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Monsieur Mardi Gras - Unter Knochen 04 - Die Formel der Wiederauferstehung
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 12.11.2009, Serie: Comics, Autor(en): Éric Liberge, Verlag: Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Seiten: 71, Erschienen: 2009, Preis: 14,80 €


Nachdem unser Protagonist Aschermittwoch im ersten Band dieser großformatigen, morbiden Serie sein Unleben erfahren und mit seiner Umgebung klar kommen musste, gelangte er im zweiten Band zur einer verschwörerischen Gruppierung mit dem Namen "Die Bruderschaft", die Großes mit ihm vorhatte. Der dritte Band behandelte die tiefen Wirrungen seiner selbst und legten den Grundsteine für eine Umwälzung des Totenreiches. Band vier bildet den Abschluss dieser Reihe, die, soviel darf verraten werden, nicht mit einem Knall endet.

Nachdem eine gigantische Kaffeeflut die große Stadt des Fegefeuers überschwemmte, kamen die bürgerkriegsähnlichen Zustände zum Erliegen, nur um Platz für ein neues Chaos zu machen. Durch die okkulte Kraft der Kaffeebohne werden längste vergangene Erlebnisse erneut wachgerufen. Das Resultat: Jedes Gerippe Saint-Cécils vergisst, dass es längst tot ist. Ein Umstand, der erneut alles aus den Fugen werfen wird.
Mardi-Gras Aschermittwoch bekommt vorerst davon nichts mit. Er trifft den ersten Büßer des Fegefeuers, der ihm offenbart, wie diese bizarre Welt entstand. Der Protagonist dringt immer weiter an den Rand dieser Welt vor und deckt Geheimnis um Geheimnis auf, um seinem dahinsiechenden Dasein ein Ende zu bereiten – durch Reinkarnation.
Am Ende steht nicht weniger als ein Paradigmenwechsel der Lenker dieses morbiden Reiches. Eine außergewöhnliche Serie findet ihren verdienten Abschluss und enthüllt die eine oder andere Überraschung, nur um letztlich leise dahinzuscheiden. Der Letzte macht das Licht aus – im wahrsten Sinne des Wortes.

Auch wenn der letzte Band zu den inhaltlich stärksten der Serie gehört, ist er, was den Lesefluss anbelangt, so ziemlich der komplexeste. Nicht nur, dass lange Schachtelsätze dem Leser die volle Aufmerksamkeit abverlangen, auch die Anordnung der Panels und Sprechblasen führt deutlich zu Verwirrung, die man hätte verhindern können. So liest man Passagen in einer nicht vorhergesehenen Reihenfolge, was keinen Sinn ergibt, nur um den Teil erneut lesen zu müssen.
Grafisch tritt dieser Band ein wenig hinter seine Vorgänger zurück. Er wirkt noch dunkler und weniger facettenreich, teilweise gar schon grobkörnig. Ob dies gewollt ist oder vom Druck herrührt, bleibt letztlich egal, denn dieser Umstand passt irgendwie sehr gut zum Abschluss. So wird dem Leser auch grafisch vermittelt, dass die Zeit im Fegefeuer zu Ende gehen muss; so schön ist es hier dann doch nicht.

Fazit: Der Band bildet einen würdigen Abschluss einer außergewöhnlichen Serie. Dies trifft sowohl auf die recht skurrile Thematik als auch auf deren graphische Umsetzung zu. Wer in Zukunft die Seele der Menschheit in einer Kaffeebohne vermutet, liegt vielleicht gar nicht so falsch. Leser, die eine besondere Serie suchen, den morbiden Charakter nicht scheuen und bereit sind, sich auch mal durch einzelnen Passagen zu kämpfen, sei dringendst zu Mardi-Gras geraten.

Wir schließen mit den Worten Liberges: "Lass uns mit der Barke Richtung Erde fliegen und diese irre Welt ein für alle mal verlassen!" – Bon.




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