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Star Trek - Spiegelbilder
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 23.10.2009, Serie: Comics, Autor(en): Scott Tipton, David Tipton, David Messina, und Christian Langhagen, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 126, Erschienen: 2009, Preis: 14,80 Euro


Spiegelbilder wirft den Leser, wie der Titel schon sagt, in ein Paralleluniversum, in dem die Vereinte Föderation der Planeten ein den Klingonen ähnliches Reich aufgebaut hat. Dementsprechend gleichen auch die Umgangsformen dem autoritären System. Bedingungslose Pflichterfüllung wird ebenso hoch angesehen wie ruchloser Betrug zum eigenen Nutzen.

Die Idee ist keinesfalls neu. Sie fand ihren Anfang in der Fernsehserie der 1960er in der Episode "Ein Paralleluniversum" und später ihre Fortsetzung unter anderem im zweibändigen Comic "Die Spiegelwelt" (Carlsen). Zumindest die Episode der TV-Serie sollte man gesehen haben, um sich nicht zu lange über die Gepflogenheiten der Charaktere zu wundern.

Aber nun zum Comic. Dieses führt uns in die Anfänge der Karriere von Kirks Spiegelbild. Jim dient zu dieser Zeit noch unter Pike, hat aber bereits die gewohnte Crew mit Scotty, Pille und Spock um sich. Kirk arbeitet daran, Pike zu stürzen und sich selbst auf den Sessel des Captains zu schwingen, wie dies eben in dieser Paralleldimension zum guten Ton gehört. In einem Intrigenspiel versucht er mit Hilfe eines Händlers des Orion, ein elektronisches Gerät aufs Schiff zu schmuggeln. Doch Pike kann auf seine Nummer eins zählen. Denn Spock ist in diesem Universum nicht der gute Freund Kirks, sondern Pikes Stellvertreter. Und als klar denkender Vulkanier erscheint es nur logisch, dem Captain in seinem Kleinkrieg gegen Kirk zu unterstützen…

In einem Zwischenspiel wird erzählt, wie der Junge Picard in dieser Welt zu seinem Posten kam: Das menschliche Imperium sieht sich mit einer Allianz der Klingonen und der Cardassianer konfrontiert, worauf Picard seine ganz eigene Antwort findet. Das Zwischenspiel beschreibt ein Schlüsselereignis der Föderation auf der "anderen Seite".

Es fällt etwas schwer sich in diese klingoneske Parallelwelt hineinzudenken. Die Umgangsformen, die die Föderation ausmachen, fehlen gänzlich. Intrige, Hass und Selbstsucht diktieren die Geschichte. Man darf sich mit Verlaub fragen, wie eine solche Gesellschaft überhaupt existieren kann, in der er nur darum geht, sich gegenseitig auszustechen. Die Rasse der Vulkanier spielt dabei, sowohl in der Haupt- als auch in der Nebengeschichte, die entscheidende Rolle. Denn ihr klarer, logisch abwägender Verstand kann im Paralleluniversum meisterhaft mit der Intrige harmonieren, aber im direkten Kampf auch vollständig versagen.
Die Geschichte selbst ist relativ geradlinig und kommt ohne überraschende Wendungen aus. Der Leser wird sogar über das ein oder andere Geschehnis im Unklaren gelassen. Die Zeichnungen sind im klassischen, realen aber leicht abstrahierten Comicstil gehalten. Obwohl es an den Zeichnungen nichts auszusetzen gibt, darf man sich dennoch fragen, warum Pike in einer Szene seinen Phaser schräg von oben nach unten hält, wie man es eher von einem Gangster in der Bronx kennen dürfte. Dies irritiert schon sehr und wirkt einfach nur albern. Die Farben sind satt aber dunkel gehalten, wie es sich für das "böse" Paralleluniversum gehört. Der Seitenhintergrund, auf dem die Panels liegen, ist während der Geschichte durchgängig schwarz. Abschließend gibt es als Extra ein paar Skizzen der Haupt- und Nebencharaktere. Die Verarbeitung des Softcoverbuchs ist, wie man es von Cross Cult gewohnt ist, tadellos.

Fazit: Ein tiefgründige Geschichte wird dem Leser nicht geboten, somit dürfte der Band nur für die Leser interessant sein, die mehr über die Anfänge Kirks in dieser sehr speziellen Welt Star Treks erfahren möchten. Freunde klingonischer Lebensweisen finden sich sicherlich bestens zurecht. Einzig ein paar erklärende Worte zum Comic wären wünschenswert gewesen. Aber vielleicht gibt es die ja in der Hardcoverversion.




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