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Donner und Sturm (Ab. 169)
Von Volker Thies
Rezension erschienen: 30.10.2009, Serie: Rollenspiele, Autor(en): Thomas Finn und Tobias Hamelmann, Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: 96, Erschienen: 2009, Preis: 20,00 Euro  |
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Nach Dämoneninvasion, Reichszerfall und allerlei Intrigen scheint nun endlich der Wind über Aventurien zu drehen. Genauer gesagt, ist es ein Donnersturm, der die dunklen Wolken vertreibt. "Donnersturm" heißt der legendäre Streitwagen, den die Kriegsgöttin Rondra einst dem Helden Leomar von Baburin anvertraute. Seitdem treffen sich alle 25 Jahre die größten Streitwagenfahrer Aventuriens. Sie kämpfen in einem mehrtägigen Rennen um Donnersturm als eine Art Wanderpokal - mit schnellen Pferden, scharfen Waffen und auch fiesen Tricks. Das große Donnersturmrennen war bereits einmal Thema eines DSA-Abenteuers und nun ist es wieder so weit. In Donner und Sturm stellen sich die Helden erneut der Herausforderung des Wagenrennens. Doch dieses Mal soll Rondras Streitwagen endlich das Schicksal erfüllen, das ihm vor fast 2000 Jahren zugedacht war: Donnersturm wird einen vernichtenden Stoß in das Herz der Dämonenreiche führen.
Bevor es jedoch so weit ist, gilt es, das Rennen selbst zu überstehen und nach Möglichkeit zu gewinnen. Dieser bestimmende Abschnitt des Abenteuers setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der auf den ersten Blick recht linearen Handlung mit Ereignissen, die entlang der Rennstrecke auf die Helden warten, und der Charakterbeschreibung der 19 Konkurrenten. Von zwei Königen mittelgroßer Reiche bis zum ehemaligen Arena-Star reicht das Fahrerfeld. Alle haben ihre eigenen Beweggründe, Besonderheiten und Hintergedanken. Und, das sei verraten, mindestens zwei Fahrerteams stehen im Bund mit düsteren Mächten und werden den Helden das Leben besonders schwer machen. Natürlich gehören auch Gestalten aus dem Kuriositätenkabinett zu den Verfolgern, beispielsweise der Nordlandbarbar, der Wollnashörner vor seinen Wagen gespannt hat, die Grolme mit ihrer Goldgier und ihren unerklärlichen magischen Tricks und die Zwergenfamilie in ihrer Kutschen-Ausgabe von "Dudu, dem Wunderkäfer".
Inmitten dieser Schar hetzen auch die Helden los. Doch als ob ein Wagenrennen rund um ein Gebirgsmassiv, zu miesen Tricks entschlossene Verfolger und Zwischenfälle auf der Strecke noch nicht genug wären, müssen die Helden sich zwischendurch als Archäologen und Historiker beweisen. Denn das finale Schicksal des Götterwagens bekommen die Spieler keineswegs "einfach so" präsentiert. Sie müssen an der Enthüllung ordentlich mitarbeiten und in alte Zeiten an der Grenze zwischen Mythos und Geschichte vordringen. Dabei geraten sie mehr als einmal in das Einflussfeld der dämonischen Bedrohung, gegen die Donnersturm ins Feld ziehen soll. Dazu kommen die Herausforderungen, die ein Rennen durch verschiedene aventurische Kulturzonen so mit sich bringt. So müssen die Helden einen Ausweg finden, wenn ein vorausfahrender Konkurrent eine Seilbrücke zerstört, sie müssen aus dem Schlafgemach einer liebestollen Fürstin entkommen und ihren Wagen durch eine untergegangene Zwergenstadt voller Skelette steuern. Am Ende steht eine heftige "Kommandoaktion" an deren Ende die Spielercharaktere (hoffentlich) mal so richtig gewaltige Helden sein dürfen. Schließlich wirken sie an der politischen und militärischen Enthauptung eines Dämonenreichs und werfen das Hauptprojekt eines zweiten Herrschers der Dunklen Lande ein großes Stück zurück.
Donner und Sturm liefert passend zum Thema Action satt. Allerdings sollte der Spielleiter den Hinweis oben in der Ecke des Buchs, "erfahren", vor allem auf sich selbst beziehen. Wer es reibungslos schafft, die umfangreiche Handlung im Auge zu behalten, mehr als ein Dutzend Gegner lebendig zu schildern und dann auch noch den nötigen Pathos aufzubauen, den eine Geschichte um Göttergeschenke und antike Helden braucht: Respekt! Wer sich dann noch unterfordert fühlt, kann auch noch die neun Seiten umfassenden Regeln zum Ausspielen von Wagenrennen und -kampf einbeziehen. Vermutlich ist es klüger, sich je nach eigenem Interesse und dem der Spieler auf einzelne Aspekte zu beschränken und andere eher zusammenfassend abzuarbeiten.
Fazit: Donner und Sturm ist abwechslungsreich, rasant und spannungsgeladen. Zudem bekommen die Spieler die Gelegenheit, der gesamtaventurischen Entwicklung einen entscheidenden Schubs zum Besseren hin zu geben. Kurzum: Ein Top-Abenteuer für hochstufige Helden und erfahrene Spieler.
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