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Batman: Arkham Asylum
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 29.10.2009, Serie: Comics, Autor(en): Morrison, McKean, Verlag: Panini Verlags GmbH, Seiten: 132, Erschienen: 2009, Preis: 14,95 €


Die Welt der Graphic Novels hat nun auch einen Superhelden erreicht, der sich Dekaden durch Comicpanels kämpfen musste. Batman geht auf eine Reise, die keine Kästen verdient hat: Arkham Asylum hat geladen und all seine Insassen bitten zum Tanz.

Was wäre ein Irrenhaus ohne Irre? Und an der Spitze kann sich eigentlich nur einer befinden: der Joker. Er hat es irgendwie geschafft aus seiner Zelle zu entkommen und alle anderen Insassen freizulassen. Ein Anruf bei der örtlichen Polizei lässt das alte Spiel beginnen. Joker hat Geiseln und will mal wieder nur spielen – natürlich mit Batman. Klar, dass sich der nicht lange bitten lässt und sich in die Anstalt begibt, wo all jene auf ihn warten, die er selbst dorthin befördert hat…
Parallel dazu wird eine weitere Geschichte erzählt: Der Leser erfährt, wie dieses sagenumwobene Haus des Wahnsinns entstanden ist. Der Besitzer selbst kommt zu Wort und beschreibt sein ganz eigenes Martyrium.

Das Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes Wahnsinn. Sowohl was die Geschichte, als auch was die graphische Umsetzung betrifft, hat es so etwas bisher bei Batman nicht gegeben. Die Fledermaus kämpft sich durch einen Alptraum, der nicht nur vom Gebäude selbst herrührt, auch seine eigene Vergangenheit macht ihm schwer zu schaffen. Dazu kommen die Insassen, ein Who-is-who der Bösewichte und alle völlig durchgeknallt: Two-Face, Scarecrow, Clay-Face, Croc und natürlich der Joker, der die Meute anführt, dabei aber dezent im Hintergrund bleibt.
Batman selbst wird über die ganze Geschichte hinweg in Schatten gehüllt. Er wird selbst zum Hintergrund in einem Buch, dessen eigentliche Hintergründe in den Vordergrund rücken. Die Optik des Bandes lässt den Leser wunderbar in die Wirren eingesperrten Geister eintauchen. Bleistiftzeichnungen mischen sich mit Collagen, Pinselstriche mit Fotos; alles ist erlaubt, nichts macht Sinn und dann wieder doch. Mal sind die Bilder ganz gegenständlicher Natur, nur um auf den nächsten Seiten wieder in einen Brei aus Wasserfarben zu zerfließen.

Die Graphic Novel gliedert sich gut in die gängigen Batman-Werke ein. Sie ist düster und brutal und lässt den glamourösen Helden der 90er vergessen. So muss Batman sein – innerlich zerrissen, über sein eigenes Wesen reflektierend und mitnichten der Ritter in der schillernden Rüstung.

Fazit: Dem Leser liegt hier ein ausgezeichnetes Werk lovecraft’schen Wahnsinns vor. Es setzt den Ort des Geschehens und seine Insassen perfekt in Szene. Sowohl die Geschichte als auch die graphische Umsetzung sind Wahnsinn in Reinkultur und begeistern auf ganzer Linie.




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