im Zweiten Weltkrieg durch. Da das Basisspiel Dawn of War sowie diverse Erweiterungen schon erschienen sind, wird es Zeit für das Deluxe Set.

Und dieses bietet wie schon sein Vorgänger alles, was das Herz begehrt. Neben zahlreichen Countern, zwei Linealen, Spielpanels und Ergänzungskarten dürfen natürlich die vier Flugzeugmodelle nebst Manöverdecks nicht fehlen. Widmen wir uns aber erst einmal den Regeln.
Das grundsätzliche Spielprinzip, das der geneigte Fan schon aus dem Ersten Weltkrieg kennt, bleibt weitgehend erhalten: Mittels Manöverkarten wird der Zug des eigenen Flugzeuges im Geheimen geplant. Gemeinsam werden dann nach und nach die Karten aufgedeckt, vorne an die Basis des Models gelegt und das Model wiederum auf den Positionspfeil der Karte gesetzt. Danach kontrolliert man, ob sich ein gegnerisches Flugzeug in Schusswinkel und -reichweite befindet. Sollte das so sein, teilt man Schaden aus. Je nachdem, wie komplex man das Spiel gestalten möchte, kann man noch mit Höhenregeln, Treibstoff, Wolkendecke, Bodenbeschuss usw. spielen.
Im Vergleich zum Äquivalent des Ersten Weltkriegs gibt es folgende Änderungen: Zum Einen finden sich auf den Manöverkarten nun zwei Fluglinien, je eine für den schnellen und ein für den langsamen Flug. Die Geschwindigkeit gibt man bei der Flugplanung durch Counter verdeckt an. Zum Anderen wird der Schaden nun vollkommen anders zugeteilt. Wo man im Ersten Weltkrieg eine Karte (weit entfernt) oder zwei Karten (nah dran) einsteckt, regeln dies nun Schadensmarker. Auf den Basen der Flugzeuge ist angegeben, wie viele Marker man von welcher Sorte bei welcher Reichweite ziehen muss. Spezieller Schaden wie ein getroffener Pilot, klemmende Ruder, Motorschaden, Feuer und Rauch bleibt weiterhin erhalten. Lediglich das klemmende MG wurde entfernt.
Dafür ist en nun möglich aus Piloten Asse zu machen. Für je fünf abgeschossene Gegner gibt es eine spezielle Fähigkeit, wie die Möglichkeit in die Schadenszuteilung einzugreifen, Schüssen auszuweichen oder als erstes der Runde zu schießen.
Was die Manöver anbelangt, wurden die unterschiedlichen Geschwindigkeiten eingearbeitet, was vor allem die Wenden Immelmann und Split-S betreffen. Für Stukas gibt es natürlich korrekterweise die Möglichkeit ihren Sturzkampf durchzuführen. Am Ende der Regeln finden sich wie immer einige Szenarien – diesmal auch eine Variante für nur einen Spieler.

Wer die Doppeldecker-Modelle kennt, wird nicht enttäuscht sein. Auch wenn die Flugzeuge etwas kleiner ausfallen, sind sie wie gewohnt hochwertig und mit Liebe zum Detail gestaltet. Im Set enthalten sind eine Messerschmitt Me-109 E-3, eine Supermarine Spitfire Mk1, eine Mitsubishi A6M2 Reisen sowie eine Grumman FM-1 Wildcat. Die Modelle sind nicht separat im Handel erhältlich, was Einsteiger freut, andere jedoch ärgern könnte, die bereits mit den Kartenversionen begonnen haben. Neben der unterschiedlichen Bemalung unterscheiden sich die Modelle aber nicht von den anderen, die man hinzukaufen kann.
Hervorheben muss man, dass sich die Flugzeuge ohne Probleme aus dem Karton nehmen lassen, was bei den Doppeldeckern des ersten Weltkrieges eigentlich nie der Fall war – großer Pluspunkt! Auch die Gestaltung der Box wirkt ein wenig professioneller, auch wenn die Counter kaum in die dafür vorgesehenen Vertiefungen passen – es sind einfach zu viele.

Ein Wort noch zum Spielgefühl: Da man nicht mehr drei Manöver auf einmal plant, sondern immer eines nach dem anderen, wirkt das Spiel ein wenig behäbiger, als es mit den Doppeldeckern der Fall ist. Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten kommt jedoch ein weiteres, schönes Element ins Spiel. Ob man letztlich Karten oder Marker für den Schaden bekommt, ist eigentlich egal. Obwohl es viele Gemeinsamkeiten gibt, sind die Spiele des Ersten Weltkriegs nicht mit denen des Zweiten kombinierbar (was alleine schon die unterschiedlichen Maßstäbe der Modelle verhindern).

Fazit: Als Fan des Spiels in der Version des Ersten Weltkriegs fiel es mir nicht schwer, mich auch sofort in diese Version zu verlieben. Da sich das Spiel auch im Fluss ein wenig von seinem Vorgänger unterscheidet, in den Grundzügen aber gleich bleibt, findet man sich schnell hinein. Die wundervollen Modelle tun ihr Übriges. Einsteigern sei prinzipiell dazu geraten, sich erst einmal mit den Doppeldeckern vertraut zu machen. So oder so bilden die Deluxe Sets, sei es Erster oder Zweiter Weltkrieg, auf jeden Fall eine perfekte Möglichkeit in die Welt der Wings of War einzusteigen, in der die Preis-Leistung stimmt und das Konzept überzeugt.




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