Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Rollenspiel » Warhammer 40.000 Rollenspiel » Schattenjäger - Das Handbuch des Inquisitors

Schattenjäger - Das Handbuch des Inquisitors
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 10.01.2010, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Alan Bligh, John Blanche, Alexander von Peschke-Pigulla, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 276, Erschienen: 2009, Preis: 44,95 €


Schattenjäger, das erste veröffentlichte Rollenspiel zur Welt von Warhammer 40.000, ist sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Rest der Welt zu einem großen Erfolg geworden. Vielleicht ist es dieser Erfolg, der den Herausgeber dazu verleitete, das neu erschienene Handbuch des Inquisitors auf dem Einband recht unbescheiden als Das ultimative Spielerhandbuch zu beschreiben.
Insofern konzentriert sich das Werk natürlich vor allem auf Optionen für Spielercharaktere und Wissen, das für die Spieler von Nutzen sein sollte. Ob das Quellenbuch seinem großspurigen Anspruch gerecht wird, soll in dieser Rezension herausgearbeitet werden.

Das Buch legt in Summe zwei große Schwerpunkte: Charaktererschaffung und Adepten in der Hintergrundwelt.
In den ersten beiden Kapiteln werden neue Aspekte der Gestaltung eines Spielercharakters geliefert. Das erste Kapitel bietet zunächst zusätzliche Optionen der Charaktererschaffung. Damit hat der Spieler die Möglichkeit die Herkunft und den Werdegang seines Charakters freier zu gestalten. Kommt der Adept aus einer adeligen Familie oder aus der niedersten Unterschicht? Stammt er aus einer Metropolenstadt oder war er ein Wilder auf einer primitiven Welt? Diese zusätzlichen Optionen liefern dem Spieler eine neue Vielfalt in der Ausgestaltung seines Charakters.

Ähnliches gilt für den Inhalt des zweiten Kapitels. Darin werden zusätzliche Karrierepfade im Calixis-Sektor geliefert, die im Schattenjäger-Grundregelwerk nicht beschrieben werden.

Anschließend wechselt das Buch den Blickpunkt und beschreibt in den nächsten vier Kapiteln verschiedene Typen von Welten, die man im Calixis-Sektor antreffen kann - von Urzeitwelt bis zur Makropolenwelt, von der tödlichen Leere des Alls bis zu den tödlichen Umständen in den vielen Kriegsgebieten des Imperiums des Gott-Imperators. Der Text beschreibt die Lebensumstände und vor allem zugängliche Technologien und Waffen in diesen Weltentypen. Hier zeigt sich klar der Fokus des Quellenbands auf den Spieleradepten. Anstatt dem Spielleiter Sandkastenwelten zu bieten, sprechen die Autoren die Spieler an und liefern Gegenstände und Wissen, die für die Spielercharaktere direkt nutzbar sind.

Den Abschluss des Handbuch des Inquisitors bilden drei ausführliche Kapitel, die sich mit dem täglichen Leben eines Adepten beschäftigen. Darin werden Kulte und Heilige Ordos und die Einstellung zur Religion und Aberglaube ebenso behandelt, wie seine Interaktion mit dem Rest der Spielwelt, seinen Kontakten und Beziehungen und seinem Rang in der Heiligen Inquisition.

Das Handbuch des Inquisitors ist alles in allem übersichtlich gehalten und informativ und spannend geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind lesenswert und vor allem nützlich für jeden Spieler.
Das Problem des Werkes ist eher die Gesamterscheinung. Dem angeblich ultimativen Spielerhandbuch fehlt es an einem zusammenhängenden Konzept. Es wirkt eher wie ein Nachschlagewerk als wie ein Buch aus einem Guss. Die einzelnen Abschnitte zu gewissen Fragen helfen weiter und sind auch angenehm zu lesen, aber den zusammengestückelten Text in einem Durchgang durchzuarbeiten, ist wegen des fehlenden Zusammenhangs teilweise fast Schwerstarbeit.

Fazit: Für praktisch jeden interessierten Spieler enthält Das Handbuch des Inquisitors nützliches Material. Das selbsternannte, ultimative Spielerhandbuch behandelt wirklich viele Aspekte, die für den geneigten Spieler von Bedeutung sein könnte. Insofern ist das Buch für viele Schattenjäger-Runden vermutlich ein Muss.
Für Leute, die ein interessantes Regelwerk lesen möchten, bietet sich der wenig zusammenhängende Text jedoch nur wenig an.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.