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The Eternal City #1
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 12.10.2009, Serie: Comics, Autor(en): Sergio Carrera, Verlag: Robot Comics, Seiten: 78, Erschienen: 2009, Preis: 0,- €


Wie bereits in den News angekündigt, widmen sich einige Comicverlage nun einer sehr speziellen Form des Genres: Dem digitalen Buch auf dem Handy. Die hier besprochene Ausgabe von Robot Comics wurde auf dem iPhone gelesen, ist aber auch für den iPod Touch und Android erhältlich.

Ein Engel geht in Buenos Aires herum und erntet Seelen. Doch dieser Engel ist nicht so, wie wir ihn in zahlreichen Gothic-Romanen oder Fantasy-Comics präsentiert bekommen. Er ist ein unscheinbarer, Mid-20er, gekleidet in Parka und Schal und einer Brille auf der Nase. Er steht da und bittet eine alte Frau, die soeben verstorben ist, mit ihm zu kommen. Er erzählt ihr, dass ihr Mann über sein Leid hinwegkommen wird, und dass sie jetzt aufbrechen müssen. Sie steigen aufs Dach, wo die alte Frau sich noch einmal an ihre Jugend erinnert. Noch einmal ist sie 18 Jahre alt, dann wird sie eins mit einem Wirbel, der ihre Seele hinfort trägt.
Unser Protagonist lässt sich durch die Stadt treiben auf dem Weg zu seiner nächsten Aufgabe. Er verschmilzt mit seiner Umwelt und doch ist er etwas ganz besonderes. Wir kennen seinen Namen nicht, aber seine Aufgabe wird schon in den ersten Panels klar. Sein nächstes Ziel: Ein Kind im Krankenhaus…

The Eternal City #1 ist der Beginn einer siebenteiligen Serie und nicht mehr als ein Teaser. Er macht Lust auf mehr, gibt aber kaum etwas Preis. Die Zeichnungen in reinem schwarz und weiß erinnern in ihrem Stil ein wenig an Mignola und tragen angenehm zur etwas bedrückenden Stimmung bei.
Leider sind die 78 Bildschirme nur allzu schnell mit den Fingern weg geschoben. Denn genauso funktioniert dieser Comic. Jedes Panel nimmt einen "Screen" ein, mit dem Finger blättert man weiter. Ein Doppeltippen vergrößert den Ausschnitt. Die Bedienung ist also kinderleicht.
Am Ende gibt es einige Screens, die als kurzes Making-Of fungieren. Der Zeichner erklärt, warum er seine Heimatstadt Buenos Aires gewählt hat und Fotos werden neben den Zeichnungen gestellt, um darzustellen, wie sehr sie sich gleichen. Natürlich dürfen die Hinweise samt Direktlink zum Verlag und weiteren "Ausgaben" der Serie nicht fehlen.

Ein paar Worte zum neuen Medium selbst: Für den Autor dieser Zeilen kann ein solcher Comic das Papier nicht ersetzen, aber es stellt eine erfrischende Neuerung auf dem Markt dar, die ihr Potential noch lange nicht ausnutzt. Man stelle sich ein Vibrieren des Handys bei einer Schießerei, oder Soundeffekte wie eine quietschende Tür bei bestimmten Panels vor. Auch könnte man mit dem Licht, das vom Handy aus den Hintergrund, also die hellen Flächen des Comics, beleuchtet, spielen und so beispielsweise einen Sonnenauf- oder Untergang interaktiv im Comic einbinden.

Fazit: Für mich ist The Eternal City #1 ein gelungener Werbeauftakt, der Spaß macht. Wir dürfen gespannt sein, was das neue Medium noch so bringt. Ich denke vor allem als Werbung für gedruckte Comic, eigenen sich derartige, kostenlose Apps hervorragend. Das gedruckte Buch werden sie sicherlich nicht so schnell ersetzen. Jede weitere "Ausgabe" der Serie kostet bei iTunes 0,79€.

Der Link im Netz: http://www.robotcomics.net/tag/the-eternal-city/




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