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Blut & Barolo
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 19.10.2009, Serie: Belletristik, Autor(en): Carsten Sebastian Henn, Verlag: List Verlag in Ullstein Buchverlage GmbH, Seiten: 345, Erschienen: 2009, Preis: 14,90€


Blut & Barolo ist Carsten Sebastian Henns zweiter Kriminalroman mit den Hauptcharakteren Giacomo und Niccolò. Bevor er sich diesem Duo zugewandt hat, schrieb er als Weinjournalist viele Nachrichten und als Autor fünf Weinkrimis. Giacomo und Niccolò treten in den beiden bisher erschienen Krimis in die Fußstapfen von Robert Langdon und Indiana Jones.

In Blut & Barolo passiert etwas Schreckliches im tiefen Winter. Etwas, dass nicht nur die Stadt Turin sondern die gesamte Christenheit entsetzt und das noch weit schlimmere Konsequenzen zu haben scheint. Unter den wachsamen Augen des neu erwählten Wächters Amadeus, Mitglied einer Geheimorganisation, die das Leichentuch Christi seit seiner Existenz beschützt, wird eben jenes Tuch gestohlen. Durch Zufall stößt Giacomo auf das Tuch und eine wilde Flucht vor Polizei und anderen Organisationen durch die Wälder um Turin und durch die Stadt selbst beginnt. Auf dieser Flucht mischen Giacomo und Niccolò nicht nur Polizei und Unterwelt auf, auch längst vergessen geglaubte Gefühle werden in Giacomo wieder wach, bevor es zu einem grandiosen Finale kommt und sich das Schicksal des Tuches erfüllt.

Das klingt wie ein spannender Mystery-Thriller, etwas womit in den letzten Jahren viel Geld gemacht wurde, und doch bietet dieser Krimi mehr. Der gesamte Titel des Buches lautet, Blut & Barolo: Ein Hundekrimi aus dem Piemont und genau hier ist das entscheidende Detail versteckt. Amadeus, Giacomo und Niccolò sind keine Menschen, sondern Hunde. Aber in der Welt des Carsten Sebastian Henn sind Hunde mehr als nur Tiere, sie entsprechen viel mehr Menschen und erleben menschliche Abenteuer in Hundegestalt. Giacomo ist ein Trüffelhund und seine gute Nase bringt ihn überhaupt erst auf die Spur des Tuches, während sein Bedarf an Barolo, einer Weinsorte, ihn des Öfteren in Schwierigkeiten verwickelt. Niccolò ist ein Windhund und seines Zeichens zäh und flink. Amadeus, ein Pharaonenhund als der dritte Protagonist, ist Mitglied einer Hundemeute, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Tuch zu beschützen, und als bester seines Wurfes wurde er auserwählt der neue Wächter zu werden. Drei Hunde, die verschiedener nicht sein könnten, mit verschiedenen Zielen. Giacomo und Niccolò versuchen ihr Frauchen Isabella zu befreien und ihre Unschuld zu beweisen, während Amadeus das Tuch zurückholen will, um wieder in seiner Meute aufgenommen zu werden. Interessant ist die Hunde-Unterwelt von Turin. Gangsterbosse, bullige Schlägertypen und Gangs verschiedenster Rassen treiben dort ihr Unwesen und doch stellen sie fest, dass sie nur gemeinsam ihr Geheimnis und ihre Stadt retten können.

Geschrieben aus der Sicht eines Kenners und talentierten Autors. Nie hat man das Gefühl, dass das Buch irgendwie zäh wäre oder an Fahrt verliert, ganz im Gegenteil, immer wieder wird man aufs Neue überrascht, bis zum Ende, wo man dann auch eine Karte Turins findet. Etwas zu spät, aber lieber spät als nie.

Fazit: Robert Langdon und Indiana Jones haben Konkurrenten auf vier Pfoten bekommen. Interessante Protagonisten und Antagonisten in einer tollen Umgebung und mit einem tollen und gut recherchierten Hintergrund. Mehr davon bitte. Für Fans von "Ratten!" oder ähnlichen Rollenspielen ein absolutes Muss.




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